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Bastilkarton

Die Welt eines kreativen Booknerds

 Als ich auf der Fitzek-Lesung war, sagte er etwas, worüber ich schon länger nachdenke: „nicht der Plot hält uns am Lesen, sondern die Charaktere binden uns.“ Zunächst kam mir das absurd vor, aber langsam denke ich, er hat nicht ganz unrecht. Denn bei „Westwell- heavy and light“ konnte ich so viele der beschriebenen Gefühle&Situationen nicht richtig (nach-)fühlen, da eine essenzielle Sache für mich fehlte: die Bindung zu den Figuren.





Helena hat gerade zu Beginn mit einer „Ich bin anders als die anderen“-Attitüde brilliert, die ich grundsätzlich kritisch sehe und die auch oft mit Vorurteilen und Abwertungen einherging. Sie ermittelt nach weiteren Informationen bezüglich des Todes ihrer Schwester, geht dabei aber oft leichtsinnig, moralisch fragwürdig und egoistisch vor. Sie nutzt die Kontakte, die sie hat, schamlos aus (hust, Malia)- wobei sie eigentlich immer betont, sich an diesem Punkt von der High Society zu unterscheiden.

Jess ist irgendwie ein Fragezeichen in meinem Kopf. So, wie er beschrieben wird, kommt er manchmal nicht bei mir an. Ich schätze seine direkte, ehrliche Art durchaus und seine Loyalität seinem Bruder gegenüber, sehe in ihm dennoch keinen Bookboyfriend, wenn ich ganz ehrlich bin.

Generell hatte ich das Gefühl, die Geschichte hat sich im Kreis gedreht- manche Sätze wurden immer wieder betont (z.B. Jess „ich hasse New York“) sodass es mich irgendwann ermüdet hat. Auch die Zeitlinie war für mich deshalb paradox: es zog sich, gleichzeitig wurde mir aber zu schnell von der großen Liebe gesprochen. 

Auch der Cliffhanger hat seine Wirkung bei mir nicht entfalten können, da ich eben nicht genügend emotional involviert war.
Ich weiß, dass dieses Buch ein Herzensprojekt von Lena Kiefer ist. Deswegen möchte ich es an der Stelle nicht schlechtreden, sondern einfach damit schließen: dieses Buch war nicht mein Buch. Ich wollte es so gerne lieben, doch es hat mein Herz nicht berühren können- was nicht heißt, dass es nicht das eines anderen erreichen kann🫣

Bewertung:
3 von 5 Sternen 
August 16, 2022 No Kommentare

 Sophie Bichon ist eine der Autorinnen, die ich schon lange, bevor ich jemals ein Buch von ihr gelesen habe, verfolgt hatte. Und sie ist einer der wenigen Menschen, die ich als inspirierend beschreiben würde. Auf ihrem Instagram-Account teilt sie Momente aus ihrem (queeren) Leben, die mich immer wieder zum Nachdenken anregen. Mir viel über Queerness und Labels beigebracht haben, mir immer wieder vor Augen geführt haben, wie wichtig es ist, auch als straighte Person die LGBTQAI+-Community zu supporten. 

"Und ich leuchte mit den Wolken" ist ein Plädoyer an die Liebe. Ein Buch, das das Leben und die Liebe liebt, beides in all seinen Facetten aufzeigt und einem etwas von Lilous lebensbejahenden Spirit ins Herz pflanzt. Ein Buch, das für pure Akzeptanz steht, für die Liebe ohne Grenzen in einer Stadt, die genauso von der Liebe lebt wie die Geschichte der Beiden. Die Leichtigkeit des Seins, gepaart mit Freiheit, leuchtenden Wolken und Paris' einzigartigem Himmel, voller Farbe, aber auch Ernsthaftigkeit, einem Glasherzen, Verloren-Sein und Sich-finden- alles Aspekte, die sich in dem Buch wiederfinden. Ich habe vielleicht 70 Seiten gebraucht, um in der Story anzukommen, aber ab da fühlte es sich wie eine Reise in Buchform an- eine Reise nach Paris, aber auch eine Reise zu sich selbst. Denn es geht um viel mehr als nur Queerness- sondern vor allem auch das Herausfinden, was man selbst will. Was man von dem Leben für sich erwartet. Welche Dinge einen glücklich machen, welche man verfolgen möchte, ganz egal, wer oder was einen davon abhält. Ein Mutmachbuch, bis zur letzten Seite.



Informationen zum Buch:

Titel: "Und ich leuchte mit den Wolken"; Autorin: Sophie Bichon; Verlag: Heyne; Datum der Ersterscheinung: 13. April 2021; Art: Paperback; ISBN: 978-3-453-42530-9; Seitenzahl: 448


Rezension: 

Ein zentraler Aspekt, der dieses Buch prägt und besonders macht, sind die Charaktere. Mignon ist so französisch, dass es fast schon wehtut- rotes Barett, ein eleganter Fashion-Stil, artsy und modern, melancholisch und ernst, etwas unnahbar, doch tief in ihrem Inneren voller Liebe, erwachsen und bewundernswert-, aber das macht sie zu dem absolut perfekten Gegenstück zu Lilou. Die Klischees haben mich also absolut nicht gestört, was ich wirklich verwunderlich finde. Lilou ist wie ein Blütenblatt im Wind, irgendwie. Auf der Suche nach Freiheit, nach sich selbst, obwohl "sie so sehr bei sich selbst ist". Im Moment lebt, zu ihrer Queerness steht, sich in das Innere eines Menschen verliebt und somit eine so tiefe Bindung zu Menschen, Momenten und Dingen aufbaut. Die bunt ist, das Malen liebt, ihrem Herzen folgt, wie eine Sonnenblume durch die Welt streift und gute Laune verbreitet. Die aber auch ernst und mal verletzlich ist, die auch ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen hat, sich davon aber niemals herunterziehen lässt. Die mit ihren 18 Jahren zwar planlos, aber dennoch so unglaublich weise und reflektiert ist. Eine Person, die einen dazu anregt, mehr wie sie sein zu wollen- aber nicht auf eine "guck mal, ich bin besser als du"-Weise, sondern eine Art, die dich an die Hand nimmt, dich auf leisen Sohlen zu mehr Freiheit und Losgelöstheit führt. 

Der ganze Plot fühlt sich leicht und natürlich an. Wie ein Sommer in Paris, voller kleiner und großer Momente, die zum großen Ganzen führen. Voller Unsicherheiten, aber auch voller Mut. Ich habe wirklich das Gefühl, dass viel passiert ist in dem Buch- kein großes Drama oder so, sondern einfach so viel, wie in einem Leben in einer solchen Stadt passiert. Wie ein authentischer Ausschnitt aus einem Leben in einer der schönsten Metropolen Europas, magisch und prickelnd, niemals vulgär. Ich bin selbst nicht queer, also kann ich nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen, aber auf mich persönlich wirkte alles sehr authentisch und lebensnah. Echt, mit Höhen und Tiefen, greifbar. In diesem Buch ging es für mich aber auch ab einem gewissen Punkt nicht mehr um den Plot, sondern einfach um dieses leichte Gefühl beim Lesen, gespickt mit Melancholie. Die Szenerien, die so präzise beschrieben wurden, dass alles lebhaft vor meinem inneren Auge zu sehen war. Die Charakterentwicklung, wie die beiden sich gegenseitig auf positive Weise beeinflusst haben. Wie Mignon ihre Sexualität ergründete, wie mit den Themen Sexualität und Nacktheit etc generell umgangen wurde. Irgendwie sehr natürlich. 

Die Leichtigkeit in der WG, die Nebencharaktere, zu denen ich allesamt auch nochmal eine eigene Geschichte hätte lesen können, bleiben mir ebenfalls positiv in Erinnerung. Wie Band 1 schon zart mit Band 2 verknüpft wurde, wie an Träumen festgehalten wurden, während andere losgelassen wurden. Mit wie viel Präzision Sophie Bichon Gefühle und Atmosphären beschreiben kann, wie immer wieder französische Worte oder Halbsätze eingebaut wurden. Und, und, und.

Ehrlich gesagt wurde ich jetzt beim Schreiben der Rezension richtig wehmütig, sehne mich zurück nach dem Parisfeeling, der Geschichte. Nach Schriftstellerboy Benoît, der mich dazu angeregt hat, auch selbst mal mein Glück bei einem Manuskript zu versuchen und mich nicht von meinem Perfektionismus aufhalten zu lassen. Nach Lilou, die mich ebenfalls dazu ermutigt hat, einfach mal mehr zu machen und weniger zu grübeln- offen zu sein, darauf zu hören, worauf man gerade Lust hat. Nach Mignon, die mich dazu gebracht hat, bei Bildern oder Menschen nun immer nach dem rebellischen Strich zu suchen. 

Ich kann dieses Buch wirklich guten Gewissens empfehlen. Eine Own-Voice-Geschichte, die erste queere Romance überhaupt, die mich überzeugen konnte. 


Bewertung:

4,5 von 5 Sternen 

September 11, 2021 No Kommentare

 Kathinka Engel hat mich als Autorin schon lange fasziniert. Immer wieder hab ich voller Interesse ihre Instagramcaptions gelesen, in denen sie immer wieder auf sehr beeindruckende Weise sensible oder tabuisierte Themen anspricht, oft mit einer guten Prise emanzipatorischer Stärke. Dementsprechend gespannt war ich gespannt darauf, endlich einen Roman von ihr zu lesen- ganz besonders, was den Umgang mit expliziten Szenen betrifft, da dies ein Thema ist, zu dem ich in ihren Captions schon öfters interessante Blickwinkel gelesen habe. Auf Bookstagram allgemein werden ihre Bücher sehr gehyped, und nach ein paar Startschwierigkeiten kann ich nur sagen: absolut zurecht!



Informationen zum Buch:

Titel: Love is loud- ich höre nur dich; Autorin: Kathinka Engel; Verlag: Piper; Preis: 12,99 €; Erscheinungsdatum: 03.08.2020; Seitenzahl: 416; Art: Klappenbroschur/Paperback; EAN:978-3-492-06224-4


Klappentext:

Ihr ganzes Leben lang hat Franziska vorausgedacht, nichts dem Zufall überlassen. Als sie sich für ein freiwilliges soziales Jahr in New Orleans entscheidet, steht für sie fest: Wenigstens ein großes Abenteuer erleben, bevor sie einen langweiligen, aber sicheren Bürojob antritt. Nicht einmal Hugo, der alte Griesgram, um den sie sich kümmern muss, kann ihre Begeisterung trüben. Denn die laute, ungewöhnliche Stadt zieht Franziska sofort in ihren Bann. Und dann begegnet sie dem attraktiven und aufregenden Musiker Lincoln. Er lebt für den Moment, denkt nicht an morgen. Er entführt Franziska in eine Welt ohne konkrete Pläne, voller Farben, Musik und ansteckender Lebensfreude. Und auf einmal ist sie nicht mehr sicher, dass sie weiß, wie ihre Zukunft aussieht …


Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zwar leicht, dennoch hatte ich lange Zeit eine gewisse emotionale Distanz zu den Charakteren. Franziska war mir nicht auf Anhieb sympathisch muss ich gestehen- was aber durchaus gewollt war, wie ich denke. Sie war irgendwie etwas verklemmt, sich selbst im Weg, ihr overthinking konnte ich zwar durchaus sehr gut nachfühlen, dennoch wollte ich sie des öfteren gerne schütteln. Wünschte sie mir schlagfertiger, irgendwie... aktiver. Da ich aber Romane, in denen eine Deutsche in ein amerikanisches Setting geworfen wird, generell sehr liebe, mochte ich die Exposition. Ihre Gastfamilie- besonders Faye und Hugo- fand ich wahnsinnig erfrischend, haben Franzi aufgemischt und aufgelockert. Gerade Hugos sarkastisch-grisgrämisch-verquer-symapthische Art mochte ich sehr. Er war ein Farbklecks in dieser Geschichte für mich, voller Geschichten und einem großen Herzen, das er doch gerne zu verstecken versucht.

Mit Link, Franzis Love-Interest, hatte ich anfangs Probleme. Was aber vor allen Dingen eine persönliche Präferenz ist. Irgendwie habe ich sonst eher Schwierigkeiten mit diesen etwas träumerischen Künstler/Musiker-Typen, die nur in dem Moment leben und dadurch irgendwie naiv und weltfremd werden. Wie ein Abenteuer auf 2 Beinen, irgendwie oberflächlich. Doch ich verurteile mich fast dafür, dass das mein erster Eindruck von Lincoln war. Denn all das macht ihn nicht oberflächlich, sondern zu dem perfekten Gegenstück zu Franzi. Während sie ihn erdet und realistisch macht, ihm Halt und Sicherheit gibt, gibt er ihr mehr Mut, sich etwas zu trauen, koloriert ihr Leben und macht sie offener und aktiver. Und genau diesen Gegensatz, dieses Ergänzen, macht diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem.

Die Charakterentwicklungen sind gleichmäßig und realistisch, absolut nicht überstürzt. Für meinen Geschmack haben sie sich zwar fast zu schnell ineinander verliebt, aber andernfalls wäre die Entwicklung wahrscheinlich auch schleppender verlaufen. Der Plot ist jetzt nicht bahnbrechend oder voller Twists, aber linear, passend zu der sanften Atmosphäre des Buches und dementsprechend absolut in Ordnung in dieser Situation. 

Etwas ganz Besonderes für mich war das Setting. New Orleans in all seinen schillernden Facetten und Farben, mit seinen Musikern und Künstlern hat mich wirklich verzaubert. Das Flair ist absolut gut vermittelt worden, die Bars wirkten greifbar und einladend, das ganze Buch hat mir totale Wohlfühl-Vibes gegeben. Den "Frenzy"-Insider empfand ich erst als etwas cringe, habe ihn aber im Laufe der Geschichte wirklich zu schätzen gelernt- weil dahinter viel mehr steckt als nur ein Versprecher.

Generell war dieses Buch rund für mich. Anfang und Ende haben sich gut zusammengefügt und waren ein toller Indikator für die Charakterentwicklung, ich mochte, wie Gastfamilie und Franzis Freunde miteinander verbunden waren. Die Nebencharaktere waren differenziert und interessant, die expliziten Szenen tatsächlich sehr fortschrittlich- in diesem Punkt hatte ich hohe Erwartungen, da Kathinka Engel mir den Eindruck gab, sehr viel Wert auf die Vermittlung dieser Inhalte zu legen, und es passte. Die Szenen waren stellenweise an etwas außergewöhnlicheren Orten, aber durchaus voller Gefühl, mit viel Zeit und nicht überstürzt, erforschend und lernend. Es war wichtig für die Charakterentwicklung, und in solchen Fällen finde ich diese Szenen auch nicht unbedingt überflüssig. 

Insgesamt hat mir das Buch einfach ein gutes Gefühl gegeben und ich bin jetzt gerade, wo ich diese Rezension schreibe, unglaublich wehmütig, dass es schon vorbei ist. Ich vermisse die Ruhe, die Konzerte, das Lernen und Über-Sich-Hinaus-Wachsen, das Kribbeln und das Fühlen. Leseempfehlung für Menschen wie mich, die eher auf der Suche nach gefühlvolleren, tieferen Büchern ohne zu viel Traurigkeit sein. Es gab mir die "What if we..."-Vibes von Sarah Sprinz, und das ist eins der größten Komplimente, die ich aktuell einem New Adult Buch machen kann. 

September 02, 2021 No Kommentare
Während der Zeit, in der ich für die schriftlichen Abiprüfungen lernen musste, habe ich mir immer vorgenommen: "sobald du wieder die Zeit dafür hast, legst du richtige Lesetage ein und ziehst eine Reihe endlich mal wieder so richtig durch". Und für dieses Vorhaben habe ich mir eine ganz besondere Reihe vorgenommen: Die Off-Campus-Reihe von Elle Kennedy.

Wir alle kennen diese Bücher, die kollektiv gelobt werden. Die ganz Bookstagram in Ekstase versetzen und deren Hype gefühlt alle Gazetten durchflutet. Die Off-Campus-Reihe mit den passenden Spin-Offs, die ebenfalls an der Briar University spielen, ist so eine Reihe. Grundsätzlich bin ich sehr offen für Hypes und in vielen Fällen kann ich in den Chor der Lobenden miteinstimmen. Aber hier muss ich mich etwas in Zurückhaltung üben. Ich kann verstehen, warum es so ein Hype ist, aber für mich persönlich waren es keine absoluten Highlights.








Und bevor jetzt einige empört nach Luft schnappen oder direkt die Seite schließen: Leute, lasst es mich erklären, ich habe meine Gründe. Dadurch, dass sich die Bücher grundsätzlich schon sehr ähneln, mache ich an dieser Stelle mal einen Sammelpost, denn die Probleme, die ich mit dieser Reihe habe, lassen sich fast ohne Einschränkung auf jeden Teil anwenden. 

Kurzrezensionen:






The Deal: 

The Deal konnte mich noch am meisten überzeugen. Hannah ist schlagfertig und tough, hat aber gleichzeitig eine nicht einfache Vergangenheit, die an dieser Stelle recht gut aufgearbeitet wird. Eine gelungene Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, nicht zu viel Körperlichkeit von Seite 1 und schlagfertige Dialoge. Der Schreibstil ließ mich, wie aber auch in allen anderen Teilen, durch die Seiten fliegen, also durchaus Pageturner-Potenzial. 







The Mistake:

 Für mich der schwächste Teil der Reihe. Logan und Grace waren für mich etwas zu farblos, und die Exposition werde ich immer als an den Haaren herbeigezogen empfinden. Hat seine schönen Teeniefilm-Momente, aber die Erinnerungen an das Buch sind schon jetzt verblasst- nicht einmal eine Woche, nachdem ich es gelesen habe.









The Score: 

Irgendwie wurde hier Potenzial verschenkt. Dean mochte ich, seine Wandlung vom Playboy zum festen Freund war halbwegs authentisch. Allie war mir sehr sympathisch, durch ihren Exfreund Sean wurde es immer mal wieder aufregend. Die Gespräche zwischen Dean und Allie haben mir gefallen und der Plottwist am Ende hat mich tatsächlich unvorbereitet getroffen. Leider war es mir zu viel Sex, für meinen Geschmack wurde ihre Dynamik unterdrückt.









The Goal:

 Sabrina hat mich positiv überrascht, denn man versteht durch diesen Teil ihr Verhalten der Bände davor. Verwirrt hat mich hier aber vor allem am Anfang die Zeitlinie, am Ende fand ich das aber sogar ganz interessant, die Puzzleteile haben sich gefügt, auch, wenn es durch ein gewisses Ereignis zu Situationen geführt haben, die mich komisch berührten. Der Teil ist ernster und von der Stimmung und Thematik ganz anders als die anderen Teile, was ich gleichermaßen angenehm und irgendwie aber auch schade fand. 







Und hier meine 3 größten Probleme, die ich mit den Büchern hatte. 


Problem 1: Die Menge an Sex-Szenen


Prinzipiell habe ich mit expliziten Szenen absolut kein Problem. Sie sind ein essenzieller Teil von New Adult Romanen und an manchen Stellen ist es auch geradezu nötig, dass sich die Gefühle der Protagonisten endlich entladen können. Durchschnittlich gibt es davon 1 Szene pro Buch, wenn es hoch kommt vielleicht 2 oder 3. 
Aber in dieser Reihe habe ich gar nicht genug Finger an 2 Händen, um die Anzahl der Sexszenen abzuzählen. The Deal ist zumindest in der 1. Hälfte eine Ausnahme, aber irgendwann gab es auch für Hannah und Garret kein Halten mehr. The Goal wiederum hatte dann fast wieder zu wenig Sexszenen, dafür, dass der Band Teil dieser Reihe war. Und irgendwie haben die Szenen dann auch für Unterhaltung gesorgt, was mir dann auch wieder gefehlt hat... naja. 
Die Bücher beginnen mit Sex. Danach denken alle nur noch daran, dieses "einmalige Erlebnis" zu wiederholen. Wenn sie zusammen sind, wird jede Minute genutzt, um miteinander zu schlafen. Kommunikation wird dadurch irgendwie unterdrückt. Die Dialoge von Dean und Allie in "The Score" mochte ich z.B. teilweise richtig gerne, aber die Gespräche wurden gefühlt nie länger als 5 Seiten lang gezogen, bis sie wieder über Sex sprachen. Hätte ich ein Trinkspiel aus vulgären Begriffen gemacht, wäre ich sicher sehr schnell betrunken gewesen. 


Problem 2: Der redundante Plot

Man nehme: einen Eishockeyspieler, der Interesse an einem Mädchen findet, das eigentlich so gar nicht in sein Beuteschema passt. Die beiden haben ganz aus Zufall phänomenalen Sex miteinander, den der Typ- als Eishockeyspieler natürlich früher ein richtiger Aufreißer- natürlich nicht vergessen kann und ihn plötzlich zähmt und ihn dazu veranlasst, ihr nachzujagen. Denn die Dame lässt sich bitten, der arme Mann muss zappeln- zack, Räuber-Beute-System. Zack, Plot für 4 Bücher. 
In The Deal hat es noch gut gepasst, da es nicht direkt um das Stillen des sexuellen Verlangens ging. Bei The Score hatten Allie und Dean eine ganz schöne Dynamik, sodass ich es hier auch recht passend fand. Aber The Mistake war nichts für mich und hat sich irgendwie gezogen. 


Problem 3: Mangelnde Originalität


Vielleicht geht das aus den ersten beiden Problemen hervor, aber um diese Bücher Highlights zu nennen, hat mir einfach zu viel gefehlt. Der Plot war prinzipiell nichts neues, das Briar-College kein Wohlfühlort wie zum Beispiel Woodshill für mich. Die Charaktere fand ich insgesamt recht flach, die Jungs sind sich alle sehr ähnlich und auch, wenn mir die Protagonistinnen an sich ganz gut gefallen haben, hakt sich keine für immer in meinem Kopf fest. Der Schreibstil war zwar flüssig, aber eben eigentlich recht normal für New Adult Verhältnisse. Ich bin nicht wirklich ins Fangirlen gekommen, habe alles gelesen, aber es nicht so richtig gefühlt. Der letzte Funke ist leider nicht übergesprungen. Vielleicht mache ich mich hiermit unbeliebt, aber für mich war es einfach eine normale New Adult Reihe für Zwischendurch, nicht mehr, aber auch nicht weniger. 


Mai 20, 2021 No Kommentare
Kelly Oram hat mich mit "Cinder&Ella" damals vollkommen überzeugt. Dieses Buch zähle ich bis heute zu meinen absoluten Lieblingsbüchern und ich würde es auch immer wieder jedem ans Herz legen. Dementsprechend aufgeregt war ich, "V is for virigin" zu lesen, auch, wenn ich skeptisch war, was die Thematik des Buches anbelangte. Und grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen- doch besonders in Anbetracht der Debatten und kontroversen Meinungen über dieses Buch, kann ich es nicht uneingeschränkt empfehlen.







Inhalt:

Valeries Herz ist gebrochen. Ihr Freund hat sie verlassen, weil sie nicht mit ihm schlafen möchte, sondern damit bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte bei YouTube viral geht, wird die Siebzehnjährige landesweit unter dem Namen Virgin Valbekannt. Das Chaos scheint perfekt, als dann auch noch Rockstar Kyle Hamilton vor ihr steht: Der Leadsänger der Band Tralse hat es sich zum persönlichen Ziel gemacht, sie zu verführen. Doch mit einer Sache hat Kyle nicht gerechnet: Val bereitet ihm ganz schönes Herzklopfen ...

(Quelle: https://www.luebbe.de/one/buecher/junge-erwachsene/v-is-for-virgin/id_7726011)

Meinung:

Grundsätzlich hat mich das Buch unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Den Schreibstil von Kelly Oram mag ich noch immer sehr gerne, da er ermöglich, durch die Seiten nur so zu fliegen, was besonders zum Ende hin der Fall bei mir war. Das Buch hat mich nicht heruntergezogen, sondern entpuppte sich als leichte, stellenweise humorvolle Geschichte.

Mit der Thematik bin ich aber immer noch nicht wirklich warm geworden. Auch, wenn ich Valeries Vorhaben an sich verstanden habe und es auch wichtig finde, dass es Menschen wie sie gibt, die besonders jungen Leuten den Druck herausnehmen wollen, dass jeder Sex in jungen Jahren haben muss, fand ich ihre Art, wie sie ihre Aktion und ihre Entscheidung, bis zur Ehe Jungfrau zu bleiben, vermarktet und vertreten hat, stellenweise etwas widersprüchlich und nicht verständlich.
Denn wie ihr Exfreund Zach sie behandelt hat, war nicht richtig. Ihre Reaktion darauf, offen damit umzugehen, noch Jungfrau zu sein, war tough und hat viel Mut erfordert. Sie selbst hat darauf gehofft, dass Menschen sie und ihre Entscheidung vertreten, ist aber nicht allen Menschen mit dem Verständnis begegnet, wie sie es von ihnen erwartet.
Sie macht ihrer Freundin eine Szene, als diese erzählt, mit ihrem Freund geschlafen zu haben. Für meinen Geschmack hat sie den Leuten ihr eigenes Zölibat zu sehr aufgezwungen und es auch sehr plakativ gelebt. Andererseits hatte sie aber nicht einmal Verständnis für Menschen, die aus religösen Gründen auf den Sex vor der Ehe verzichten. Als ein Mädchen in ihrer Schule, Robin, die Mormonin ist, ihre Unterstützung ausdrückt, weiß Valerie es nicht wirklich zu schätzen sondern tut es damit ab, dass es ja klar sei, dass sie und ihre Gemeinde sie unterstützen, da es religiös ja nicht erlaubt sei. Was ihre Reaktion absolut nicht rechtfertigt, denn es ist noch immer eine eigene Entscheidung. Eine Entscheidung, so, wie sie sie auch getroffen hat.

Und ich fand das nicht okay. Sie war das Vorbild einer ganzen Nation, hat sich aber nicht so verhalten. Das hat sie mir unsympathisch gemacht und es mir erschwert, mich wirklich in ihre Situation hineinzufühlen. Generell hatte ich oft Schwierigkeiten, ihre Entscheidungen zu verstehen und mich mit ihr zu identifizieren. Ich empfinde sie als sehr verbissen und distanziert, manchmal humorlos, obwohl sie als eine witzige Person dargestellt wird. Sie ist strebsam in einem Maße, dass ich schon unangenehm finde und hätte mir gewünscht, dass sie etwas verletzlicher, normaler, lieber gewesen wäre. Ich weiß nicht einmal genau, woran es lag, aber gerade in Kombination mit Kyle konnte ich nicht verstehen, was er eigentlich so toll an ihr findet.
Apropos Kyle. Kyle, der Rockstar, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Valerie entgegen ihrer inneren Überzeugungen, zu entjungern, war mir auch nicht wirklich sympathisch. Erst ganz am Ende wurde mir klar, was seine Rolle in diesem Buch eigentlich ist, denn davor empfand ich ihn eher als lästig. Zudem war mir nicht klar, was für einen Reiz er auf Valerie ausgeübt hat, denn es war von vorneherein klar, dass sie mehr oder minder nur seinen Jagdtrieb weckt, er sie entjungfern möchte und sich erst dann zufrieden gibt. Kein guter Charakterzug in meinen Augen, sodass er immer etwas unten durch bei mir war.
Auch Valeries beste Freundin, Cara, hat für mich nicht das Bild einer besten Freundin erfüllt, das ich habe. Sie hat sich Val gegenüber unfair verhalten, war sehr ich-bezogen und hatte wenig Verständnis für Dinge, die nicht ihrer Meinung entsprechen. Gleichzeitig fand ich ihre Neugierde manchmal wirklich sehr anstrengend.
Dennoch mochte ich dieses Buch. Irgendwie. Denn abgesehen von all den Dingen, die in diesem Buch nicht ganz perfekt waren, so ist es dennoch noch immer eine wunderbare Coming-of-Age-Story mit einer starken Protagonistin, die sich von der Masse abhebt, dies aber ganz bewusst nutzt, um anderen Menschen in einer ähnlichen Situation wie ihrer zu helfen. Die Streitereien zwischen Kyle und Valerie sind so aufgesetzt und einige Charaktere sind mir öfters als sehr unsympathisch erschienen, doch trotzdem ist das Buch für den Sommer perfekt- leicht, locker zu lesen und mit der Kelly-Oram-typsichen Prise "Die Berühmtheit verliert ihr Herz an jemanden außerhalb seines Kreises". 

Bewertung: 3,5 von 5 Sternen








August 29, 2020 No Kommentare
"Truly" war eines der Bücher, auf das ich mich am allermeisten gefreut habe dieses Jahr. Ava Reed ist mir nicht nur als Bloggerin schon vor langer Zeit ans Herz gewachsen, sondern auch ihre Bücher haben immer wieder Teile meines Herzens berührt, die sonst von Worten nur selten erreicht werden. Ihre Bücher- immer voller Gedanken und liebevoller Worte- gehen unglaublich tief, ohne einem außerhalb der eigenen Komfortzone zu begegnen.
Und auch genau das findet man wieder in "Truly", einen Schreibstil, der wunderschön detailliert und malerisch ist, mit so vielen Gedanken, Ängsten und Gefühlen gespickt, das ein hohes Maß an Authentizität erreicht wird. Vielleicht hätte in diesem Buch auf der Handlungsebene mehr passieren können- doch die Geschichte von Andie und Cooper fühlte sich echt an. Wie das reale Leben, in dem es eben nicht immer auf die ganz großen Gesten ankommt. Sondern um all die unausgesprochenen Worte und Taten, die zeigen, wie sehr man einen Menschen liebt. Die kleinen Dingen, die zeigen, die man vielleicht nicht schafft in Worte zu fassen, weil einem so viel im Wege steht- die Ängste, die Vergangenheit. Das Leben.



Inhalt:

Wenn meine Welt stillsteht, dreht sich deine dann weiter?
Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

entnommen von: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/truly/id_7542470?ver=LYX&etcc_cmp=Special%2FProgrammvorschau%20LYX_Truly&etcc_plc=Landingpage&ir_name=Special%2FProgrammvorschau%20LYX


Meinung:
Andie und Cooper waren authentisch und perfekt unperfekt. Andie hatten ihren eigenen Stil, ihren Ordnungstick, der sie herrlich echt gemacht hat. Ein Mädchen, das sich nicht hat unterkriegen lassen, aber eher stiller, dennoch intelligent und einigermaßen zielstrebig ist. Manchmal war sie mir zu farblos- aber es passte zu ihr. Sie ist eben ganz anders als ihre beste Freundin June, die immer sagt, was sie denkt und auch sonst zu Übersprungshandlungen neigt. Ich muss ehrlich sagen, dass sie nicht ganz mein Fall ist- sie ist mir zu viel. Mason hingegen, der Besitzer der Bar, in der Andie arbeitet, ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere gewesen. Dementsprechend doll freue ich mich auf "Deeply"!
Aber kommen wir zurück zu Cooper. Er war mir etwas zu mysteriös muss ich zugeben und lange Zeit hatte ich Probleme, hinter seine Fassade zu schauen. Ich fand seine Angst etwas zu durchschnittlich. Das klingt jetzt so böse in Anbetracht der grausamen Tatsache, die jener zu Grunde liegt, aber es ist leider ein New Adult Klischee, das dieses Buch nicht gebraucht hätte. Es hat mich einfach nicht umgehauen- und das finde ich schade. Demensprechend mag ich ihn, habe aber mein Herz leider nicht an ihn verloren (es gehört Mason. Ich geb's zu).


Generell ist mir, wie bereits zu Beginn erwähnt, auf der Handlungsebene etwas zu wenig passiert. Ich mochte die Szenen aus dem Club unglaublich gerne und hätte mir davon mehr gewünscht. Ich bin niemand, der auf das große Drama steht, aber ein bisschen mehr hätte der Geschichte nicht geschadet. Aber wie gesagt, dadurch wurde das Buch für mich unglaublich authentisch. Denn sind wir mal ehrlich, die meisten New Adult Geschichten sind echt oft sehr weit von der Realität entfernt. "Truly" beweist, dass es auch anders geht. Eine Liebesgeschichte, leicht und simpel, die genau damit überzeugt. Dennoch gab es für mich zu wenig Kommunikation zwischen Andie und Cooper. Die beiden mochten sich, ohne groß miteinander gesprochen zu haben. Es gab da diese Anziehung, aber die Kommunikation lief viel über ihre extrovertierteren Freunde ab. Das hat mich gestört. Denn es ist wenig passiert, und diesen Raum hätte man gut mit Gesprächen füllen können.




Der Schreibstil von Ava Reed ist aber einfach unglaublich toll. Besonders zu Beginn des Buches war ich ganz verzückt von den Worten, die sie gefunden hat, um Andies Umgebung zu beschreiben. Alles zeichnete sich deutlich vor meinem inneren Auge ab und immer wieder gab es Zitate, die ich mir gemerkt habe, da sie so alltagstauglich sind und Dinge beschreiben, die jeder kennt- nur in einem Wortkonstrukt, das niemand besser bauen kann als Ava.


Jedoch hätte ich mir größere Unterschiede zwischen den Erzählperspektiven von Andie und Cooper gewünscht. Cooper hatte eine ähnliche "innere Stimme" wie Andie, was mich manchmal irritiert hat. Natürlich neigt man schnell dazu, die beiden anzugleichen, trotzdem hat mich das etwas gestört. Auch, dass die explizite Szene hintereinander zweimal erzählt wurde- nur einmal aus ihrer und einmal aus seiner Perspektive- hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht. Ganz allgemein kam mir die Szene zu spät, sodass ich auch ganz auf sie hätte verzichten können. Denn so wirkte es leider ein bisschen wie ein Punkt auf einer To-Do-Liste, den man noch abhaken muss, um das Genre vollkommen zu erfüllen. Nicht schlecht geschrieben, aber generell nicht wichtig für mich.


Fazit: Grundsätzlich empfehlenswert. Gerade jetzt für den Sommer eine leichte Lektüre für Zwischendurch, die mit ihrer Authentizität und dem Schreibstil voller Gedanken und schöner Zitate überzeugt. Man darf jedoch weder große Plottwists, noch viele Dialoge zwischen den Protagonisten oder Drama erwarten. Aber all das hat seinen Reiz, der definitiv nicht unterschätzt werden sollte.

Juni 27, 2020 No Kommentare
Die "Again-Reihe" ist für mich so viel mehr als nur eine Buchreihe. Sie ist ein zweites zu Hause. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man niemals wieder loslassen möchte. Die Ansammlung wunderbarer Liebesgeschichten, jede einzelne voller Gefühl und Liebe, ohne jemals zu klischeehaft oder plakativ zu wirken. Dementsprechend waren die Erwartungen an "Dream again" hoch. Doch das, was ich nicht, für möglich gehalten habe, ist geschehen: dieser Teil der Reihe hat die anderen übertroffen und wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben.





Klappentext:
Sie haben den Glauben an ihr Glück verloren – doch gemeinsam lernen sie wieder zu träumen 
Jude Livingston ist am Boden zerstört: Ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, ist geplatzt. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen – und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren … 
Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/dream-again/id_7633721

Informationen zum Buch:

Titel: Dream again (Teil #5 der Again-Reihe) - Verlag: LYX - Preis: 12,90 € - Genre: New Adult - Ausgabeform: Paperback- Seitenanzahl: 472 - EVT: 23.03.2020 - Altersempfehlung: ab 16 Jahren - ISBN: 978-3-7363-1187-9





Meinung:

Jude und Blake waren ein absolutes Herzenspaar von mir. Beide waren so kaputt- nicht negativ gemeint, sondern einfach vom Leben gezeichnet. Gescheitert, von sich selbst enttäuscht worden. Sie mussten sich Fehler eingestehen, waren nicht unfehlbar. Aber genau das hat sie so liebenswürdig gemacht- sie waren perfekt unperfekt. Ich musste beim Lesen des Buches immer an die Analogie von zwei Scherben denken, die sich wieder zusammensetzen und dadurch perfekt ergänzen. Und ich finde noch immer, dass es das wirklich gut trifft.

Jude ist grundsätzlich lebensfroh, jedoch ist ihre Zeit in L.A. als Schauspielerin wirklich unschön geendet, weswegen sie eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Dennoch ist sie ein wahnsinnig offener und herzlicher Mensch, der schnell Vertrauen gewinnt und versucht, darauf zu achten, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld, besonders Blake, wohlfühlen.
Blake ist Sportler und durch die Trennung und andere Geschehnisse in seinem Leben etwas verbittert. Dennoch verbirgt sich unter der harten Schale ein enorm toller Kern- einer meiner absoluten Herzensprotagonisten, da er nicht idealisiert ist, sondern Gefühle zeigt und verschweigt, aber wenn er sich öffnet, unglaublich viel Herzensgüte und Fürsorge offenbart.



Die beiden waren schon einmal ein Paar, doch ihre Trennung war verbunden mit viel Schmerz, Wut und unausgesprochenen Worten. Zwischen ihnen standen so viele Dinge, die besonders den Anfang der Geschichte prägten und auch nie ganz vergessen wurden. Ohne zu redundant zu wirken, wurde immer mal wieder die alten Wunden aufgerissen, ohne zu lange darin herumzustochern. Vergangenheit und Zukunft haben sich auf angenehme Art und Weise miteinander vermischt und sich ergänzt. 

Es gibt einige Dinge, die man letztlich bei jedem Buch der Again-Reihe lobend hervorheben kann und ich werde auch niemals müde, dies zu tun. Ich liebe das Setting. Woodshill ist wirklich eine Art zweites Zuhause geworden, da ich schon so viele wunderbare Lesestunden dort verbracht habe und es wahnsinnig lebhaft und real für mich geworden ist. Was würde ich dafür geben, einmal mit einem heißen Karamell Latte über den Campus schlendern zu dürfen.
Die Charaktere in ihrer Gesamtheit sind toll. Ich habe mich immer sehr über die Szenen gefreut, in denen man ein Wiedersehen mit den Protagonisten der anderen Bücher hatte. Ich werde nie genug von ihnen bekommen und habe auch bei ihnen alle das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Eine reale fiktive Welt zu erschaffen, die dem Leser praktisch in Fleisch und Blut übergeht, ist sicherlich keine einfache Aufgabe, doch Mona Kasten hat es gemeistert.

"Dream again" ist sicherlich kein Buch, in dem man die größte Spannung oder Highschool Drama erwarten darf. Wer danach sucht, ist hier vielleicht falsch, doch ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen. Denn es ist absolut lesenswert!
 Die Geschichte wirkt auf mich erwachsener als andere Teile der Reihe. Dadurch, das Blake und Jude beide schon einiges mit sich herumschleppen und sich mehr oder minder so durch das Leben boxen, ist es sicherlich nicht so humorvoll wie "Trust again", in dem Spencer immer einen kessen Spruch auf den Lippen hatte. Doch das macht den Charakter dieses Buches aus- tiefgehend, emotional, aber nicht erdrückend oder deprimierend.

Dadurch, dass Jude und Blake sich schon von früher kennen, bereits im Teenageralter befreundet und letztlich ein Paar waren, baute die Geschichte auf einer weniger oberflächlichen Basis auf. Generell mag ich in Liebesgeschichten, wenn sich die Paare vorher schon kennen, beste Freunde oder zumindest im selben Freundeskreis sind. Dadurch baut ihre ganze Beziehung zueinander auf viel tieferen Dingen auf als der anfänglichen Attraktivität. Blake und Jude verbindet viel, verdammt viel, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, mit einem wirklich realistischen Zeitverlauf. Die Handlung wirkte nicht überstürzt, sondern war authentisch und die Stimmungsänderungen waren nachvollziehbar erklärt und nicht aus der Luft gegriffen.

 Man wurde immer mehr Teil der Geschichte, fieberte mit, hatte das Gefühl, alles mitzuerleben. Ich habe das Ende des Buches unglaublich in die Länge gezogen- schlicht und ergreifend, weil ich es nicht über mich gebracht habe, mich von Blake und Jude zu trennen. Ich war einfach noch nicht bereit, Woodshill und der "Again-Reihe" den Rücken zu kehren, da "Dream again" ja der vorerst letzte Teil der Reihe ist. Und nur, weil ich es jetzt beendet habe, heißt es nicht, dass ich mit der Reihe oder dem Buch abgeschlossen habe- ich glaube, so ganz werde ich es nicht schaffen (und auch nicht wollen!), Woodshill hinter mir zu lassen.

Insgesamt also wirklich eine absolute Herzensempfehlung von mir. Ohne großes Drama überzeugt dieses Buch mit einer tiefgehenden Liebegeschichte zwischen zwei Charakteren, die vom Leben gezeichnet sind, perfekt unperfekt sind und die so viel mehr verbindet als nur eine körperliche Anziehungskraft. 

Bewertung:
5 von 5 Sterne, von ganzen Herzen

Mai 05, 2020 No Kommentare
Nica Stevens hat die Angewohnheit, mich mit ihren Büchern positiv zu überraschen. Denn bei "Morgen wirst du bleiben" war ich vollkommen begeistert von der ungeahnten Tiefgründigkeit und Unkoventionalität, die sich im Laufe der Geschichte offenbarte. Auch "Midnightsong" konnte mich in einem Maße begeistern, dass ich nicht erwartet habe. Eine sommerlich leichte, lockere Liebesgeschichte, die ich wirklich empfehlen kann.





Allgemeine Informationen:

Titel: Midnightsong- Es begann in New York | Autor: Nica Stevens |Verlag: Carlsen | Genre: Liebesroman | ISBN: 978-3-551-31852-7  |Seitenanzahl: 336 | Ausgabeformat: Softcover/Paperback | Erscheinungsdatum: | Preis: 13,00 €

Inhalt:

Lynns Leben verändert sich schlagartig, als die berühmte Band "Reanimation" aufgrund einer riesengroßen Fanansammlung in dem Cafe ihrer Schwester Emily landet. Auch wenn ihr die Situation total unangenehm ist und sie sich am liebsten der Szenerie entziehen würde, kommt sie mit dem Sänger der Band, Ryle, ins Gespräch. Der Besuch im Café endet schnell, doch die Beiden können sich so schnell einfach nicht vergessen...




Meinung:

Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Einerseits war ich mal wieder von dem Schreibstil von Nica Stevens begeistert. Denn sie schreibt sehr flüssig und ohne übertriebene Details, sodass man sich wirklich in die Protagonistin hineinfühlen kann, dennoch aber ohne weiteres das Buch schnell und ohne große Verzögerungen lesen kann. Besonders der Anfang hat mich überzeugt, da ich direkt mitten im Geschehen war und nicht erst meine Zeit brauchte, um mich in der Welt zurechtzufinden. Die Charaktere fühlten sich direkt ungewohnt vertraut an und die Exposition war spannend und aufregend, sodass ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht und gar nicht aufhören konnte, zu lesen. Es war nicht daran zu denken, das Buch zur Seite zur legen, und so war ich direkt im Bann dieses Buches.


Gleichzeitig hat mich der Plot mitgerissen. Das Buch konnte überzeugen auch ganz ohne übertriebenes Drama, explizite Szenen oder plakative Tiefgründigkeit. Die Geschichte beinhaltete die perfekte Balance zwischen Band- und Tourleben und Privatleben. All das wurde überzeugend vereint, es wurde zwischen gemeinsamen und "einsamen" Szenen gewechselt, wodurch der Zwispalt von Lynn zwischen den beiden Welten überzeugend zum Ausdruck gebracht wurde. Die Geschehnisse haben mich immer mal wieder überrascht und haben unerwartete Wendungen genommen, die einen zwar nicht komplett vom Hocker gehauen haben, dennoch aber dafür gesorgt haben, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Stellenweise war es mir fast schon zu viel heile Welt- auf Probleme und Sorgen ist nicht immer wirklich eingegangen worden und gerade ein Konflikt ist sehr schnell aus der Welt geräumt worden, was in der Realität vielleicht nicht ganz so einfach ist. 



Dennoch hat das dem Buch keinen Abbruch getan- ich mochte den Wohlfühlcharakter, den dieses Buch hat. Es deprimiert einen nicht, sondern hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Ich bin immer wieder gerne in die Handlung zurückgekehrt und fand es schade, als ich Ryle und Lynn verabschieden musste.



Was mich zu den Charakteren bringt, die mir allesamt zugesagt haben. Ryle hatte keinen übertriebenen oder provokanten Charme, war nicht arrogant oder verbittert. Seine sympathische, menschliche Art fernab der Medienpräsenz um ihn erklärten für mich, dass Lynn ihr Herz an ihn verloren hat. Es war nachvollziehbar, was sie gefühlt hat und wirkte ziemlich authentisch. Lynn hätte für meinen Geschmack noch gerne ein bisschen mehr Humor haben können, was für mich den Umgang mit den Jungs auch noch unterhaltsamer gestaltet hätte, doch ihre stille, verantwortungsvolle und zurückhaltende Art mit dieser hohen Begeisterungsfähigkeit für die Welt um sie herum und die Fotografie machten sie sympathisch und real. Ich empfand sie als relativ durchschnittlich, was im Kontrast zu Ryle, der ein normaler Mensch mit einem abnormalen Beruf war, hervorragend gepasst hat. Die Jungs, also die anderen Bandmitglieder von "Reanimation", waren meine persönlichen Favoriten aus dem Buch. Sie hatten Humor, haben gut mit Lynn, Ryle und den anderen harmoniert und konnten mich gut unterhalten. Immer wieder musste ich über ihre Wortwechsel schmunzeln, da sie mir allesamt unglaublich sympathisch waren. Ich wäre wirklich sehr interessiert daran, noch mehr Teile aus der Reihe zu lesen und mehr über die Lebens- und Liebesgeschichten der anderen zu erfahren.


Das Ende hat das Buch perfekt abgerundet. Es war zwar erwartbar aber dennoch unerwartet, was die Geschichte schön abgeschlossen hat. Man konnte die Beiden mit einem guten Gefühl verlassen und ich für meinen Teil war glücklich damit, wie Nica Stevens es gelöst hat.

Was ich zuletzt noch lobend hervorheben möchte, ist, dass Nica Stevens in ihren Büchern immer einen Bezug zu dem Titel herstellt. Oftmals geht der Zusammenhang zwischen Titel und Geschichte im Laufe anderer Bücher nicht wirklich hervor, doch bei ihr gibt es immer klare Referenzen. Dadurch finde ich es immer wieder spannend, herauszufinden, welcher Zusammenhang diesmal besteht, und der Titel erinnert mich nun immer an die Situation zwischen den Beiden, in dem der Titel das erste Mal erklärt wurde. Was wiederum dafür sorgt, dass ich mich gerne an das Buch und seine Handlung erinnere, wann immer ich es in meinem Regal stehen sehe.

Insgesamt eine wirklich schöne Geschichte für Zwischendurch. Vielleicht überzeugt es nicht mit einer unglaublichen Tiefgründigkeit, aber genau das hat das Buch für mich so perfekt gemacht. Der jugendliche, unverbrauchte Charakter, das leichte Gefühl beim Lesen und die abwechlsungsreiche Handlung haben das Buch für mich zu einem angenehmen Leseerlebnis gemacht. Sehr empfehlenswert!


Bewertung:

4,5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐☆


Herzlichen Dank an den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und für die Bloggerbox mit den wundervollen Goodies, die mich überraschend erreicht hat! Das Buch und die Backmischung haben mir viele tolle Lesestunden bereitet!













April 09, 2020 No Kommentare

Bianca Iosiovoni konnte mich bereits durch die "First-Reihe" von sich überzeugen und hat mich mit ihrem Schreibstil und ihren Geschichten begeistern können. Dementsprechend klar war für mich, dass ich "Feeling close to you" lesen musste und habe dem Buch lange entgegengefiebert, wodurch ich gewisse Erwartungen an dieses Buch hatte. Und ihre Geschichte hat meine Erwartungen vollends erfüllt, wenn nicht sogar noch übertroffen.
 Ich habe dieses Buch mitten in der Nacht beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte und spürte danach das Gefühl dieser unendlichen Leere, das einen beschleicht, wenn man ein wunderbares Buch beendet hat und man einfach nur noch zurück in die Handlung möchte, um noch mehr Zeit in der Szenerie zu verbringen. 






Inhalt:

Parker ist einer der bekanntesten Streamer und hat sich über die Jahre eine große Community voller von ihm begeisterten Gamern aufgebaut. Er ist erfolgreich und gut in dem, was er tut. Dementsprechend erschrocken war er, als ein Spieler namens "TRGame" ihn eines nachts vor den Augen von Tausenden Zuschauern in Guild Wars mehrere Male komplett fertig gemacht hat. Parker, ganz erhitzt und aufgebracht von den Niederlagen, möchte herausfinden, welcher Gamer sich hinter diesem Namen versteckt und stellt ihn zur Rede. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um ein Mädchen handelt. Dass es sich dabei um Teagan handelt- das Mädchen, das schon bald sein Herz nicht nur in einem Spiel höher schlagen lassen wird...




Meinung:

Zugegebenermaßen stand ich der Thematik des Gamings zu Beginn der Geschichte skeptisch gegenüber. Ich wusste nicht, was genau mich erwartet, da eine solche Thematik tatsächlich schnell nach hinten losgehen kann- es wirkt schnell so, als sei es zu sehr gewollt, ein Buch zu schreiben, dass den Zeitgeist beinhaltet und auf angesagte Themen anspricht, einfach nur der Aktualität wegen. Doch ich persönlich empfand die Thematik als gut recherchiert- ich hätte nie gedacht, dass mich Gaming in einem Buch so abholen könnte. Es war unkonventionell und spannend, die Spiele, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte, haben mich mitgerissen und voller Spannung habe ich verfolgt, wie Teagan und Parker sich gegenseitig fertig machen. 

Außerdem war ich unglaublich dankbar darüber, mal eine thematische Abwechslung zu genießen. Das Buch war nicht klischeehaft, sondern einfach mal anders- Teagan ist nicht das typische Vorstadtmädchen, das bald Literatur auf einer pittoresken Universität studieren wird, sondern jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht. Sie ist selbstständig und kümmert sich um ihre Dinge. Sie weiß, was sie will und hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie ist selbstbewusst und hat Humor- alles Eigenschaften, die mir an ihr wirklich gut gefallen haben. Sie hat sich nicht schnell von anderen Menschen beeinflussen lassen und war nicht naiv, sondern hat den Tatsachen ins Auge gesehen, ohne sie zu beschönigen. Und eine solche Charakterin war eine willkommene Abwechslung. Zwar war sie mir auf den ersten Seiten für meinen Geschmack etwas zu rebellisch und zu direkt, sodass ich etwas abgeschreckt von ihr war, doch mit der Zeit konnte sich mich vollends von sich überzeugen.



Parker war der perfekte männliche Gegenpart dazu und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er war mir von Anfang an sympatisch- ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber er strahlte eine angenehme Portion Selbstsicherheit aus und hatte einfach dieses gewisse Etwas, das man manchmal nicht in Worte fassen kann. Er hat einen tollen Witz, eine grandiose Ausstrahlung, ist fürsorglich und herzensgut. Er schleppt einiges mit sich herum, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, sondern ist weiterhin so fröhlich und aufgeweckt, dass es einfach Spaß gemacht hat, Dinge über ihn und sein Leben zu lesen. Auch seine Mitbewohner in der WG und seine beste Freundin Callie, die Hauptcharakterin von "Finding back to us" ist, haben wunderbar mit ihm harmoniert und ihn zu einem noch tolleren Protagonisten gemacht.

Ich habe die Konversationen zwischen Teagan und ihm immer gerne verfolgt.
Am Ende einiger Kapitel gibt es nämlich immer wieder Passagen, in denen Chatverläufe zwischen Teagan und Parker eingebunden werden. Im Allgemeinen bin ich ein Fan davon, in Büchern Chatverläufe zu verfolgen- die Seiten fliegen dabei nur so dahin und für mich persönlich erhöht es immer den Authentizitätsgrad, sofern es gut gemacht ist. Es gibt einem das Gefühl, etwas Persönliches von den Protagonisten in den Händen zu halten und live dabei zu sein. Und da die Beiden einen guten Humor haben und wunderbar harmonieren, war es immer eine große Freude, zu lesen, wie sie miteinander schreiben.



Der Plot an sich hat mir auch gut gefallen. Ihr erstes 
Zusammentreffen war zwar nicht ganz, wie ich es mir  erwünscht hatte, da es mich persönlich nicht ganz abgeholt und es sich etwas unauthentisch angefühlt hat, dennoch steigert es die Sympatien für Parker auf jeden Fall. Die Momente zwischen den Beiden waren einfach toll- es fühlte sich  im Großen und Ganzen echt an und nicht so dick aufgetragen. Die Handlung war nicht zu stark sexualisiert, die Beziehung der Beiden basierte auf viel tiefgreifenderen Dingen. Auch das Ende konnte sich dort einreihen- es war nicht idealisiert, sondern auf eine angenehme Art und Weise realistisch. 

An einer Stelle hatte ich kurz die Sorge, dass Parker ein Verhalten einschlägt, dass mir nicht gefällt. Denn dann wäre sein Verhalten nicht nachvollziehbar gewesen- glücklicherweise hat sich dieser Moment der Sorge aber schnell gelegt, da er es doch anders erklärt und somit für mich verständlicher und nachvollziehbarer gemacht hat. Der Rucksack, den er mit sich herumschleppt, ist schwer- und der Grund dafür ist gut eingebunden worden, ohne es zu stark in den Mittelpunkt zu rücken oder zu leichtfertig und übereilt darüber hinweg zu gehen. 


Fazit:

Alles in einem hat mich "Feeling close to you" begeistert. Das Buch triefte nicht vor Kitsch und Klischees, sondern überzeugte mit seinem klaren und authentischen Plot, den interessanten Thematiken und dem wunderbaren Zusammenspiel der Protagonisten. Besonders für Fans von "Cinder&Ella" geeignet, denn die Geschichte hat mich in so vielen Punkten an mein absolutes Herzensbuch erinnert, ohne eine billige Replikation zu sein. 



4,5 von 5 Sternen 


Vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

März 22, 2020 No Kommentare
"Someone Else" hat mir geboten, was ich mir bei "Someone New" so sehr gewünscht und dort so vermisst habe. Authentizität, eine ausgewogene Geschichte und Charaktere mit einem höheren Identifikationsfaktor haben dieses Buch besonders gemacht- wenn ich zunächst auch einige Startschwierigkeiten bei dem Buch hatte.




Das Cover und der Klappentext luden mich dazu ein, der Reihe eine weitere Chance zu geben- und ich bin mehr als froh es getan zu haben. Denn Dinge, die ich bereits in "Someone New" geliebt habe, sind geblieben- Laura Kneidels grandioser Schreibstil zum Beispiel. Sie ist in der Lage, gefühlvoll und authentisch zu schreiben. Es las sich sehr flüssig, beinhaltete detaillierte Beschreibungen, ohne unnötige Informationen zu nennen. Die Geschichte war schlicht, aber dennoch ausgeschmückt und voller Tiefe. Die Wortwahl unterstrich Cassies Art und Gemüt, war also auf die Protagonistin passgenau abgestimmt.

Denn auch Auri und Cassie als Protagonisten konnten mich letztlich überzeugen. Anfangs wurde ich mit den beiden nicht wirklich warm. Cassie und Auri sind sehr gegensätzlich- und genau das war der Konflikt des Buches, so schien es mir. Immer wieder wurde darauf eingegangen, dass ihre Unterschiede der Grund dafür seien, dass sie kein Paar sind. Doch viel entscheidender war doch, dass die beiden Freunde sind- beste Freunde- und die Bewegung in eine romantischere Beziehung viele Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringt.
 Anfangs fehlte mir genau dieser Aspekt. Cassie hat sich meiner Meinung nach viel zu sehr auf Kleinigkeiten eingeschossen, in die sie eine potenzielle Verleumdung ihrer Freundschaft hineininterpretierte. Natürlich verstand ich, dass sie ein bisschen verletzt war, wenn Auri vor Footballkollegen Dinge ihrer Freundschaft negierte. Doch viel mehr sah ich den Aspekt, dass sie ihm so wertvoll ist, dass er diese Freundschaft, diese gemeinsamen Dinge, die sie verbinden, nicht für Menschen verpulvert, die kein Verständnis dafür aufbringen. Das sie sein "Geheimnis" bleibt- aber nicht, weil er nicht zu ihr steht, sondern weil er sie schützen möchte. Weil sie ihm wichtig ist. Deswegen war es manchmal für mich etwas anstrengend mitanzusehen, wie sie sich viel zu viele Gedanken gemacht hat und manches etwas dramatisiert hat- doch was mich anfangs an ihr genervt hat, brachte mich am Ende des Buches dazu, sie als Protagonistin in mein Herz zu schließen.

Denn sie war authentisch und echt. Sie hatte trotz aller Zurückhaltung und Verschlossenheit eine Persönlichkeit. Sie teilte genaue Wertvorstellungen und hatte unkonventionellere Hobbies wie LARPs oder Cosplay, die mir bisher immer sehr unbekannt waren, mich aber in dem Buch begeistern konnten. Ihre Persönlichkeit passte perfekt zu ihrem Aussehen, dass zu Auri nicht gegensätzlicher hätte sein können. Sie ist nicht wirklich ein gemischter Charakter, sondern eigentlich aufrichtig und durchweg ein guter Mensch. Was mich sonst oftmals stört aus Gründen mangelnder Originalität, hat mir hier gut gefallen. Denn Cassie war mein Ruhepol in diesem Buch. Das Herz der Geschichte, verletzlich, aber mit einem starken Willen.

Auri fand ich tatsächlich etwas eindimensionaler als Cassie. Trotz der vielen Seiten, die ich von ihm gelesen habe, habe ich immer noch das Gefühl, eine gewisse Distanz zu ihm zu haben. Seine Persönlichkeit ist etwas mysteriöser- doch ich denke, dass sein teilweise sehr inkonsistentes Verhalten die Handlung und seinen Charakter maßgeblich bestimmten. Trotzdem erfüllte er nicht jedes Footballer-Klischee- glücklicherweise, denn sonst hätte ich mich an dieser Stelle breit aufgeregt, da ich normale Footballer nicht mehr sehen kann. Es hat Auri, genau wie Cassie, etwas Besonderes, gut durchdachtes verliehen.




Die Handlung verlief zeitlich realistisch. Das Knistern zwischen den beiden habe ich nicht so stark gespürt wie damals beim LARP oder bei Julians und Micahs Geschichte in "Someone New", doch das verlieh dem Buch auch einen Hauch Seriösität. Die beiden kennen sich schon lange, wissen. woran sie beim Gegenüber sind, und genau das wurde durch diese Vertrautheit zwischen den beiden sehr deutlich. Doch ein bisschen mehr Nervenkitzel oder Knistern zwischen den beiden hätte ich mir schon gewünscht. 

Es wirkte alles sehr fließend. Cassies Ängste und Zweifel sowie Unsicherheiten im Bezug auf ihre enge Freundschaft und ihren Gefühlen zu Auri wurden deutlich, dennoch zerriss es mich als Leser nicht und hat mich nicht die ganze Bandbreite der komplizierten Beziehung fühlen lassen. Einiges war auch sehr vorhersehbar, das Ende war aber süß. Es rundete die Geschichte sehr schön ab, wenn es auch, wie alles in diesem Buch, sehr selbstverständlich und ohne großes Drama ablief- was tendenziell nicht schlecht ist, denn dadurch wurde die Handlung authentischer und realistischer. 

Wen ich an dieser Stelle aber noch lobend hervorheben muss, ist Lucien. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich mich auf seine und Alizas Geschichte in "Someone to stay" freue. Denn auch, wenn ich vor diesem Buch Lucien kaum kannte, so hat er in diesem Band mein Herz definitiv erobert. Seine Ausstrahlung, sein Auftreten trotz seiner Vergangenheit und seine Freundschaft zu Cassie fühlten sich so echt an, so bewundernswert, dass ich Lucien einfach nur mögen konnte. Ich verspreche mir von ihm eine Geschichte, die mich mitreißen wird- bewegen, zu Tränen rühren aber gleichzeitig viel Mut spenden kann. Denn er ist stark, aufrichtig und auf seine Art herzlich- der heimliche Star in diesem Buch.

Insgesamt also ein Buch, dass ich New-Adult-Lesern definitiv ans Herz legen kann. Eine süße Geschichte mit freundlichen Protagonisten, ohne großes Drama oder nervenaufreibenden Plottwists- was diesem Buch seinen ganz besonderem Charme verlieh und ihm eine hohe Authentizität verlieh. 

Insgesamt also gute 4 von 5 Sternen⭐⭐⭐⭐
Februar 08, 2020 No Kommentare
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Ich bin Ilka - kreatives Fangirl, Bücherwurm, Filmmusikliebhaberin, Vanlife-Enthusiastin, Hobby-Fotografin und Bingewatcherin. Ein Mädchen mit der Liebe zu Wörtern, Büchern, Stiften und der Kreativität, die in uns allen steckt.
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