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Bastilkarton

Die Welt eines kreativen Booknerds

 Als ich auf der Fitzek-Lesung war, sagte er etwas, worüber ich schon länger nachdenke: „nicht der Plot hält uns am Lesen, sondern die Charaktere binden uns.“ Zunächst kam mir das absurd vor, aber langsam denke ich, er hat nicht ganz unrecht. Denn bei „Westwell- heavy and light“ konnte ich so viele der beschriebenen Gefühle&Situationen nicht richtig (nach-)fühlen, da eine essenzielle Sache für mich fehlte: die Bindung zu den Figuren.





Helena hat gerade zu Beginn mit einer „Ich bin anders als die anderen“-Attitüde brilliert, die ich grundsätzlich kritisch sehe und die auch oft mit Vorurteilen und Abwertungen einherging. Sie ermittelt nach weiteren Informationen bezüglich des Todes ihrer Schwester, geht dabei aber oft leichtsinnig, moralisch fragwürdig und egoistisch vor. Sie nutzt die Kontakte, die sie hat, schamlos aus (hust, Malia)- wobei sie eigentlich immer betont, sich an diesem Punkt von der High Society zu unterscheiden.

Jess ist irgendwie ein Fragezeichen in meinem Kopf. So, wie er beschrieben wird, kommt er manchmal nicht bei mir an. Ich schätze seine direkte, ehrliche Art durchaus und seine Loyalität seinem Bruder gegenüber, sehe in ihm dennoch keinen Bookboyfriend, wenn ich ganz ehrlich bin.

Generell hatte ich das Gefühl, die Geschichte hat sich im Kreis gedreht- manche Sätze wurden immer wieder betont (z.B. Jess „ich hasse New York“) sodass es mich irgendwann ermüdet hat. Auch die Zeitlinie war für mich deshalb paradox: es zog sich, gleichzeitig wurde mir aber zu schnell von der großen Liebe gesprochen. 

Auch der Cliffhanger hat seine Wirkung bei mir nicht entfalten können, da ich eben nicht genügend emotional involviert war.
Ich weiß, dass dieses Buch ein Herzensprojekt von Lena Kiefer ist. Deswegen möchte ich es an der Stelle nicht schlechtreden, sondern einfach damit schließen: dieses Buch war nicht mein Buch. Ich wollte es so gerne lieben, doch es hat mein Herz nicht berühren können- was nicht heißt, dass es nicht das eines anderen erreichen kann🫣

Bewertung:
3 von 5 Sternen 
August 16, 2022 No Kommentare

Die "Midnight Chronicles" konnten mich von Anfang an begeistern- mit einer Version der uns bekannten Welt, die vor Überraschungen und besonderen Wesen nur so wimmelt, einem gleichzeitig aber total familiär und dadurch greifbar ist; mit den Charakteren, die einem mit jedem Band mehr ans Herz wachsen und sich in den Bänden abwechseln, sodass die Freude, Roxy und Shaw in jedem ungeraden Band wiederzusehen, umso größer ist; und ihren Plots und grandiosen Spannungsbögen, die einen nur so durch die Seiten fliegen und einen atemlos zurücklassen. Das und noch viel mehr sind die "Midnight Chronicles" für mich.

Der dritte Teil, "Dunkelsplitter", geschrieben von Bianca Iosivoni und somit wieder aus der Sicht von Roxy und Shaw, konnte mich gerade zum Ende hin wieder vollkommen von sich überzeugen. Die 1. Hälfte des Buches wies für mich ein paar Schwächen und Längen auf, war viel ruhiger, als ich es eigentlich von der Reihe gewöhnt war, aber das Ende...- das Ende hat mich absolut unvorbereitet getroffen und somit das Ruder wieder vollkommen herumgerissen. Plottwists, die ich nicht hatte kommen sehen, lassen mich bis heute über den Fortgang der Reihe grübeln, und der Cliffhanger wurmt mich wirklich- ich habe keine Ahnung, wie ich es aushalten soll, nun monatelang auf den 5. Band zu warten!




Informationen zum Buch:

Titel: Midnight Chronicles-Dunkelsplitter, Autorin: Bianca Iosivoni, die gesamte Reihe in Zusammenarbeit mit Laura Kneidl, Seitenzahl: 431, Verlag: LYX, Altersempfehlung: ab 16 Jahren, ISBN: 978-3-7363-1348-4, Datum der Ersterscheinung: 25.08.2021, Ausgabeformat: Paperback; Genre: Romantasy


Meinung:

Der Schreibstil war gewohnt angenehm- man kann durch die Seiten fliegen, es fühlt sich authentisch und lebensnah an, man findet ohne Probleme in die Story und hat auch direkt einen Draht zu Roxy und Shaw, die mir beide als Charaktere sehr sympathisch sind. Vollkommen menschlich, selbst Handlungen, die ich selbst nicht so getan hätte wie sie, sind aus ihrer Sicht heraus plausibel. Ich mag die Chemie zwischen den Beiden, wie sie sich gegenseitig ergänzen, wie stark ihre Freundschaft ist. Und ich denke, es ist kein Geheimnis oder Spoiler angesichts der beiliegenden Illustration, wenn ich verrate, dass auch ein bisschen knisternde Romantik zwischen den beiden aufbrandet- die nachvollziehbar vorbereitet und aufgebaut wurde und somit absolut organisch und echt wirkt. Die illustrierte Szene ist eine meiner liebsten der ganzen Reihe, unglaublich magisch und berührend, ich denke, es ist eine dieser Momente, die man nicht so schnell vergisst.  Mühelos kann zwischen der leisen Romantik und der lauten Spannung gewechselt werden, und auf künstliches Drama wird weitesgehend verzichtet, da die Geistermission genügend Herausforderungen für die beiden bereithalten. Roxys abweisendes Verhalten hielt meiner Meinung nach zu lange an und hat mich irgendwann etwas genervt, da es aber nicht bis zum Ende durchgezogen worden ist, kann ich darüber ganz gut hinwegsehen. 

Geistergeschichten üben allgemein eine besondere Faszination auf mich aus, dementsprechend gerne mag ich den Fantasyaspekt in diesem Band. Roxy muss die Seelen, die sie befreit hat, zurück in die Unterwelt befördern, was sie quer durch Europa führt. Prinzipiell mag ich, wie die Schauplätze immer wieder wechseln, wobei besonders in Prag ein längerer Stop eingelegt wird. Offen gestanden war mir diese Sequenz sogar zu lang- eine ganze Weile hat es sich immer um dieselbe entflohene Seele gehandelt, die für die Handlung zuständig war, und auch, wenn sich dieser Fall in einem recht interessanten Showdown zugespitzt hat, hat sich dieser Aspekt für mich etwas in die Länge gezogen. Generell war die 1. Hälfte, wie bereits angedeutet, deutlich ruhiger, hatte an mehreren Stellen ein paar Längen, auf die ich hätte verzichten können. Zwischenzeitlich musste ich mich etwas motivieren, an dem Buch weiterzulesen, was ich von den Midnight Chronicles so eigentlich nicht gewöhnt bin.

Aber dann.

Aber dann kam das Ende. Und in Retrospektive denke ich, dass es von Bianca Iosivoni sehr clever gelöst war, die erste Hälfte so ruhig zu gestalten, da das Ende dadurch viel mehr Gewicht erhalten hat und einen noch stärker getroffen hat.

Generell, das gesamte letzte Drittel hat für mich das Buch noch einmal so richtig lesenswert gemacht. Es kam ein erster großer Plottwists, und ich war schon zufrieden, die Handlung für den nächsten Band war gesichert. Aber insbesondere das Finale hat mich dann endgültig abgeholt. Der nächste Band verspricht, sehr, sehr spannend zu werden. Es wurde etwas durchgezogen, was ich für Bücher dieser Art recht ungewöhnlich ist, wie ich finde- ohne an dieser Stelle zu viel zu Spoilern, aber oftmals scheinen die Autoren davor doch zurückzuschrecken- und ich liebe, wie Bianca Iosivoni es sich getraut hat, uns als Leser schweben und im Dunkeln tappen lässt.



"Dunkelsplitter" hat mich mit einem Gefühlscocktail zurückgelassen. Eine Prise Fassungslosigkeit über die Ereignisse, Neugier, Zufriedenheit, eine Spur Enttäuschung über den Anfang, aber umso mehr Freude, dass die Reihe weiter auf so hohem Niveau fortgeführt worden ist und mich auch die restlichen Bände herbeifiebern lässt. Ich bleibe trotz der kleinen Kritiken bei meiner Meinung: lest diese Reihe! Lasst euch auf Shaw und Roxy ein, begleitet sie auf ihrer rasanten Reise und lasst euch genauso verzaubern, wie ich es getan habe. Ein rundherum rundes Buch, das ich mit einem Lächeln in mein Regal schieben werde.

Bewertung: 

3,5 bis 4 Sterne von 5.


Herzlichen Dank an den LYX-Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


Oktober 04, 2021 No Kommentare

 Die Midnight Chronicles- schon weit vor ihrem Erscheinen war ich vollkommen aufgeregt, was diese Reihe mit den schönen Covern so auf sich hat und ob sie hält, was ich mir von ihr verspreche. Und nach zwei Teilen kann ich nun mit Fug und Recht behaupten: ja, das tut sie!

Denn bereits Teil 1, "Schattenblick" von Bianca Iosivoni, in dem wir Roxy und Shaw bei Geisteraustreibungen verfolgt haben, hat mir sehr gut gefallen. Teil 2, "Blutmagie" von Laura Kneidl hat mich aber noch atemloser lesen lassen, die Seiten sind dahin geflogen, die Ereignisse überschlugen sich- und gerade zum Ende hin saß ich aufrecht im Bett, weil ich gar nicht schnell genug lesen konnte. Was mich jedoch leider etwas enttäuscht hat war die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Cain und Warden- aber dazu später mehr.



Informationen zum Buch:

Titel: Midnight Chronicles- Blutmagie, 2. Teil der Reihe "Midnight Chronicles"; Autorin: Laura Kneidl; Erscheinungsdatum: 24.02.2021, Seitenzahl: 431; Genre: Romantasy; Verlag: LYX; Preis: 14,90€;  ISBN: 978-3-7363-1347-7


Meinung:

Wie oben bereits angedeutet hab ich diesen Teil ziemlich inhaliert. Der Schreibstil ist locker und flüssig, man hat definitiv die Möglichkeit, schnell durch dieses Buch zu kommen, obwohl das Worldbuilding an sich nicht vollkommen trivial ist und durchaus Aufmerksamkeit erfordert. Die Handlungen und Szenerien sind detailliert beschrieben, verlieren sich aber nicht in Nichtigkeiten oder langgezogenen Beschreibungen. Die Mischung aus der Übernatürlichen Welt der Vampire, Geister und Hexen einerseits und dem Setting Edinburgh andererseits hat für mich einen besonderen Reiz- Urban Fantasy at its best. 

Denn das ganze Universum der Midnight Chronicles gefällt mir wirklich gut. Ich mag, wie fein das Übernatürliche in unsere alltägliche Welt eingebunden ist und sich so durchaus realistisch anfühlt, das Gefühl erzeugt, dass in den Schatten unseres Alltags vielleicht eine andere Welt lauern kann. Ebenso, wie die übernatürlichen Wesen einige menschliche Eigenschaften aufweisen- egal ob in Aussehen oder Verhaltensweise. Man kann sich sowohl mit ihnen als auch mit dem Alltag der Hunter und Huntress identifizieren und so ohne Probleme in die Welt eintauchen.

Vampire sind grundsätzlich etwas, um das ich in Büchern gerne ein Bogen mache- die meisten Geschichten, die sich um sie ranken, fand ich meist sehr abgedroschen und klischeehaft, irgendwie zu platt oder fast schon billig, aber in diesem Fall haben ich das nicht so empfunden. Natürlich gibt es einige Klischees, aber gerade so viele, wie man braucht, um Vampire noch als solche klassifizieren zu können. An manchen Stellen habe ich fast mit ihnen sympathisiert (Phinneas, Leute), an anderen war ich angewidert, schockiert und hellwach- eine sehr ausgewogene Mischung für Antagonisten. 

Laura Kneidl spielt mit den Emotionen. Sie zieht Morde durch, die einem im Leserherz wehtun, da auch "welche von den Guten" sterben oder schwer verletzt werden- und das kann man nicht als selbstverständlich ansehen. Vielleicht ist das eine masochistische Anwandlung, aber dass das allgemein bekannte Gerechtigkeitssystem stellenweise aufgebrochen wird und die heile Welt vielleicht Kratzer kriegt finde ich wahnsinnig aufregend. So konnte ich jederzeit mitfiebern und mitbangen, da ich mich nicht auf mein "am Ende sind alle glücklich"-Gefühl verlassen konnte- denn man kann sich nie sicher sein. Es hält das Interesse am Buch absolut aufrecht, es ist abwechslungsreich und süchtigmachend. 

Jedoch muss ich sagen, dass mir Cain und Warden nicht so sehr liegen wie Roxy und Shaw. Ich könnte weder Cain noch Warden wirklich klar charakterisieren- mir fehlt ein bisschen das Gewisse Etwas. Cain ist cool, stark, mutig mit einer weichen Seite, keine Frage, aber dennoch etwas farblos. Auch Warden ist kein noch nie dagewesener Charakter- was für mich jetzt keinen Einfluss auf die Gesamtbewertung des Buches hat, dennoch hätte ihm ein bisschen mehr Charisma nicht geschadet. Auch war die Erzählstimme der beiden sehr ähnlich, sodass ich mehrfach darüber gestolpert bin, wer gerade eigentlich spricht- was auch nicht weiter schlimm war, da ich viel zu sehr auf die Handlung konzentriert war.

 Anders als in "Schattenblick" spielte hier die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten eine mindestens so große Rolle wie die Handlung drumherum und war eng damit verflochten. An sich gefällt mir diese direkte Verbindung zwischen Romance und Fantasy ziemlich gut, zumal sie sehr plausibel war und das eine das andere ergänzte, dennoch habe ich einige wenige Kritikpunkte bezüglich der Geschichte zwischen Cain und Warden. Der zeitliche Verlauf davon war mir ab einem gewissen Punkt nicht mehr ganz ersichtlich- irgendwie überstürzt, eine Schlüsselszene kam wie aus heiterem Himmel und ein Sinneswandel war nicht ganz nachvollziehbar für mich. Um nicht zu Spoilern gehe ich nicht weiter darauf ein, aber das hat Warden für mich etwas unglaubwürdiger gemacht- spätestens ab diesem Punkt wusste ich nicht mehr, wie viel Glauben ich seinen Worten schenken sollte oder ob er einfach nur furchtbar launisch ist. 

Die Auflösung hat mich überrascht, ich bin selbst nicht auf diese Idee gekommen und fand sie in Retrospektive wirklich sinnvoll. Es hat die Punkte miteinander verbunden, ein bisschen Sinn gestiftet und für einen kleinen Mindblowmoment gesorgt. Auch hier wurde wieder mit den Gefühlen des Lesers gespielt, generell der Aufhänger der gesamten Handlung der restlichen zwei Drittel des Buches hat mich ganz schön umgehauen und mich in seinen Sog gezogen.

Alles in einem kann ich also eine klare Empfehlung aussprechen. Ich mag die Midnight Chronicles wirklich gerne, mag, dass sich die beiden Autorinnen abwechseln und man sich immer eine lange Zeit im Voraus auf die Fortführung der beiden Geschichten freuen kann.

"Blutmagie" überzeugt mit seiner stürmischen und abwechslungsreichen Handlung, dem flüssigen Schreibstil und dem Spiel mit den Gefühlen. Eine bittersüße Qual, die ich jederzeit wieder lesen würde!

Bewertung: 

4,5 von 5 Sternen


Herzlichen Dank an den LYX-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die tollen Goodies dazu!

April 08, 2021 No Kommentare

Die Midnight Chronicles habe ich wirklich sehr lange herbeigesehnt. Gleich sechs Teile eine neuen Reihe, von zwei meiner absoluten Lieblingsautorinnen bei meinem Lieblingsverlag- es war einfach absolut unfassbar und ich weiß auch noch genau, wie sehr ich mich gefreut habe, als mich "Schattenblick", der erste Teil, geschrieben von Bianca Iosivoni, erreicht hat- das war ein pures Glücksgefühl, das mich in diesem Moment durchströmt hat und noch immer denke ich daran, wenn ich dieses Buch in die Hand nehme. Und zu diesem puren Glücksgefühl gesellen sich nun gute Erinnerungen an die Geschichte selbst- denn auch, wenn ich anfangs etwas gebraucht habe, um in die Geschichte zu finden, so hat es meine Erwartungen nicht enttäuscht und mir schöne Lesestunden bereitet.





I N H A L T: 

Er hat keine Vergangenheit. Sie keine Zukunft. 
Der Auftakt der Midnight Chronicles
449 entflohene Seelen. 449 Tage, um sie zurück in die Unterwelt zu schicken. Roxy weiß, dass ihre Mission so gut wie unmöglich ist. Dass sie jetzt auch noch ein Auge auf den mysteriösen Shaw haben soll, der von einem Geist besessen war und seitdem keinerlei Erinnerungen an seine Vergangenheit hat, passt ihr daher gar nicht. Vor allem weil das Kribbeln zwischen ihnen mit jedem Augenblick, den sie miteinander verbringen, heftiger wird. Und das ist nicht nur für Roxys Herz gefährlich - sondern auch für ihr Leben...

(Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/romantische-fantasy/midnight-chronicles-schattenblick/id_7726758)


I N F O R M A T I O N E N   Z U M   B U C H


Titel: Midnight Chronicles- Schattenblick (Teil 1 der Reihe "Midnight Chronicles", Autor: Bianca Iosivoni (Laura Kneidl), Genre: Romantasy/Romantische Fantasy, Verlag: LYX,  Seitenanzahl: 448, Erscheinungsdatum: 26.08.2020 , ISBN: 978-3-7363-1277-7, Preis: 14,90 €


M E I N E   M E I N U N G

Roxy ist eine freie Huntress in London. Gemeinsam mit ihren anderen Hunterkollegen versucht sie, entflohene Seelen, Geister und andere Wesen wieder in die Unterwelt zu verfrachten und damit die Menschheit vor dem Unheil zu befreien und zu bewahren, dass die Wesen mit sich bringen. Zugegebenermaßen bin ich ein großer Liebhaber von Geschichten über Geister und entflohene Seelen. Es übt einen besonderen Reiz auf mich aus, da es noch bei weitem nicht so abgegriffen ist, wie andere Fantasyelemente und somit viel Potenzial bietet. Bianca Iosivoni hat das Übernatürliche für mein Empfinden sehr angenehm mit der "normalen Welt" verknüpft. Die Elemente aus beiden Welten haben sich die Hand gereicht, ohne, dass eine Seite zu aufdringlich war. Das "echte Leben" trifft auf Roxys mehr oder minder geheimes Leben und ihre Tätigkeit bei Nacht. Dadurch war es sehr einfach, sich mit ihr und ihrem Leben zu identifizieren und bot, gerade auch im Hinblick auf das Knistern zwischen Roxy und Shaw die Möglichkeit, die Entwicklungen nachzuvollziehen, jedoch mit einem gewissen Extra, was die Story aufregender und interessanter gemacht hat.

Der Schreibstil von Bianca Iosivoni ist mir mittlerweile sehr vertraut und ich mag es sehr, wie locker und alltäglich sie über die Dinge berichtet, wodurch es immer sehr einfach ist, der Geschichte zu folgen und durch die Seiten zu fliegen. Zwar mag ich ihren Schreibstil in Kombination mit einer reinen New Adult Geschichte etwas lieber, da manche Gespräche für mich nicht ganz in das Genre gepasst haben, dennoch mag ich die Art und Weise, wie sie Dinge erzählt und sich in Personen hineinversetzt. 

Mit Roxy musste ich lange Zeit erstmal warm werden, denn ich bin nie richtig aus ihr schlau geworden. Sie ist distanziert, gleichzeitig aber auch immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und neuen Bekanntschaften, wenn auch manchmal nur für eine Nacht. Sie ist verfressen und wenn es um Nachtische geht geradezu verspielt, gleichzeitig jedoch hart und recht kühl. Mir hat ihr Humor etwas gefehlt, denn das ist es, was Bianca Iosivonis Bücher sonst eigentlich immer auszeichnet (ich erinnere mich da sehr positiv an "Feeling Close to you"!). Auch Shaw, der eigentlich immer wieder einige Sprüche geklopft hat, konnte mich nicht wirklich zum Schmunzeln bringen, was ich schade finde- denn das hätte das Buch für mich noch einen Tacken besser gemacht.

Ich mag den Handlungsverlauf in Relation zur erzählten Zeit. Es war nicht zu überstürzt, manchmal fast eher zu langsam, denn gerade zu Beginn des Buches wusste ich nicht, wohin die Geschichte eigentlich möchte, was mit Roxy und Shaw passieren wird und wie alles miteinander verbunden ist. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung vorne weg greifen, weswegen ich an dieser Stelle nicht allzu viel über das Ende sagen kann, aber das Mysterium dröselt sich langsam auf und Roxy Verhalten und ihre Art ergeben immer mehr Sinn. Auch Shaw fügt sich immer weiter in das Gesamtkonstrukt ein und erarbeitet sich seinen Platz im Geschehen- und im Herzen des Lesers. Denn im Gegensatz zu Roxy ist er mir sofort sehr viel sympathischer gewesen und war offen und ehrlich. Das Ende hat einen auf jeden Fall etwas leer zurückgelassen, ich weiß, dass ich definitiv den nächsten Teil lesen muss. Die Stränge- Roxy Bruder Niall, die entflohenen Seelen, das, was mit ihrer Mentorin geschehen ist- alles fügt sich in ein Bild zusammen und löst die Situation zunächst schlüssig. Auch das zwischen Shaw und Roxy entwickelt sich realistisch, nicht zu überstürzt, fügt sich gut in das Bild ein, ohne zu Aufdringlich zu sein. Der Fokus wechselt sehr angenehm zwischen den zwischenmenschlichen Beziehungen und der Arbeit als Hunter und den drohenden Gefahren und alles ist gespickt von vielen interessanten, aufregenden und kribbelnden Momenten.

Generell schätze ich die Welt, die Bianca Iosivoni und Laura Kneidl erschaffen haben, sehr wert. Ich mag die verschiedenen Huntergattungen, die Wesen, die Besonderheiten jedes einzelnen, die verschiedenen Blicke und alles andere, was zum Hunteruniversum gehört. Es ist zwar nichts, was einem vom Hocker reißt, aber es ist einfach sehr nett und sehr angenehm und interessant zu verfolgen. Die Nebencharaktere runden das Bild ab und sind allesamt abwechslungsreich und dennoch perfekt aufeinander abgestimmt, sodass es einfach angenehm ist, mehr oder minder ein Teil der Gemeinschaft zu werden.

Alles in einem mochte ich "Schattenblick" also wirklich sehr sehr gerne. Ich mochte die Welt, in der es spielt, sympathisiere mit den Charakteren und habe mich in dem zeitlichen Verlauf sehr wohlgefühlt. Das Ende hat mir sehr viel Freude auf den nächsten Band gemacht und ich kann es kaum erwarten, noch weitere fünf male in das von Bianca Iosivoni und Laura Kneidl geschaffene Universum eintauchen zu dürfen!


Bewertung: 4 von 5 Sternen 


Von Herzen vielen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung dieser grandiosen Bloggerbox!❤️

September 26, 2020 No Kommentare
"Truly" war eines der Bücher, auf das ich mich am allermeisten gefreut habe dieses Jahr. Ava Reed ist mir nicht nur als Bloggerin schon vor langer Zeit ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Bücher haben immer wieder Teile meines Herzens berührt, die sonst von Worten nur selten erreicht werden. Ihre Bücher- immer voller Gedanken und liebevoller Worte- gehen unglaublich tief, ohne einem außerhalb der eigenen Komfortzone zu begegnen.
Und auch genau das findet man wieder in "Truly", einen Schreibstil, der wunderschön detailliert und malerisch ist, mit so vielen Gedanken, Ängsten und Gefühlen gespickt, das ein hohes Maß an Authentizität erreicht wird. Vielleicht hätte in diesem Buch auf der Handlungsebene mehr passieren können- doch die Geschichte von Andie und Cooper fühlte sich echt an. Wie das reale Leben, in dem es eben nicht immer auf die ganz großen Gesten ankommt. Sondern um all die unausgesprochenen Worte und Taten, die zeigen, wie sehr man einen Menschen liebt. Die kleinen Dingen, die zeigen, die man vielleicht nicht schafft in Worte zu fassen, weil einem so viel im Wege steht- die Ängste, die Vergangenheit. Das Leben.



Inhalt:

Wenn meine Welt stillsteht, dreht sich deine dann weiter?
Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

entnommen von: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/truly/id_7542470?ver=LYX&etcc_cmp=Special%2FProgrammvorschau%20LYX_Truly&etcc_plc=Landingpage&ir_name=Special%2FProgrammvorschau%20LYX


Meinung:
Andie und Cooper waren authentisch und perfekt unperfekt. Andie hatten ihren eigenen Stil, ihren Ordnungstick, der sie herrlich echt gemacht hat. Ein Mädchen, das sich nicht hat unterkriegen lassen, aber eher stiller, dennoch intelligent und einigermaßen zielstrebig ist. Manchmal war sie mir zu farblos- aber es passte zu ihr. Sie ist eben ganz anders als ihre beste Freundin June, die immer sagt, was sie denkt und auch sonst zu Übersprungshandlungen neigt. Ich muss ehrlich sagen, dass sie nicht ganz mein Fall ist- sie ist mir zu viel. Mason hingegen, der Besitzer der Bar, in der Andie arbeitet, ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere gewesen. Dementsprechend doll freue ich mich auf "Deeply"!
Aber kommen wir zurück zu Cooper. Er war mir etwas zu mysteriös muss ich zugeben und lange Zeit hatte ich Probleme, hinter seine Fassade zu schauen. Ich fand seine Angst etwas zu durchschnittlich. Das klingt jetzt so böse in Anbetracht der grausamen Tatsache, die jener zu Grunde liegt, aber es ist leider ein New Adult Klischee, das dieses Buch nicht gebraucht hätte. Es hat mich einfach nicht umgehauen- und das finde ich schade. Demensprechend mag ich ihn, habe aber mein Herz leider nicht an ihn verloren (es gehört Mason. Ich geb's zu).


Generell ist mir, wie bereits zu Beginn erwähnt, auf der Handlungsebene etwas zu wenig passiert. Ich mochte die Szenen aus dem Club unglaublich gerne und hätte mir davon mehr gewünscht. Ich bin niemand, der auf das große Drama steht, aber ein bisschen mehr hätte der Geschichte nicht geschadet. Aber wie gesagt, dadurch wurde das Buch für mich unglaublich authentisch. Denn sind wir mal ehrlich, die meisten New Adult Geschichten sind echt oft sehr weit von der Realität entfernt. "Truly" beweist, dass es auch anders geht. Eine Liebesgeschichte, leicht und simpel, die genau damit überzeugt. Dennoch gab es für mich zu wenig Kommunikation zwischen Andie und Cooper. Die beiden mochten sich, ohne groß miteinander gesprochen zu haben. Es gab da diese Anziehung, aber die Kommunikation lief viel über ihre extrovertierteren Freunde ab. Das hat mich gestört. Denn es ist wenig passiert, und diesen Raum hätte man gut mit Gesprächen füllen können.




Der Schreibstil von Ava Reed ist aber einfach unglaublich toll. Besonders zu Beginn des Buches war ich ganz verzückt von den Worten, die sie gefunden hat, um Andies Umgebung zu beschreiben. Alles zeichnete sich deutlich vor meinem inneren Auge ab und immer wieder gab es Zitate, die ich mir gemerkt habe, da sie so alltagstauglich sind und Dinge beschreiben, die jeder kennt- nur in einem Wortkonstrukt, das niemand besser bauen kann als Ava.


Jedoch hätte ich mir größere Unterschiede zwischen den Erzählperspektiven von Andie und Cooper gewünscht. Cooper hatte eine ähnliche "innere Stimme" wie Andie, was mich manchmal irritiert hat. Natürlich neigt man schnell dazu, die beiden anzugleichen, trotzdem hat mich das etwas gestört. Auch, dass die explizite Szene hintereinander zweimal erzählt wurde- nur einmal aus ihrer und einmal aus seiner Perspektive- hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Ganz allgemein kam mir die Szene zu spät, sodass ich auch ganz auf sie hätte verzichten können. Denn so wirkte es leider ein bisschen wie ein Punkt auf einer To-Do-Liste, den man noch abhaken muss, um das Genre vollkommen zu erfüllen. Nicht schlecht geschrieben, aber generell nicht wichtig für mich.


Fazit: Grundsätzlich empfehlenswert. Gerade jetzt für den Sommer eine leichte Lektüre für Zwischendurch, die mit ihrer Authentizität und dem Schreibstil voller Gedanken und schöner Zitate überzeugt. Man darf jedoch weder große Plottwists, noch viele Dialoge zwischen den Protagonisten oder Drama erwarten. Aber all das hat seinen Reiz, der definitiv nicht unterschätzt werden sollte.

Juni 27, 2020 No Kommentare
Die "Again-Reihe" ist für mich so viel mehr als nur eine Buchreihe. Sie ist ein zweites zu Hause. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man niemals wieder loslassen möchte. Die Ansammlung wunderbarer Liebesgeschichten, jede einzelne voller Gefühl und Liebe, ohne jemals zu klischeehaft oder plakativ zu wirken. Dementsprechend waren die Erwartungen an "Dream again" hoch. Doch das, was ich nicht, für möglich gehalten habe, ist geschehen: dieser Teil der Reihe hat die anderen übertroffen und wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben.





Klappentext:
Sie haben den Glauben an ihr Glück verloren – doch gemeinsam lernen sie wieder zu träumen 
Jude Livingston ist am Boden zerstört: Ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, ist geplatzt. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen – und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren … 
Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/dream-again/id_7633721

Informationen zum Buch:

Titel: Dream again (Teil #5 der Again-Reihe) - Verlag: LYX - Preis: 12,90 € - Genre: New Adult - Ausgabeform: Paperback- Seitenanzahl: 472 - EVT: 23.03.2020 - Altersempfehlung: ab 16 Jahren - ISBN: 978-3-7363-1187-9





Meinung:

Jude und Blake waren ein absolutes Herzenspaar von mir. Beide waren so kaputt- nicht negativ gemeint, sondern einfach vom Leben gezeichnet. Gescheitert, von sich selbst enttäuscht worden. Sie mussten sich Fehler eingestehen, waren nicht unfehlbar. Aber genau das hat sie so liebenswürdig gemacht- sie waren perfekt unperfekt. Ich musste beim Lesen des Buches immer an die Analogie von zwei Scherben denken, die sich wieder zusammensetzen und dadurch perfekt ergänzen. Und ich finde noch immer, dass es das wirklich gut trifft.

Jude ist grundsätzlich lebensfroh, jedoch ist ihre Zeit in L.A. als Schauspielerin wirklich unschön geendet, weswegen sie eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Dennoch ist sie ein wahnsinnig offener und herzlicher Mensch, der schnell Vertrauen gewinnt und versucht, darauf zu achten, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld, besonders Blake, wohlfühlen.
Blake ist Sportler und durch die Trennung und andere Geschehnisse in seinem Leben etwas verbittert. Dennoch verbirgt sich unter der harten Schale ein enorm toller Kern- einer meiner absoluten Herzensprotagonisten, da er nicht idealisiert ist, sondern Gefühle zeigt und verschweigt, aber wenn er sich öffnet, unglaublich viel Herzensgüte und Fürsorge offenbart.



Die beiden waren schon einmal ein Paar, doch ihre Trennung war verbunden mit viel Schmerz, Wut und unausgesprochenen Worten. Zwischen ihnen standen so viele Dinge, die besonders den Anfang der Geschichte prägten und auch nie ganz vergessen wurden. Ohne zu redundant zu wirken, wurde immer mal wieder die alten Wunden aufgerissen, ohne zu lange darin herumzustochern. Vergangenheit und Zukunft haben sich auf angenehme Art und Weise miteinander vermischt und sich ergänzt. 

Es gibt einige Dinge, die man letztlich bei jedem Buch der Again-Reihe lobend hervorheben kann und ich werde auch niemals müde, dies zu tun. Ich liebe das Setting. Woodshill ist wirklich eine Art zweites Zuhause geworden, da ich schon so viele wunderbare Lesestunden dort verbracht habe und es wahnsinnig lebhaft und real für mich geworden ist. Was würde ich dafür geben, einmal mit einem heißen Karamell Latte über den Campus schlendern zu dürfen.
Die Charaktere in ihrer Gesamtheit sind toll. Ich habe mich immer sehr über die Szenen gefreut, in denen man ein Wiedersehen mit den Protagonisten der anderen Bücher hatte. Ich werde nie genug von ihnen bekommen und habe auch bei ihnen alle das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Eine reale fiktive Welt zu erschaffen, die dem Leser praktisch in Fleisch und Blut übergeht, ist sicherlich keine einfache Aufgabe, doch Mona Kasten hat es gemeistert.

"Dream again" ist sicherlich kein Buch, in dem man die größte Spannung oder Highschool Drama erwarten darf. Wer danach sucht, ist hier vielleicht falsch, doch ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen. Denn es ist absolut lesenswert!
 Die Geschichte wirkt auf mich erwachsener als andere Teile der Reihe. Dadurch, das Blake und Jude beide schon einiges mit sich herumschleppen und sich mehr oder minder so durch das Leben boxen, ist es sicherlich nicht so humorvoll wie "Trust again", in dem Spencer immer einen kessen Spruch auf den Lippen hatte. Doch das macht den Charakter dieses Buches aus- tiefgehend, emotional, aber nicht erdrückend oder deprimierend.

Dadurch, dass Jude und Blake sich schon von früher kennen, bereits im Teenageralter befreundet und letztlich ein Paar waren, baute die Geschichte auf einer weniger oberflächlichen Basis auf. Generell mag ich in Liebesgeschichten, wenn sich die Paare vorher schon kennen, beste Freunde oder zumindest im selben Freundeskreis sind. Dadurch baut ihre ganze Beziehung zueinander auf viel tieferen Dingen auf als der anfänglichen Attraktivität. Blake und Jude verbindet viel, verdammt viel, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, mit einem wirklich realistischen Zeitverlauf. Die Handlung wirkte nicht überstürzt, sondern war authentisch und die Stimmungsänderungen waren nachvollziehbar erklärt und nicht aus der Luft gegriffen.

 Man wurde immer mehr Teil der Geschichte, fieberte mit, hatte das Gefühl, alles mitzuerleben. Ich habe das Ende des Buches unglaublich in die Länge gezogen- schlicht und ergreifend, weil ich es nicht über mich gebracht habe, mich von Blake und Jude zu trennen. Ich war einfach noch nicht bereit, Woodshill und der "Again-Reihe" den Rücken zu kehren, da "Dream again" ja der vorerst letzte Teil der Reihe ist. Und nur, weil ich es jetzt beendet habe, heißt es nicht, dass ich mit der Reihe oder dem Buch abgeschlossen habe- ich glaube, so ganz werde ich es nicht schaffen (und auch nicht wollen!), Woodshill hinter mir zu lassen.

Insgesamt also wirklich eine absolute Herzensempfehlung von mir. Ohne großes Drama überzeugt dieses Buch mit einer tiefgehenden Liebegeschichte zwischen zwei Charakteren, die vom Leben gezeichnet sind, perfekt unperfekt sind und die so viel mehr verbindet als nur eine körperliche Anziehungskraft. 

Bewertung:
5 von 5 Sterne, von ganzen Herzen

Mai 05, 2020 No Kommentare
Bianca Iosivoni konnte mich schon mit einigen ihrer Bücher überzeugen. Obwohl es chronologisch nicht richtig war, habe ich als erstes "Feeling close to you" gelesen und durfte dort Callie schon einige Male als Parkers beste Freundin erleben. Dadurch war ich sehr gespannt auf ihre und Keiths Geschichte. Zwar konnten mich die Beiden nicht so sehr überzeugen und begeistern wie Teagan und Parker, dennoch bin ich nach einigen Startschwierigkeiten zum Ende hin doch noch mit der Geschichte warm geworden.




Inhalt:
Keith und Callie verbinden viele Dinge- die wenigsten davon sind jedoch positiv. Denn die beiden sind Stiefgeschwister- doch nachdem Callies Vater gestorben ist, für dessen Tod Keith verantwortlich ist, hat dieser die Stadt verlassen und allem den Rücken gekehrt- Callie, ihrer Familie, dem Scherbenhaufen, den er hinterlassen hat und den Erinnerungen an die Geschehnisse. Callie konnte Keith all das niemals verzeihen- obwohl sie alles über die Jahre verdrängt hat und aufgrund des hohen Lernpensums ihres Medizinstudiums auch keine Zeit hatte, Gedanken an Keith zu verschwenden, sorgt er nach wie vor für ein aufregendes Kribbeln in ihrem Bauch. Denn nicht nur Callie verbringt ihren Sommer zu Hause- auch Keith kehrt nach 7 Jahren in die Stadt zurück. Doch die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart...



Meinung:

Zu Beginn hatte ich wirklich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Ich konnte mich nicht wirklich für Keith und Callie erwärmen. Denn als Charaktere waren sie mir in den ersten Kapitel leider beide ziemlich unsympathisch. Callie hatte einen zu stark erzwungenen Humor, war sehr verschlossen und schwer einzuschätzen. Ihre Gefühle ergaben für mich einfach keinen Sinn und sie war leider ziemlich engstirnig. Sie hat sich sehr an dem Hass gegenüber Keith festgeklammert, hatte aber gleichzeitig immer dieses Kribbeln in ihrem Bauch, was für mich einfach nicht vereinbar war, da sie darauf beharrte, die einzige zu sein, die die Lage wirklich korrekt und nicht verblendet beobachtet- was letztlich nicht der Fall war.
Keith war für meinen Geschmack zu arrogant und fast schon etwas narzisstisch. Er war sehr von sich überzeugt und hat seinen Charme auf eine provokante Art demonstriert, die mir leider missfiel. Sind die Beiden aufeinandergetroffen, gab es stellenweise Situationen, die unangenehm zu lesen oder peinlich waren.
Glücklicherweise hat sich das jedoch mit der Zeit gelegt, sodass ich nach einigen Kapiteln doch eine Bindung zu Keith und Callie aufbauen konnte.

Insgesamt waren es mir aber einfach zu viele Handlungsstränge und Probleme, die irgendwie vereinbart werden mussten, sodass meiner Ansicht nach die Authentizität etwas darunter gelitten hat. Denn dass die Beiden Stiefgeschwister sind und Gefühle füreinander empfinden, die nichts mit familiärer Liebe zu tun haben, bietet schon alleine genügend Zündstoff für ein gesamtes Buch, da sich daraus viele familiäre und gesellschaftliche Skandalmomente ergeben. Darüberhinaus war Keith aber auch noch für den Tod ihres Vaters verantwortlich, was auch wieder alleine eine ausreichende Basis für einen Roman gewesen wäre. Zusätzlich hat sie ihm aber auch bis heute nicht verziehen und hat ihn 7 Jahre lang nicht gesehen- auch das wäre wieder alleine genug gewesen. Doch all diese Handlungsstränge und noch ein paar kleinere Nebenstränge wurden in diesem Buch vereint, sodass es stellenweise schwierig war, den Überblick zu behalten und sich vollkommen in die Situation hineinfühlen zu können.
Ich habe mich einfach lange Zeit gefragt, wie Bianca Iosivoni das alles überzeugend beenden und vereinen möchte- doch letztlich war ich positiv überrascht von der Lösung. Das Ende war nicht direkt zu erwarten und hat meiner Ansicht nach das Buch passend abgeschlossen. Es hat mich zufriedengestellt- was ich lange Zeit wirklich nicht mehr erwartet hatte.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es war anschaulich beschrieben, dennoch flüssig zu lesen. Als Leser war man das gesamte Buch über von Callies subjektiver Ansicht der Dinge abhängig, da es keine Perspektivwechsel gab- was für mich den Reiz dieses Buches ausmachte. Denn so hatte man als Leser die Möglichkeit, zwischen den Zeilen Hinweise und Informationen zu sammeln und sich fernab von Callies stellenweise ziemlich irrationalen Sichtweise ein eigenes Bild zu schaffen. Denn einige Dinge hat sie im Strudel ihrer Emotionen schlicht und ergreifend übersehen oder fehlinterpretiert- ihre hohe Emotionalität und Ehrlichkeit, besonders zum Ende hin, gaben einem die Möglichkeit, etwas objektiver auf Keith und die Geschehnisse zu blicken. Dadurch stiegen auch die Sympathien für Keith und Callie.



Denn da mir die Beiden zu Beginn nicht gefielen, konnte mich ihre Entwicklung sehr überzeugen. Callie wurde im Laufe des Buches immer ehrlicher und ernster, was mir in der Hinsicht gefallen hat, dass sie nicht mehr versuchte, krampfhaft lustig zu sein. Sie hat Dinge analysiert und in Beziehung zueinander gestellte und hat sich mehr und mehr von ihrer Engstirnigkeit befreit- sie wurde objektiver und freier, da sie stellenweise wirklich in sich selbst gefangen. Sie machte Zugeständisse und zeigte Schwächen, wurde einfach immer authentisch.
Bei Keith habe ich eine ähnliche Beobachtung gemacht. Er entfernte sich von seiner Arroganz und den ständigen Provokationen und wurde offener, ehrlicher und fürsorglicher, womit er immer mehr zum perfekten Gegenstück von Callie wurde. Es gab einige wirkliche schöne und tiefgreifende Momente zwischen den Beiden, die mich gerade zum Ende hin mehr und mehr berühren konnten.

Die Geschichte war an sich voller Schmerz, doch das Buch hat einen nicht heruntergezogen, und genau das habe ich daran gemocht. Denn viele Geschichten mit schweren Themen können sehr deprimierend sein- "Finding back to us" hat einen den Schmerz vor Augen geführt und er war omnipräsent, er erklärte aber Callies verworrene Gefühlslage unglaublich gut und machte die Liebe zu Keith bittersüß, ohne einen traurig zu machen. Dementsprechend war das Buch sehr hoffnungsvoll und gab einem ein gutes Gefühl- es gibt immer noch schöne Momente im Leben, auch wenn die Zeit vielleicht nicht alle Wunden heilt, wie Callie irgendwann sagte.

Lobend hervorheben möchte ich zum Schluss noch die Nebencharaktere. Stella, Keiths Mutter und folglich Callies Stiefmutter hat ihre Mutterrolle sehr überzeugend übernommen, war verständnis- und liebevoll, gleichzeitig aber auch sehr vernünftig. Callies kleine Schwester Holly fand ich stellenweise zwar etwas anstrengend, dennoch war ihre temperamentvolle Art sehr erfrischend im Gegensatz zu Callie, die verhältnismäßig ernst ist. Parker, Callies bester Freund und Hauptcharakter aus "Feeling close to you" ist und bleibt einfach mein Lieblingscharakter aus den beiden Büchern- er hat einfach dieses gewisse Etwas an sich, was Keith meiner Meinung nach etwas gefehlt hat. Sein Humor und sein ganzes Auftreten hat für mich einige Stellen des Buches enorm aufgewertet. Zu guter Letzt sollte jedoch auch Braden nicht unerwähnt bleiben- er ist Polizist und spielt immer mal wieder eine Rolle. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass sie ihr Herz an ihn verliert- denn er hatte ähnlich wie Parker dieses Gewisse etwas, diesen authentischen Charme ohne Arroganz.



Alles in einem ist das Buch also durchaus empfehlenswert. Eine bittersüße Liebesgeschichte mit einer schwierigen Thematik, die jedoch so gut behandelt worden ist, dass sie einen nicht herunterzieht. Gleichzeitig waren es jedoch zu viele Handlungsstränge, sodass es schwierig wurde, sich auf die Charaktere und ihre gemeinsame Geschichte vollkommen einzulassen.

Bewertung:

3,5 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
April 03, 2020 No Kommentare

Bianca Iosiovoni konnte mich bereits durch die "First-Reihe" von sich überzeugen und hat mich mit ihrem Schreibstil und ihren Geschichten begeistern können. Dementsprechend klar war für mich, dass ich "Feeling close to you" lesen musste und habe dem Buch lange entgegengefiebert, wodurch ich gewisse Erwartungen an dieses Buch hatte. Und ihre Geschichte hat meine Erwartungen vollends erfüllt, wenn nicht sogar noch übertroffen.
 Ich habe dieses Buch mitten in der Nacht beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte und spürte danach das Gefühl dieser unendlichen Leere, das einen beschleicht, wenn man ein wunderbares Buch beendet hat und man einfach nur noch zurück in die Handlung möchte, um noch mehr Zeit in der Szenerie zu verbringen. 






Inhalt:

Parker ist einer der bekanntesten Streamer und hat sich über die Jahre eine große Community voller von ihm begeisterten Gamern aufgebaut. Er ist erfolgreich und gut in dem, was er tut. Dementsprechend erschrocken war er, als ein Spieler namens "TRGame" ihn eines nachts vor den Augen von Tausenden Zuschauern in Guild Wars mehrere Male komplett fertig gemacht hat. Parker, ganz erhitzt und aufgebracht von den Niederlagen, möchte herausfinden, welcher Gamer sich hinter diesem Namen versteckt und stellt ihn zur Rede. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um ein Mädchen handelt. Dass es sich dabei um Teagan handelt- das Mädchen, das schon bald sein Herz nicht nur in einem Spiel höher schlagen lassen wird...




Meinung:

Zugegebenermaßen stand ich der Thematik des Gamings zu Beginn der Geschichte skeptisch gegenüber. Ich wusste nicht, was genau mich erwartet, da eine solche Thematik tatsächlich schnell nach hinten losgehen kann- es wirkt schnell so, als sei es zu sehr gewollt, ein Buch zu schreiben, dass den Zeitgeist beinhaltet und auf angesagte Themen anspricht, einfach nur der Aktualität wegen. Doch ich persönlich empfand die Thematik als gut recherchiert- ich hätte nie gedacht, dass mich Gaming in einem Buch so abholen könnte. Es war unkonventionell und spannend, die Spiele, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte, haben mich mitgerissen und voller Spannung habe ich verfolgt, wie Teagan und Parker sich gegenseitig fertig machen. 

Außerdem war ich unglaublich dankbar darüber, mal eine thematische Abwechslung zu genießen. Das Buch war nicht klischeehaft, sondern einfach mal anders- Teagan ist nicht das typische Vorstadtmädchen, das bald Literatur auf einer pittoresken Universität studieren wird, sondern jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht. Sie ist selbstständig und kümmert sich um ihre Dinge. Sie weiß, was sie will und hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie ist selbstbewusst und hat Humor- alles Eigenschaften, die mir an ihr wirklich gut gefallen haben. Sie hat sich nicht schnell von anderen Menschen beeinflussen lassen und war nicht naiv, sondern hat den Tatsachen ins Auge gesehen, ohne sie zu beschönigen. Und eine solche Charakterin war eine willkommene Abwechslung. Zwar war sie mir auf den ersten Seiten für meinen Geschmack etwas zu rebellisch und zu direkt, sodass ich etwas abgeschreckt von ihr war, doch mit der Zeit konnte sich mich vollends von sich überzeugen.



Parker war der perfekte männliche Gegenpart dazu und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er war mir von Anfang an sympatisch- ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber er strahlte eine angenehme Portion Selbstsicherheit aus und hatte einfach dieses gewisse Etwas, das man manchmal nicht in Worte fassen kann. Er hat einen tollen Witz, eine grandiose Ausstrahlung, ist fürsorglich und herzensgut. Er schleppt einiges mit sich herum, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, sondern ist weiterhin so fröhlich und aufgeweckt, dass es einfach Spaß gemacht hat, Dinge über ihn und sein Leben zu lesen. Auch seine Mitbewohner in der WG und seine beste Freundin Callie, die Hauptcharakterin von "Finding back to us" ist, haben wunderbar mit ihm harmoniert und ihn zu einem noch tolleren Protagonisten gemacht.

Ich habe die Konversationen zwischen Teagan und ihm immer gerne verfolgt.
Am Ende einiger Kapitel gibt es nämlich immer wieder Passagen, in denen Chatverläufe zwischen Teagan und Parker eingebunden werden. Im Allgemeinen bin ich ein Fan davon, in Büchern Chatverläufe zu verfolgen- die Seiten fliegen dabei nur so dahin und für mich persönlich erhöht es immer den Authentizitätsgrad, sofern es gut gemacht ist. Es gibt einem das Gefühl, etwas Persönliches von den Protagonisten in den Händen zu halten und live dabei zu sein. Und da die Beiden einen guten Humor haben und wunderbar harmonieren, war es immer eine große Freude, zu lesen, wie sie miteinander schreiben.



Der Plot an sich hat mir auch gut gefallen. Ihr erstes 
Zusammentreffen war zwar nicht ganz, wie ich es mir  erwünscht hatte, da es mich persönlich nicht ganz abgeholt und es sich etwas unauthentisch angefühlt hat, dennoch steigert es die Sympatien für Parker auf jeden Fall. Die Momente zwischen den Beiden waren einfach toll- es fühlte sich  im Großen und Ganzen echt an und nicht so dick aufgetragen. Die Handlung war nicht zu stark sexualisiert, die Beziehung der Beiden basierte auf viel tiefgreifenderen Dingen. Auch das Ende konnte sich dort einreihen- es war nicht idealisiert, sondern auf eine angenehme Art und Weise realistisch. 

An einer Stelle hatte ich kurz die Sorge, dass Parker ein Verhalten einschlägt, dass mir nicht gefällt. Denn dann wäre sein Verhalten nicht nachvollziehbar gewesen- glücklicherweise hat sich dieser Moment der Sorge aber schnell gelegt, da er es doch anders erklärt und somit für mich verständlicher und nachvollziehbarer gemacht hat. Der Rucksack, den er mit sich herumschleppt, ist schwer- und der Grund dafür ist gut eingebunden worden, ohne es zu stark in den Mittelpunkt zu rücken oder zu leichtfertig und übereilt darüber hinweg zu gehen. 


Fazit:

Alles in einem hat mich "Feeling close to you" begeistert. Das Buch triefte nicht vor Kitsch und Klischees, sondern überzeugte mit seinem klaren und authentischen Plot, den interessanten Thematiken und dem wunderbaren Zusammenspiel der Protagonisten. Besonders für Fans von "Cinder&Ella" geeignet, denn die Geschichte hat mich in so vielen Punkten an mein absolutes Herzensbuch erinnert, ohne eine billige Replikation zu sein. 



4,5 von 5 Sternen 


Vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

März 22, 2020 No Kommentare
"Someone Else" hat mir geboten, was ich mir bei "Someone New" so sehr gewünscht und dort so vermisst habe. Authentizität, eine ausgewogene Geschichte und Charaktere mit einem höheren Identifikationsfaktor haben dieses Buch besonders gemacht- wenn ich zunächst auch einige Startschwierigkeiten bei dem Buch hatte.




Das Cover und der Klappentext luden mich dazu ein, der Reihe eine weitere Chance zu geben- und ich bin mehr als froh es getan zu haben. Denn Dinge, die ich bereits in "Someone New" geliebt habe, sind geblieben- Laura Kneidels grandioser Schreibstil zum Beispiel. Sie ist in der Lage, gefühlvoll und authentisch zu schreiben. Es las sich sehr flüssig, beinhaltete detaillierte Beschreibungen, ohne unnötige Informationen zu nennen. Die Geschichte war schlicht, aber dennoch ausgeschmückt und voller Tiefe. Die Wortwahl unterstrich Cassies Art und Gemüt, war also auf die Protagonistin passgenau abgestimmt.

Denn auch Auri und Cassie als Protagonisten konnten mich letztlich überzeugen. Anfangs wurde ich mit den beiden nicht wirklich warm. Cassie und Auri sind sehr gegensätzlich- und genau das war der Konflikt des Buches, so schien es mir. Immer wieder wurde darauf eingegangen, dass ihre Unterschiede der Grund dafür seien, dass sie kein Paar sind. Doch viel entscheidender war doch, dass die beiden Freunde sind- beste Freunde- und die Bewegung in eine romantischere Beziehung viele Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringt.
 Anfangs fehlte mir genau dieser Aspekt. Cassie hat sich meiner Meinung nach viel zu sehr auf Kleinigkeiten eingeschossen, in die sie eine potenzielle Verleumdung ihrer Freundschaft hineininterpretierte. Natürlich verstand ich, dass sie ein bisschen verletzt war, wenn Auri vor Footballkollegen Dinge ihrer Freundschaft negierte. Doch viel mehr sah ich den Aspekt, dass sie ihm so wertvoll ist, dass er diese Freundschaft, diese gemeinsamen Dinge, die sie verbinden, nicht für Menschen verpulvert, die kein Verständnis dafür aufbringen. Das sie sein "Geheimnis" bleibt- aber nicht, weil er nicht zu ihr steht, sondern weil er sie schützen möchte. Weil sie ihm wichtig ist. Deswegen war es manchmal für mich etwas anstrengend mitanzusehen, wie sie sich viel zu viele Gedanken gemacht hat und manches etwas dramatisiert hat- doch was mich anfangs an ihr genervt hat, brachte mich am Ende des Buches dazu, sie als Protagonistin in mein Herz zu schließen.

Denn sie war authentisch und echt. Sie hatte trotz aller Zurückhaltung und Verschlossenheit eine Persönlichkeit. Sie teilte genaue Wertvorstellungen und hatte unkonventionellere Hobbies wie LARPs oder Cosplay, die mir bisher immer sehr unbekannt waren, mich aber in dem Buch begeistern konnten. Ihre Persönlichkeit passte perfekt zu ihrem Aussehen, dass zu Auri nicht gegensätzlicher hätte sein können. Sie ist nicht wirklich ein gemischter Charakter, sondern eigentlich aufrichtig und durchweg ein guter Mensch. Was mich sonst oftmals stört aus Gründen mangelnder Originalität, hat mir hier gut gefallen. Denn Cassie war mein Ruhepol in diesem Buch. Das Herz der Geschichte, verletzlich, aber mit einem starken Willen.

Auri fand ich tatsächlich etwas eindimensionaler als Cassie. Trotz der vielen Seiten, die ich von ihm gelesen habe, habe ich immer noch das Gefühl, eine gewisse Distanz zu ihm zu haben. Seine Persönlichkeit ist etwas mysteriöser- doch ich denke, dass sein teilweise sehr inkonsistentes Verhalten die Handlung und seinen Charakter maßgeblich bestimmten. Trotzdem erfüllte er nicht jedes Footballer-Klischee- glücklicherweise, denn sonst hätte ich mich an dieser Stelle breit aufgeregt, da ich normale Footballer nicht mehr sehen kann. Es hat Auri, genau wie Cassie, etwas Besonderes, gut durchdachtes verliehen.




Die Handlung verlief zeitlich realistisch. Das Knistern zwischen den beiden habe ich nicht so stark gespürt wie damals beim LARP oder bei Julians und Micahs Geschichte in "Someone New", doch das verlieh dem Buch auch einen Hauch Seriösität. Die beiden kennen sich schon lange, wissen. woran sie beim Gegenüber sind, und genau das wurde durch diese Vertrautheit zwischen den beiden sehr deutlich. Doch ein bisschen mehr Nervenkitzel oder Knistern zwischen den beiden hätte ich mir schon gewünscht. 

Es wirkte alles sehr fließend. Cassies Ängste und Zweifel sowie Unsicherheiten im Bezug auf ihre enge Freundschaft und ihren Gefühlen zu Auri wurden deutlich, dennoch zerriss es mich als Leser nicht und hat mich nicht die ganze Bandbreite der komplizierten Beziehung fühlen lassen. Einiges war auch sehr vorhersehbar, das Ende war aber süß. Es rundete die Geschichte sehr schön ab, wenn es auch, wie alles in diesem Buch, sehr selbstverständlich und ohne großes Drama ablief- was tendenziell nicht schlecht ist, denn dadurch wurde die Handlung authentischer und realistischer. 

Wen ich an dieser Stelle aber noch lobend hervorheben muss, ist Lucien. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich mich auf seine und Alizas Geschichte in "Someone to stay" freue. Denn auch, wenn ich vor diesem Buch Lucien kaum kannte, so hat er in diesem Band mein Herz definitiv erobert. Seine Ausstrahlung, sein Auftreten trotz seiner Vergangenheit und seine Freundschaft zu Cassie fühlten sich so echt an, so bewundernswert, dass ich Lucien einfach nur mögen konnte. Ich verspreche mir von ihm eine Geschichte, die mich mitreißen wird- bewegen, zu Tränen rühren aber gleichzeitig viel Mut spenden kann. Denn er ist stark, aufrichtig und auf seine Art herzlich- der heimliche Star in diesem Buch.

Insgesamt also ein Buch, dass ich New-Adult-Lesern definitiv ans Herz legen kann. Eine süße Geschichte mit freundlichen Protagonisten, ohne großes Drama oder nervenaufreibenden Plottwists- was diesem Buch seinen ganz besonderem Charme verlieh und ihm eine hohe Authentizität verlieh. 

Insgesamt also gute 4 von 5 Sternen⭐⭐⭐⭐
Februar 08, 2020 No Kommentare

Auf "Cherish Love" von Nalini Singh hatte ich mich wirklich sehr gefreut. Das Cover sprang mir direkt ins Auge und auch der Klappentext konnte mein Interesse wecken. Desweiteren hat mich der LYX-Verlag bisher nie enttäuscht, die Bücher konnten mich bisher durchweg begeistern und fesseln. Doch ich muss gestehen: "Cherish Love" wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht.






Klappentext:

Sailor Bishop hat nur ein Ziel: ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Diesem Traum hat er sein Leben verschrieben, und er investiert seine ganze Energie und Zeit, um ihn wahr werden zu lassen. Ablenkung kann er daher absolut nicht gebrauchen- auch nicht in Form seiner neuen Auftraggeberin. Doch die schöne Ísa Rain macht Sailor unmissverständlich klar, dass sie mehr von ihm will als nur einen unvergesslichen Kuss. Viel zu lange hat sie ausschließlich das getan, was andere von ihr erwarten. Sailor muss sich entscheiden: zwischen der Frau, die sein Herz berührt wie keine andere zuvor und seinem großen Traum!

Meinung:

Das Buch konnte mich einfach insgesamt überhaupt nicht überzeugen. Was mich wohl am meisten gestört hat, waren all die expliziten Sexszenen, die den größten Teil des Buches ausmachen, denn die Handlung des Buches spielte sich überwiegend im Bett ab. Obwohl, vielleicht ist das nicht der richtige Ausdruck, denn die beiden waren.... sehr kreativ dabei, auch in allen anderen Situationen solche expliziten Szenen durchzuführen oder anzudeuten. Und sei es nur in Form von, ich zitiere, "Verbalerotik". Vielleicht liegt dort das Problem bei mir, da ich derartige Szenen größtenteils überspringe beziehungsweise überfliege, um zumindest die wörtliche Rede zwischen den Protagonisten zu lesen. Doch in diesem Buch war es technisch einfach nicht möglich, jene Szenen zu überspringen, da ich gefühlt nur wenige Seiten gelesen habe, in denen es nicht in irgendeiner Weise um die erotische Anziehung zwischen den beiden ging.

Dadurch, dass sich die Interaktion zwischen den beiden größtenteils in der Horizontalen abspielte, hatte ich insgesamt das Gefühl, dass die Beziehung der beiden an sich oberflächlich war. Getrieben waren die beiden stets von ihrem gegenseitigen Verlangen. Die ganze Handlung überschlug sich, alles ging mir viel zu schnell. Erst kannten die beiden sich überhaupt nicht richtig, haben im Grunde kein richtiges  Gespräch geführt (und ich meine dabei wahre verbale Kommunikation zum Kennenlernen, keine "Verbalerotik") und sprachen dann schon plötzlich davon, sich halsüberkopf ineinander verliebt zu haben.

 Mir fehlte einfach der Teil an Liebesgeschichten, den ich am liebsten lese. Wie zwei Menschen, die im Grunde komplett unterschiedliche Leben führen, die oftmals nicht einmal miteinander kompatibel sind, sich langsam kennenlernen. Sich Dinge anvertrauen, sich zunächst anfreunden, doch schon dieses "gewisse etwas" merken. Doch sie bauen zunächst eine enge Bindung zueinander auf, die nicht (nur) von körperlichen Begehren geprägt ist. Und genau das fehlte mir bei "Cherish Love". Dadurch, dass Isa, unsere Protagonistin, Sailor, ihrem "sexy Gärtner" und ebenfalls Protagonist, hormongesteuert um den Hals fiel, ohne vorher auch nur ein einziges Wort mit ihm gewechselt zu haben, baute die ganze Handlung von Anfang an auf einer anderen Basis auf.



Sowohl mit Isa als auch mit Sailor bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte mich nicht wirklich mit ihnen identifizieren und beide hatten Charakterzüge, die mich in irgendeiner Weise gestört haben.  Ich muss Isa loben, dass sie die "gute Seele" ihrer Familie ist. Während ihre Mutter Jacquline sehr auf ihre Arbeit fixiert war und Familie und Kinder eher vernachlässigt hat, hält Isa die Familie mit aller Kraft zusammen, wobei sie öfters auch Kompromisse eingehen und zurückstecken muss, um ihre Lieben glücklich zu wissen. 
Auch Sailor hat das Herz prinzipiell am rechten Fleck, gerade die Szenen am Ende, in denen er mit seiner Familie zusammen auftritt, konnten sein Bild bei mir etwas zurechtrücken. Nichtsdestoweniger hatte ich aber mit beiden meine Probleme, da sie sich manchmal wirklich so verhalten haben, dass ich vor Fremdscham am liebsten im Boden versunken wäre. 


Isa erwähnte zum Beispiel gerne ihre "innere Teufelin", die sie zu "verwegenen Dingen" praktisch nötigte. Diese inneren Monologe mit ihrer "Teufelin" fand ich immer ziemlich zum fremdschämen, da sie sie, natürlich, zu nur noch verwegeneren Dingen gedrängt hat. Vielleicht bin ich verklemmt oder spießig, aber die Konversationen zwischen Sailor und Isa fand ich teilweise wirklich schlimm. Wenn sie ihn auffordert, ihr "Toyboy" zu sein, dann fand ich das wirklich etwas unangebracht und eigenartig... 

Ich hatte inständig gehofft, dass das Buch irgendwann besser wird. Dass nach dem anfänglichen Begehren vielleicht irgendwann die übersprungene Kennenlernphase folgt. Aber irgendwie haben die beiden das komplett ausgelassen- vielleicht ein Zeichen wahrer Liebe, wer weiß. Zwar kamen am Ende "Seelenstriptease" der beiden, doch ihre Enthüllungen haben mich nicht so ergriffen oder schockiert, wie ich es von anderen New Adult Romanen aus dem LYX-Verlag gewöhnt bin.
Mit dem Schreibstil bin ich leider auch nicht warm geworden. Gegen die Perspektive aus der dritten Person habe ich per se nichts- aber in diesem Fall fand ich es nicht aussagekräftig genug, es war nicht wirklich lebhaft geschildert, sodass auch aus diesem Grund die Geschichte irgendwie eindimensional blieb.

~

Ich will aber nicht alles schlechtreden, denn das Buch hat durchaus gelungene Aspekte. Die Geschichte von Isas Schwester Catie, die in jungen Jahren schon viel wegstecken musste, hat dem Buch zumindest ein wenig Tiefe verliehen, da es einen schon berührt hat, was das Mädchen alles durchleben musste. Auch das Ende des Buches fand ich an sich gelungen- da kam zumindest mal ein bisschen Romantik zum Zuge, die ich im vorigen Teil vermisst habe. Auch die Exkurse zur Lebensgeschichte von Nayna, die beste Freundin von Isa, die im nächsten Teil im Vordergrund steht, habe ich interessiert verfolgt (Nayna hat sich für eine arrangierte Ehe bereiterklärt und verliebt sich nun, gegen ihren Willen, doch in den Auserwählten ihrer Eltern). Ebenfalls lobenswert fand ich das Setting, denn Neuseeland ist in New Adult Romanen tatsächlich ein eher unkonventioneller Handlungsort, es war eine erfrischende Abwechslung.

Ich hätte definitiv noch mehr zu diesem Buch zu sagen, doch ich will es nicht noch weiter in die Länge ziehen. Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen da er sich mehr auf die Libido seiner Zielgruppe verlässt, als auf irgendetwas anderes. Und auf Grundlage des Klappentextes hatte ich damit wirklich nicht gerechnet. Für Erotikliebhaber sicherlich eine gute Wahl, für mich persönlich aber leider nichts.

Trotz allem: vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Eure Ilka

September 21, 2019 1 Kommentare
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Ich bin Ilka - kreatives Fangirl, Bücherwurm, Filmmusikliebhaberin, Vanlife-Enthusiastin, Hobby-Fotografin und Bingewatcherin. Ein Mädchen mit der Liebe zu Wörtern, Büchern, Stiften und der Kreativität, die in uns allen steckt.
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