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Bastilkarton

Die Welt eines kreativen Booknerds

Eine Nacht in einem Baumhaus, umgeben von einem lauschigen Blätterdach, kuschlig warm in einer Decke eingehüllt, abgeschnitten vom Rest der Welt... klingt das nicht einfach absolut wundervoll? Ich für meinen Teil war von der Idee vollkommen angetan und habe deswegen versucht, all das so gut wie möglich in einer Miniversion eines Baumhauses einzufangen- und da ich selbst letztlich keine passende Anleitung im Internet gefunden habe, dachte ich, dass ich euch hiermit vielleicht helfen könnte!






Material:





  • Tapasstäbchen (circa 100 Stück für das gesamte Dach)
  • Papier in Holzoptik (ich habe für das Haus und für die Podeste zwei verschiedene "Holzarten" verwendet)
  • 2 dicke Äste 
  • Kunstpflanzen (kann man auch aus Krepppapier o.ä. basteln, aber ich habe gekaufte verwendet)
  • Satéspieße 
  • viel dicke Pappe (zum Beispiel von einem alten Karton von Onlinebestellungen)
  • Eine Lichterkette in "Seiloptik"
  • Naturfaden
  • Ein elektrisches Teelicht mit Batterie (meistens wird es zusammen geliefert)
  • "Leaf Ribbon" (letztlich ein Band in Pflanzenoptik)
  • zwei kleine Notizzettel (für die Kissen im Innenraum)
  • flauschige Wolle/Papier in Felloptik (für eine Decke o.ä.)
"Werkzeuge":
  • ein kleines Messer zum Schneiden der dicken Pappe (hatte gerade kein Teppichmesser zur Hand)
  • Schneideunterlage
  • Schere
  • (Heiß-)Klebe
  • Doppelseitiges Klebeband
  • Stricknadel
  • Paintmarker (Acrylstifte)
  • Klebefilm

Und los geht's! 


  1. Die Pappe für die Grundlage des Baumhauses zuschneiden. Für die langen, schmalen Seiten des Hauses habe ich Pappe in den Maßen 12x7 cm verwendet,  für die kürzeren, breiten Seiten habe ich 2 Papprechtecke in den Maßen 8x7 cm verwendet.




2. Die zuvor zugeschnittenen Papprechtecke mit dem Papier in Holzoptik bekleben. Ich habe dafür doppelseitiges Klebeband verwendet.
  3. Die Rechtecke an den Seiten mit der Heißklebepistole festkleben (theoretisch ginge dies auch mit Klebelaschen, ist aber deutlich anstrengender. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um sehr feste Pappe handelt, würde ich an dieser Stelle immer zur Heißklebe raten)          

4. Weiter geht's mit dem Dach. Für die Dachteile habe ich nochmal 2 Rechtecke in den Maßen 12x7 cm zugeschnitten. Um den Eindruck von Schindeln zu erzeugen, habe ich mich für Tapasstäbchen entschieden. Diese werden mit den Acrylstiften bemalt (ich habe 4 verschiedenen Abstufungen von Blautönen genommen, um eine Art Ombre Effekt zu bekommen und somit das ganze Dach einfach interessanter zu gestalten. Dann den Stab unterhalb des "breiten Kopfes" abschneiden, bis du für ein Dach circa 50 (genau sind es glaube ich 48 oder 47) dieser Stäbe hast. Das dann für das zweite Dachstück wiederholen. 
Die erste Farbstufe hatte bei mir 13 Stäbchen, die zweite 12, die dritte wieder 13 und die vierte wieder 12, da ich die Schindeln versetzt geklebt habe).



5. Nun musst du die Tapasstäbchenköpfe auf deinem Dachteil festkleben (dieses Pappstück dient zur Demonstratation. In "Echt" sind die Verhältnismäßigkeiten natürlich anders!). Achte darauf, die Stäbchen alle in die selbe Richtung auszurichten (um das zu verdeutlichen habe ich mal ein ganzes Stäbchen daneben gelegt). Mit Heißklebe auf der Pappe befestigen und die zweite Reihe minimal versetzen (also so, dass ein Stäbchen von der Hälfte des oberen linken zur Hälfte des oberen rechten reicht).


6. So soll das fertige Dach aussehen. Dass es schief ist, liegt vor allen Dingen daran, dass ich Linkshänderin bin und nicht alles immer überblicken konnte. Und auf dieser Seite habe ich nicht alle Stäbchen immer konsequent in die selbe Richtung ausgerichtet- an der anderen Dachseite habe ich das aber getan und für besser befunden.

7. Widmen wir uns jetzt der Basis, sozusagen dem "Fuß" des Baumhauses. Als Grundlage habe ich rundes (naja, es ist mehr ein Ei geworden) Stück sehr fester Pappe, auch fester als die Pappe, die ich für das Haus verwendet habe. Ich habe einen alten Apfelkarton genommen, die war wirklich extrem fest. Darauf habe ich die beiden dicken Äste mit der Heißklebe geklebt. Ihr müsst einfach gucken, wie genau es passt, wo genau ihr das Baumhaus haben möchtet und das zweite Platau. Ich habe da immer ein bisschen hin- und herprobiert, bis es mir gefallen hat.
 Drumherum habe ich mit Heißklebe die Lichterkette in Seiloptik in einer Art Schnecke festgeklebt und immer darauf geachtet, dass die Lampen nach oben zeigen. Von meiner Kunstpflanze habe ich einige Triebe abgeschnitten und sporadisch zwischen die Seile geklebt (Heißklebe). 




8. Auf das kleinere Ästchen kommt ein Papprechteck, wieder mit Pappe beklebt. Die Maße musst du tatsächlich selbst abschätzen- ich hab einfach irgendwas zugeschnitten, ohne wirklich zu messen. Auf den größeren Ast kommt das Baumhaus. Das musst du natürlich vorbereiten. Das Dach wird nach Gefühl schräg auf die Oberseite geklebt, zur verbesserten Stabilität habe ich oben in die Klebenaht einen Tappasstab geklebt, und ich mag den farblichen Kontrast. Das ganze Baumhaus habe ich auf eine, zuvor mit Holzoptik beklebten, Pappstück geklebt, dass zu allen Seiten circa 2 cm größer ist als das fertige Baumhaus.
Die untere Basis mit viel, und hier meine ich wirklich VIEL, Heißklebe, an die Oberseite des Astes kleben. Und übe dich in Geduld und halte alles gut fest, bis es wirklich klebt. Es ist etwas anstrengend, so lange so ruhig zu sitzen, aber es lohnt sich, glaub mir!



9.  Widmen wir uns jetzt der Leiter. Sicherlich hast du immer noch einen ganzen Haufen der Unterteile der Tapasstäbchen bei dir auf dem Schreibtisch liegen. Schmeiß' die auf keinen Fall weg, denn die brauchst du genau jetzt! Nimm dir zwei dieser Stäbe und nimm zusätzlich einen Satéspieß zur Hand (Schaschlikspieße oder Zahnstocher gehen natürlich auch). Schneide diese in 1,5 cm lange Stücke und klebe sie in regelmäßigen Abständen (das habe ich vollkommen nach Augenmaß gemacht) mit Heißklebe auf die Tapasstäbchen. Die Leiter mit Heißklebe an der kleinen Pappplatte und dem Plateu des Baumhauses festkleben.


10. Jetzt kommen eigentlich nur noch die Details. Die Vorderseite des Daches habe ich mit zwei blau bemalten Tapasstabunterseiten beklebt, damit man nicht so in die Pappinnenseite hieinschaut. Um den Stamm habe ich mein Blattband gebunden und geklebt, nur für ein kleines extra Detail.





11. Optional ist die Innengestaltung. Dafür mit dem Messer eine Tür in die Vorderseite des Baumhauses schneiden (drumherum habe ich wieder mit einem bemalten Tapasstab Akzente gesetzt), und durch die Öffnungen oben ein elektrisches Teelicht, und die kleinen Kissen sowie eine kleine Decke einfügen. Oben an die Decke habe ich noch ein paar Sterne geklebt.

Kissen basteln: Ich habe mir kleine Notizzettel genommen, sie in der Mitte so halb geknickt und nach Augenmaß die Unterseite abgeschnitten. Die offenen Seiten habe ich mit Tesafilm festgeklebt und dann mit viel Fingerspitzengefühl verklebt. Die Seiten sollten nun alle etwas rundlich geknickt sein, sodass man sie hervorragend mit den Fingern leicht eindrücken kann (wie gesagt, ist etwas frickelig und kann auch mal schiefgehen, aber lass dich nicht unterkriegen!)




Die Kuscheldecke: ich habe mir ganz kuschelige Wolle genommen (Nadelstärke 9) und etwa 4 Maschen breit und 12 Maschen hoch stricken. 

Zu guter letzt noch die Seilleiter. Dafür einfach zwei gleich lange Stücke Naturfaden nehmen und wieder 1,5 cm lange Stücke Satéspieß wie oben bei der Leiter beschrieben mit Heißklebe daran befestigen. Die fertige Leiter dann auch wieder mit Heißklebe an das Plateau kleben.



Und fertig ist dein eigenes kleines Baumhaus! Perfekt für eine abendliche Beleuchtung und unendlich viele Möglichkeiten, es zu personalisieren oder nach den eigenen Vorstellungen zu verändern. Ich habe in etwa 10 oder 12 Stunden dafür gebraucht, es variiert aber, je nachdem, ob man das Dach wirklich mit den Satéspießen macht oder einfach ein passendes Stück Papier zur Hand hat.
Wenn du Fragen hast, dann schreib' mir doch gerne einen Kommentar, eine Email oder eine Direct Message bei Instagram!

Viel Spaß beim Nachbasteln,
Ilka




Mai 31, 2020 No Kommentare
Die "Again-Reihe" ist für mich so viel mehr als nur eine Buchreihe. Sie ist ein zweites zu Hause. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man niemals wieder loslassen möchte. Die Ansammlung wunderbarer Liebesgeschichten, jede einzelne voller Gefühl und Liebe, ohne jemals zu klischeehaft oder plakativ zu wirken. Dementsprechend waren die Erwartungen an "Dream again" hoch. Doch das, was ich nicht, für möglich gehalten habe, ist geschehen: dieser Teil der Reihe hat die anderen übertroffen und wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben.





Klappentext:
Sie haben den Glauben an ihr Glück verloren – doch gemeinsam lernen sie wieder zu träumen 
Jude Livingston ist am Boden zerstört: Ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, ist geplatzt. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen – und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren … 
Quelle: https://www.luebbe.de/lyx/buecher/new-adult/dream-again/id_7633721

Informationen zum Buch:

Titel: Dream again (Teil #5 der Again-Reihe) - Verlag: LYX - Preis: 12,90 € - Genre: New Adult - Ausgabeform: Paperback- Seitenanzahl: 472 - EVT: 23.03.2020 - Altersempfehlung: ab 16 Jahren - ISBN: 978-3-7363-1187-9





Meinung:

Jude und Blake waren ein absolutes Herzenspaar von mir. Beide waren so kaputt- nicht negativ gemeint, sondern einfach vom Leben gezeichnet. Gescheitert, von sich selbst enttäuscht worden. Sie mussten sich Fehler eingestehen, waren nicht unfehlbar. Aber genau das hat sie so liebenswürdig gemacht- sie waren perfekt unperfekt. Ich musste beim Lesen des Buches immer an die Analogie von zwei Scherben denken, die sich wieder zusammensetzen und dadurch perfekt ergänzen. Und ich finde noch immer, dass es das wirklich gut trifft.

Jude ist grundsätzlich lebensfroh, jedoch ist ihre Zeit in L.A. als Schauspielerin wirklich unschön geendet, weswegen sie eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Dennoch ist sie ein wahnsinnig offener und herzlicher Mensch, der schnell Vertrauen gewinnt und versucht, darauf zu achten, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld, besonders Blake, wohlfühlen.
Blake ist Sportler und durch die Trennung und andere Geschehnisse in seinem Leben etwas verbittert. Dennoch verbirgt sich unter der harten Schale ein enorm toller Kern- einer meiner absoluten Herzensprotagonisten, da er nicht idealisiert ist, sondern Gefühle zeigt und verschweigt, aber wenn er sich öffnet, unglaublich viel Herzensgüte und Fürsorge offenbart.



Die beiden waren schon einmal ein Paar, doch ihre Trennung war verbunden mit viel Schmerz, Wut und unausgesprochenen Worten. Zwischen ihnen standen so viele Dinge, die besonders den Anfang der Geschichte prägten und auch nie ganz vergessen wurden. Ohne zu redundant zu wirken, wurde immer mal wieder die alten Wunden aufgerissen, ohne zu lange darin herumzustochern. Vergangenheit und Zukunft haben sich auf angenehme Art und Weise miteinander vermischt und sich ergänzt. 

Es gibt einige Dinge, die man letztlich bei jedem Buch der Again-Reihe lobend hervorheben kann und ich werde auch niemals müde, dies zu tun. Ich liebe das Setting. Woodshill ist wirklich eine Art zweites Zuhause geworden, da ich schon so viele wunderbare Lesestunden dort verbracht habe und es wahnsinnig lebhaft und real für mich geworden ist. Was würde ich dafür geben, einmal mit einem heißen Karamell Latte über den Campus schlendern zu dürfen.
Die Charaktere in ihrer Gesamtheit sind toll. Ich habe mich immer sehr über die Szenen gefreut, in denen man ein Wiedersehen mit den Protagonisten der anderen Bücher hatte. Ich werde nie genug von ihnen bekommen und habe auch bei ihnen alle das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Eine reale fiktive Welt zu erschaffen, die dem Leser praktisch in Fleisch und Blut übergeht, ist sicherlich keine einfache Aufgabe, doch Mona Kasten hat es gemeistert.

"Dream again" ist sicherlich kein Buch, in dem man die größte Spannung oder Highschool Drama erwarten darf. Wer danach sucht, ist hier vielleicht falsch, doch ich kann nur jedem dieses Buch ans Herz legen. Denn es ist absolut lesenswert!
 Die Geschichte wirkt auf mich erwachsener als andere Teile der Reihe. Dadurch, das Blake und Jude beide schon einiges mit sich herumschleppen und sich mehr oder minder so durch das Leben boxen, ist es sicherlich nicht so humorvoll wie "Trust again", in dem Spencer immer einen kessen Spruch auf den Lippen hatte. Doch das macht den Charakter dieses Buches aus- tiefgehend, emotional, aber nicht erdrückend oder deprimierend.

Dadurch, dass Jude und Blake sich schon von früher kennen, bereits im Teenageralter befreundet und letztlich ein Paar waren, baute die Geschichte auf einer weniger oberflächlichen Basis auf. Generell mag ich in Liebesgeschichten, wenn sich die Paare vorher schon kennen, beste Freunde oder zumindest im selben Freundeskreis sind. Dadurch baut ihre ganze Beziehung zueinander auf viel tieferen Dingen auf als der anfänglichen Attraktivität. Blake und Jude verbindet viel, verdammt viel, das merkt man auf jeder Seite des Buches. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, mit einem wirklich realistischen Zeitverlauf. Die Handlung wirkte nicht überstürzt, sondern war authentisch und die Stimmungsänderungen waren nachvollziehbar erklärt und nicht aus der Luft gegriffen.

 Man wurde immer mehr Teil der Geschichte, fieberte mit, hatte das Gefühl, alles mitzuerleben. Ich habe das Ende des Buches unglaublich in die Länge gezogen- schlicht und ergreifend, weil ich es nicht über mich gebracht habe, mich von Blake und Jude zu trennen. Ich war einfach noch nicht bereit, Woodshill und der "Again-Reihe" den Rücken zu kehren, da "Dream again" ja der vorerst letzte Teil der Reihe ist. Und nur, weil ich es jetzt beendet habe, heißt es nicht, dass ich mit der Reihe oder dem Buch abgeschlossen habe- ich glaube, so ganz werde ich es nicht schaffen (und auch nicht wollen!), Woodshill hinter mir zu lassen.

Insgesamt also wirklich eine absolute Herzensempfehlung von mir. Ohne großes Drama überzeugt dieses Buch mit einer tiefgehenden Liebegeschichte zwischen zwei Charakteren, die vom Leben gezeichnet sind, perfekt unperfekt sind und die so viel mehr verbindet als nur eine körperliche Anziehungskraft. 

Bewertung:
5 von 5 Sterne, von ganzen Herzen

Mai 05, 2020 No Kommentare
Nica Stevens hat die Angewohnheit, mich mit ihren Büchern positiv zu überraschen. Denn bei "Morgen wirst du bleiben" war ich vollkommen begeistert von der ungeahnten Tiefgründigkeit und Unkoventionalität, die sich im Laufe der Geschichte offenbarte. Auch "Midnightsong" konnte mich in einem Maße begeistern, dass ich nicht erwartet habe. Eine sommerlich leichte, lockere Liebesgeschichte, die ich wirklich empfehlen kann.





Allgemeine Informationen:

Titel: Midnightsong- Es begann in New York | Autor: Nica Stevens |Verlag: Carlsen | Genre: Liebesroman | ISBN: 978-3-551-31852-7  |Seitenanzahl: 336 | Ausgabeformat: Softcover/Paperback | Erscheinungsdatum: | Preis: 13,00 €

Inhalt:

Lynns Leben verändert sich schlagartig, als die berühmte Band "Reanimation" aufgrund einer riesengroßen Fanansammlung in dem Cafe ihrer Schwester Emily landet. Auch wenn ihr die Situation total unangenehm ist und sie sich am liebsten der Szenerie entziehen würde, kommt sie mit dem Sänger der Band, Ryle, ins Gespräch. Der Besuch im Café endet schnell, doch die Beiden können sich so schnell einfach nicht vergessen...




Meinung:

Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Einerseits war ich mal wieder von dem Schreibstil von Nica Stevens begeistert. Denn sie schreibt sehr flüssig und ohne übertriebene Details, sodass man sich wirklich in die Protagonistin hineinfühlen kann, dennoch aber ohne weiteres das Buch schnell und ohne große Verzögerungen lesen kann. Besonders der Anfang hat mich überzeugt, da ich direkt mitten im Geschehen war und nicht erst meine Zeit brauchte, um mich in der Welt zurechtzufinden. Die Charaktere fühlten sich direkt ungewohnt vertraut an und die Exposition war spannend und aufregend, sodass ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht und gar nicht aufhören konnte, zu lesen. Es war nicht daran zu denken, das Buch zur Seite zur legen, und so war ich direkt im Bann dieses Buches.


Gleichzeitig hat mich der Plot mitgerissen. Das Buch konnte überzeugen auch ganz ohne übertriebenes Drama, explizite Szenen oder plakative Tiefgründigkeit. Die Geschichte beinhaltete die perfekte Balance zwischen Band- und Tourleben und Privatleben. All das wurde überzeugend vereint, es wurde zwischen gemeinsamen und "einsamen" Szenen gewechselt, wodurch der Zwispalt von Lynn zwischen den beiden Welten überzeugend zum Ausdruck gebracht wurde. Die Geschehnisse haben mich immer mal wieder überrascht und haben unerwartete Wendungen genommen, die einen zwar nicht komplett vom Hocker gehauen haben, dennoch aber dafür gesorgt haben, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Stellenweise war es mir fast schon zu viel heile Welt- auf Probleme und Sorgen ist nicht immer wirklich eingegangen worden und gerade ein Konflikt ist sehr schnell aus der Welt geräumt worden, was in der Realität vielleicht nicht ganz so einfach ist. 



Dennoch hat das dem Buch keinen Abbruch getan- ich mochte den Wohlfühlcharakter, den dieses Buch hat. Es deprimiert einen nicht, sondern hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Ich bin immer wieder gerne in die Handlung zurückgekehrt und fand es schade, als ich Ryle und Lynn verabschieden musste.



Was mich zu den Charakteren bringt, die mir allesamt zugesagt haben. Ryle hatte keinen übertriebenen oder provokanten Charme, war nicht arrogant oder verbittert. Seine sympathische, menschliche Art fernab der Medienpräsenz um ihn erklärten für mich, dass Lynn ihr Herz an ihn verloren hat. Es war nachvollziehbar, was sie gefühlt hat und wirkte ziemlich authentisch. Lynn hätte für meinen Geschmack noch gerne ein bisschen mehr Humor haben können, was für mich den Umgang mit den Jungs auch noch unterhaltsamer gestaltet hätte, doch ihre stille, verantwortungsvolle und zurückhaltende Art mit dieser hohen Begeisterungsfähigkeit für die Welt um sie herum und die Fotografie machten sie sympathisch und real. Ich empfand sie als relativ durchschnittlich, was im Kontrast zu Ryle, der ein normaler Mensch mit einem abnormalen Beruf war, hervorragend gepasst hat. Die Jungs, also die anderen Bandmitglieder von "Reanimation", waren meine persönlichen Favoriten aus dem Buch. Sie hatten Humor, haben gut mit Lynn, Ryle und den anderen harmoniert und konnten mich gut unterhalten. Immer wieder musste ich über ihre Wortwechsel schmunzeln, da sie mir allesamt unglaublich sympathisch waren. Ich wäre wirklich sehr interessiert daran, noch mehr Teile aus der Reihe zu lesen und mehr über die Lebens- und Liebesgeschichten der anderen zu erfahren.


Das Ende hat das Buch perfekt abgerundet. Es war zwar erwartbar aber dennoch unerwartet, was die Geschichte schön abgeschlossen hat. Man konnte die Beiden mit einem guten Gefühl verlassen und ich für meinen Teil war glücklich damit, wie Nica Stevens es gelöst hat.

Was ich zuletzt noch lobend hervorheben möchte, ist, dass Nica Stevens in ihren Büchern immer einen Bezug zu dem Titel herstellt. Oftmals geht der Zusammenhang zwischen Titel und Geschichte im Laufe anderer Bücher nicht wirklich hervor, doch bei ihr gibt es immer klare Referenzen. Dadurch finde ich es immer wieder spannend, herauszufinden, welcher Zusammenhang diesmal besteht, und der Titel erinnert mich nun immer an die Situation zwischen den Beiden, in dem der Titel das erste Mal erklärt wurde. Was wiederum dafür sorgt, dass ich mich gerne an das Buch und seine Handlung erinnere, wann immer ich es in meinem Regal stehen sehe.

Insgesamt eine wirklich schöne Geschichte für Zwischendurch. Vielleicht überzeugt es nicht mit einer unglaublichen Tiefgründigkeit, aber genau das hat das Buch für mich so perfekt gemacht. Der jugendliche, unverbrauchte Charakter, das leichte Gefühl beim Lesen und die abwechlsungsreiche Handlung haben das Buch für mich zu einem angenehmen Leseerlebnis gemacht. Sehr empfehlenswert!


Bewertung:

4,5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐☆


Herzlichen Dank an den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und für die Bloggerbox mit den wundervollen Goodies, die mich überraschend erreicht hat! Das Buch und die Backmischung haben mir viele tolle Lesestunden bereitet!













April 09, 2020 No Kommentare
Thriller sind normalerweise nicht ganz mein Terrain. Größtenteils fürchte ich mich tatsächlich etwas davor, da das Lesen für mich pure Entspannung ist und ich mich nicht unbedingt immer nach Nervenkitzel, Tod und Verderben sehne. Doch da mich der Soundtrack zu "Der DaVinci Code" alias "Sakrileg" verzaubern konnte und ich immer den Film schauen wollte, habe ich mich dazu entschlossen, im Voraus doch erst einmal das Buch zu lesen- und ich bin definitiv froh, es getan zu haben!

Klappentext:

Auf der Suche nach dem Da Vinci Code ...
Robert Langdon ist Symbolforscher und lehrt als Professor an der Harvard Universität in Cambridge. Als er beruflich nach Paris reist, wird er dort in einen seltsamen Fall verstrickt. Mitten in der Nacht erhält er einen Anruf, dass der Museumsdirektor des Louvre, mit dem er für diesen Abend verabredet war, ermordet wurde. Zwar bittet die Polizei Langdon um seine Unterstützung, da sich am Tatort seltsame Symbole und Zeichen befinden, allerdings ist er selbst schon mitten ins Fadenkreuz der Ermittler geraten. Zusammen mit der Verschlüsslungsexpertin Sophie Neveu entkommt er der Polizei und folgt Saunières versteckten Hinweisen, die auf eine noch viel größere Verschwörung deuten. Schon längst ist ihm nicht mehr nur die Polizei auf den Fersen ...


Meinung:

Ich habe mich beim Kauf für die Neuauflage beim One-Verlag entschieden. Um ehrlich zu sein weiß ich nicht unbedingt, wo der Unterschied liegt, da der Plot nicht verändert worden ist, jedoch war ich mit meiner Ausgabe mehr als zufrieden, da sich im Mittelteil des Buches noch einige Fotos zu beschriebenen Handlungsorten befinden, die meine Vorstellungskraft unterstützt haben und das Leseerlebnis enorm erhöht haben.
Denn dass es sich um einen Thriller handelt, habe ich eher weniger gemerkt. Für mich war es vielmehr in einer fiktiven Geschichte verpacktes Wissen und die Spurensuche danach. Denn der Fall stellt sich als ziemlich knifflig und verworren heraus. Rätsel müssen gelöst werden und all das auf den Spuren von DaVinci, seinem Leben und seinem Schaffen. Immer mal wieder war im Buch die Rede von bestimmten Gemälden von ihm, die sich im Innenteil meiner Ausgabe befanden, und ich habe es geliebt, nachts mit meiner Leselampe auf das Bild zu starren und die Interpretationen aus dem Buch dort zu entdecken und nachvollziehen zu können. Ich denke, dass mir das Buch weitaus schlechter gefallen hätte, wenn mir die Bilder gefehlt hätte- mein Wissen um DaVinci wäre schlicht und ergreifend zu gering gewesen, um das gesamte Buch verstehen zu können.
Denn die Handlung war in sich sehr vielschichtig, abwechslungsreich und zeitstreckend. Durch die kurze Zeitspanne die im gesamten Buch sehr ausführlich geschildert wird, konnte man komplett in der Geschichte versinken. Stellenweise waren es mir dann fast schon zu viele Details, zu viele Rätsel und Verschachtelungen, auf die im Film dann in einigen Szenen verzichtet worden ist. Doch gleichzeitig hat es den Reiz des Buches ausgemacht- diese Raffinesse und das Wissen, was zwischen den Zeilen steckt.
Robert Landon war ein guter Ermittler, jedoch ist er für mich ziemlich in den Hintergrund gerückt. Sein Schaffen und sein Leben haben mich gar nicht so sehr interessiert- das, was um ihn herum passiert ist, war viel interessanter.
Die Themen waren unkonventionell, zumindest für mich, dennoch fand in den starken Einfluss der römisch-katholischen Kirche und ihrer Sekten sehr interessant. Der Schreibstil und der Plot haben die Spannung das ganze Buch über aufrecht erhalten, wenn auch der Plottwist am Ende für mich nicht so unerwartet gekommen ist, wie ich vielleicht erhofft hatte.

Alles in einem ein wirklich empfehlenswertes Buch. Interessant, voller Wissen, spannend, unkonventionell und ein für mich angenehmes Maß an Nervenkitzel.

Bewertung:

4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐

April 09, 2020 No Kommentare
Bianca Iosivoni konnte mich schon mit einigen ihrer Bücher überzeugen. Obwohl es chronologisch nicht richtig war, habe ich als erstes "Feeling close to you" gelesen und durfte dort Callie schon einige Male als Parkers beste Freundin erleben. Dadurch war ich sehr gespannt auf ihre und Keiths Geschichte. Zwar konnten mich die Beiden nicht so sehr überzeugen und begeistern wie Teagan und Parker, dennoch bin ich nach einigen Startschwierigkeiten zum Ende hin doch noch mit der Geschichte warm geworden.




Inhalt:
Keith und Callie verbinden viele Dinge- die wenigsten davon sind jedoch positiv. Denn die beiden sind Stiefgeschwister- doch nachdem Callies Vater gestorben ist, für dessen Tod Keith verantwortlich ist, hat dieser die Stadt verlassen und allem den Rücken gekehrt- Callie, ihrer Familie, dem Scherbenhaufen, den er hinterlassen hat und den Erinnerungen an die Geschehnisse. Callie konnte Keith all das niemals verzeihen- obwohl sie alles über die Jahre verdrängt hat und aufgrund des hohen Lernpensums ihres Medizinstudiums auch keine Zeit hatte, Gedanken an Keith zu verschwenden, sorgt er nach wie vor für ein aufregendes Kribbeln in ihrem Bauch. Denn nicht nur Callie verbringt ihren Sommer zu Hause- auch Keith kehrt nach 7 Jahren in die Stadt zurück. Doch die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart...



Meinung:

Zu Beginn hatte ich wirklich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Ich konnte mich nicht wirklich für Keith und Callie erwärmen. Denn als Charaktere waren sie mir in den ersten Kapitel leider beide ziemlich unsympathisch. Callie hatte einen zu stark erzwungenen Humor, war sehr verschlossen und schwer einzuschätzen. Ihre Gefühle ergaben für mich einfach keinen Sinn und sie war leider ziemlich engstirnig. Sie hat sich sehr an dem Hass gegenüber Keith festgeklammert, hatte aber gleichzeitig immer dieses Kribbeln in ihrem Bauch, was für mich einfach nicht vereinbar war, da sie darauf beharrte, die einzige zu sein, die die Lage wirklich korrekt und nicht verblendet beobachtet- was letztlich nicht der Fall war.
Keith war für meinen Geschmack zu arrogant und fast schon etwas narzisstisch. Er war sehr von sich überzeugt und hat seinen Charme auf eine provokante Art demonstriert, die mir leider missfiel. Sind die Beiden aufeinandergetroffen, gab es stellenweise Situationen, die unangenehm zu lesen oder peinlich waren.
Glücklicherweise hat sich das jedoch mit der Zeit gelegt, sodass ich nach einigen Kapiteln doch eine Bindung zu Keith und Callie aufbauen konnte.

Insgesamt waren es mir aber einfach zu viele Handlungsstränge und Probleme, die irgendwie vereinbart werden mussten, sodass meiner Ansicht nach die Authentizität etwas darunter gelitten hat. Denn dass die Beiden Stiefgeschwister sind und Gefühle füreinander empfinden, die nichts mit familiärer Liebe zu tun haben, bietet schon alleine genügend Zündstoff für ein gesamtes Buch, da sich daraus viele familiäre und gesellschaftliche Skandalmomente ergeben. Darüberhinaus war Keith aber auch noch für den Tod ihres Vaters verantwortlich, was auch wieder alleine eine ausreichende Basis für einen Roman gewesen wäre. Zusätzlich hat sie ihm aber auch bis heute nicht verziehen und hat ihn 7 Jahre lang nicht gesehen- auch das wäre wieder alleine genug gewesen. Doch all diese Handlungsstränge und noch ein paar kleinere Nebenstränge wurden in diesem Buch vereint, sodass es stellenweise schwierig war, den Überblick zu behalten und sich vollkommen in die Situation hineinfühlen zu können.
Ich habe mich einfach lange Zeit gefragt, wie Bianca Iosivoni das alles überzeugend beenden und vereinen möchte- doch letztlich war ich positiv überrascht von der Lösung. Das Ende war nicht direkt zu erwarten und hat meiner Ansicht nach das Buch passend abgeschlossen. Es hat mich zufriedengestellt- was ich lange Zeit wirklich nicht mehr erwartet hatte.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es war anschaulich beschrieben, dennoch flüssig zu lesen. Als Leser war man das gesamte Buch über von Callies subjektiver Ansicht der Dinge abhängig, da es keine Perspektivwechsel gab- was für mich den Reiz dieses Buches ausmachte. Denn so hatte man als Leser die Möglichkeit, zwischen den Zeilen Hinweise und Informationen zu sammeln und sich fernab von Callies stellenweise ziemlich irrationalen Sichtweise ein eigenes Bild zu schaffen. Denn einige Dinge hat sie im Strudel ihrer Emotionen schlicht und ergreifend übersehen oder fehlinterpretiert- ihre hohe Emotionalität und Ehrlichkeit, besonders zum Ende hin, gaben einem die Möglichkeit, etwas objektiver auf Keith und die Geschehnisse zu blicken. Dadurch stiegen auch die Sympathien für Keith und Callie.



Denn da mir die Beiden zu Beginn nicht gefielen, konnte mich ihre Entwicklung sehr überzeugen. Callie wurde im Laufe des Buches immer ehrlicher und ernster, was mir in der Hinsicht gefallen hat, dass sie nicht mehr versuchte, krampfhaft lustig zu sein. Sie hat Dinge analysiert und in Beziehung zueinander gestellte und hat sich mehr und mehr von ihrer Engstirnigkeit befreit- sie wurde objektiver und freier, da sie stellenweise wirklich in sich selbst gefangen. Sie machte Zugeständisse und zeigte Schwächen, wurde einfach immer authentisch.
Bei Keith habe ich eine ähnliche Beobachtung gemacht. Er entfernte sich von seiner Arroganz und den ständigen Provokationen und wurde offener, ehrlicher und fürsorglicher, womit er immer mehr zum perfekten Gegenstück von Callie wurde. Es gab einige wirkliche schöne und tiefgreifende Momente zwischen den Beiden, die mich gerade zum Ende hin mehr und mehr berühren konnten.

Die Geschichte war an sich voller Schmerz, doch das Buch hat einen nicht heruntergezogen, und genau das habe ich daran gemocht. Denn viele Geschichten mit schweren Themen können sehr deprimierend sein- "Finding back to us" hat einen den Schmerz vor Augen geführt und er war omnipräsent, er erklärte aber Callies verworrene Gefühlslage unglaublich gut und machte die Liebe zu Keith bittersüß, ohne einen traurig zu machen. Dementsprechend war das Buch sehr hoffnungsvoll und gab einem ein gutes Gefühl- es gibt immer noch schöne Momente im Leben, auch wenn die Zeit vielleicht nicht alle Wunden heilt, wie Callie irgendwann sagte.

Lobend hervorheben möchte ich zum Schluss noch die Nebencharaktere. Stella, Keiths Mutter und folglich Callies Stiefmutter hat ihre Mutterrolle sehr überzeugend übernommen, war verständnis- und liebevoll, gleichzeitig aber auch sehr vernünftig. Callies kleine Schwester Holly fand ich stellenweise zwar etwas anstrengend, dennoch war ihre temperamentvolle Art sehr erfrischend im Gegensatz zu Callie, die verhältnismäßig ernst ist. Parker, Callies bester Freund und Hauptcharakter aus "Feeling close to you" ist und bleibt einfach mein Lieblingscharakter aus den beiden Büchern- er hat einfach dieses gewisse Etwas an sich, was Keith meiner Meinung nach etwas gefehlt hat. Sein Humor und sein ganzes Auftreten hat für mich einige Stellen des Buches enorm aufgewertet. Zu guter Letzt sollte jedoch auch Braden nicht unerwähnt bleiben- er ist Polizist und spielt immer mal wieder eine Rolle. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass sie ihr Herz an ihn verliert- denn er hatte ähnlich wie Parker dieses Gewisse etwas, diesen authentischen Charme ohne Arroganz.



Alles in einem ist das Buch also durchaus empfehlenswert. Eine bittersüße Liebesgeschichte mit einer schwierigen Thematik, die jedoch so gut behandelt worden ist, dass sie einen nicht herunterzieht. Gleichzeitig waren es jedoch zu viele Handlungsstränge, sodass es schwierig wurde, sich auf die Charaktere und ihre gemeinsame Geschichte vollkommen einzulassen.

Bewertung:

3,5 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
April 03, 2020 No Kommentare

Bianca Iosiovoni konnte mich bereits durch die "First-Reihe" von sich überzeugen und hat mich mit ihrem Schreibstil und ihren Geschichten begeistern können. Dementsprechend klar war für mich, dass ich "Feeling close to you" lesen musste und habe dem Buch lange entgegengefiebert, wodurch ich gewisse Erwartungen an dieses Buch hatte. Und ihre Geschichte hat meine Erwartungen vollends erfüllt, wenn nicht sogar noch übertroffen.
 Ich habe dieses Buch mitten in der Nacht beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte und spürte danach das Gefühl dieser unendlichen Leere, das einen beschleicht, wenn man ein wunderbares Buch beendet hat und man einfach nur noch zurück in die Handlung möchte, um noch mehr Zeit in der Szenerie zu verbringen. 






Inhalt:

Parker ist einer der bekanntesten Streamer und hat sich über die Jahre eine große Community voller von ihm begeisterten Gamern aufgebaut. Er ist erfolgreich und gut in dem, was er tut. Dementsprechend erschrocken war er, als ein Spieler namens "TRGame" ihn eines nachts vor den Augen von Tausenden Zuschauern in Guild Wars mehrere Male komplett fertig gemacht hat. Parker, ganz erhitzt und aufgebracht von den Niederlagen, möchte herausfinden, welcher Gamer sich hinter diesem Namen versteckt und stellt ihn zur Rede. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um ein Mädchen handelt. Dass es sich dabei um Teagan handelt- das Mädchen, das schon bald sein Herz nicht nur in einem Spiel höher schlagen lassen wird...




Meinung:

Zugegebenermaßen stand ich der Thematik des Gamings zu Beginn der Geschichte skeptisch gegenüber. Ich wusste nicht, was genau mich erwartet, da eine solche Thematik tatsächlich schnell nach hinten losgehen kann- es wirkt schnell so, als sei es zu sehr gewollt, ein Buch zu schreiben, dass den Zeitgeist beinhaltet und auf angesagte Themen anspricht, einfach nur der Aktualität wegen. Doch ich persönlich empfand die Thematik als gut recherchiert- ich hätte nie gedacht, dass mich Gaming in einem Buch so abholen könnte. Es war unkonventionell und spannend, die Spiele, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte, haben mich mitgerissen und voller Spannung habe ich verfolgt, wie Teagan und Parker sich gegenseitig fertig machen. 

Außerdem war ich unglaublich dankbar darüber, mal eine thematische Abwechslung zu genießen. Das Buch war nicht klischeehaft, sondern einfach mal anders- Teagan ist nicht das typische Vorstadtmädchen, das bald Literatur auf einer pittoresken Universität studieren wird, sondern jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht. Sie ist selbstständig und kümmert sich um ihre Dinge. Sie weiß, was sie will und hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie ist selbstbewusst und hat Humor- alles Eigenschaften, die mir an ihr wirklich gut gefallen haben. Sie hat sich nicht schnell von anderen Menschen beeinflussen lassen und war nicht naiv, sondern hat den Tatsachen ins Auge gesehen, ohne sie zu beschönigen. Und eine solche Charakterin war eine willkommene Abwechslung. Zwar war sie mir auf den ersten Seiten für meinen Geschmack etwas zu rebellisch und zu direkt, sodass ich etwas abgeschreckt von ihr war, doch mit der Zeit konnte sich mich vollends von sich überzeugen.



Parker war der perfekte männliche Gegenpart dazu und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er war mir von Anfang an sympatisch- ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber er strahlte eine angenehme Portion Selbstsicherheit aus und hatte einfach dieses gewisse Etwas, das man manchmal nicht in Worte fassen kann. Er hat einen tollen Witz, eine grandiose Ausstrahlung, ist fürsorglich und herzensgut. Er schleppt einiges mit sich herum, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, sondern ist weiterhin so fröhlich und aufgeweckt, dass es einfach Spaß gemacht hat, Dinge über ihn und sein Leben zu lesen. Auch seine Mitbewohner in der WG und seine beste Freundin Callie, die Hauptcharakterin von "Finding back to us" ist, haben wunderbar mit ihm harmoniert und ihn zu einem noch tolleren Protagonisten gemacht.

Ich habe die Konversationen zwischen Teagan und ihm immer gerne verfolgt.
Am Ende einiger Kapitel gibt es nämlich immer wieder Passagen, in denen Chatverläufe zwischen Teagan und Parker eingebunden werden. Im Allgemeinen bin ich ein Fan davon, in Büchern Chatverläufe zu verfolgen- die Seiten fliegen dabei nur so dahin und für mich persönlich erhöht es immer den Authentizitätsgrad, sofern es gut gemacht ist. Es gibt einem das Gefühl, etwas Persönliches von den Protagonisten in den Händen zu halten und live dabei zu sein. Und da die Beiden einen guten Humor haben und wunderbar harmonieren, war es immer eine große Freude, zu lesen, wie sie miteinander schreiben.



Der Plot an sich hat mir auch gut gefallen. Ihr erstes 
Zusammentreffen war zwar nicht ganz, wie ich es mir  erwünscht hatte, da es mich persönlich nicht ganz abgeholt und es sich etwas unauthentisch angefühlt hat, dennoch steigert es die Sympatien für Parker auf jeden Fall. Die Momente zwischen den Beiden waren einfach toll- es fühlte sich  im Großen und Ganzen echt an und nicht so dick aufgetragen. Die Handlung war nicht zu stark sexualisiert, die Beziehung der Beiden basierte auf viel tiefgreifenderen Dingen. Auch das Ende konnte sich dort einreihen- es war nicht idealisiert, sondern auf eine angenehme Art und Weise realistisch. 

An einer Stelle hatte ich kurz die Sorge, dass Parker ein Verhalten einschlägt, dass mir nicht gefällt. Denn dann wäre sein Verhalten nicht nachvollziehbar gewesen- glücklicherweise hat sich dieser Moment der Sorge aber schnell gelegt, da er es doch anders erklärt und somit für mich verständlicher und nachvollziehbarer gemacht hat. Der Rucksack, den er mit sich herumschleppt, ist schwer- und der Grund dafür ist gut eingebunden worden, ohne es zu stark in den Mittelpunkt zu rücken oder zu leichtfertig und übereilt darüber hinweg zu gehen. 


Fazit:

Alles in einem hat mich "Feeling close to you" begeistert. Das Buch triefte nicht vor Kitsch und Klischees, sondern überzeugte mit seinem klaren und authentischen Plot, den interessanten Thematiken und dem wunderbaren Zusammenspiel der Protagonisten. Besonders für Fans von "Cinder&Ella" geeignet, denn die Geschichte hat mich in so vielen Punkten an mein absolutes Herzensbuch erinnert, ohne eine billige Replikation zu sein. 



4,5 von 5 Sternen 


Vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

März 22, 2020 No Kommentare
Mit den "Känguru-Chroniken" hat Marc-Uwe Kling sein literarisches Können, sein Ideenreichtum und seinen Humor mit gewiefter Brillianz unter Beweis gestellt. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an "QualityLand". Ich habe eine gut durchdachte, raffinierte, auf hohem Niveau witzige Dystopie erwartet- bekam jedoch an vielen Stellen billige und sexualisierte Gags, die die gute Grundidee der Zukunftsvision leider etwas versaut haben.


Inhalt:

Peter Arbeitsloser lebt in QualityLand. Das Land der Superlative, des allumfassenden technischen Fortschritts. Das Land, in dem Algorithmen dich besser kennen als du selbst, dir deinen Partner aussuchen und dir Dinge schicken, bevor du selbst je auch nur den Wunsch geäußert hast. Das Land, in dem ein Androide (ein sehr menschenähnlicher Roboter) gegen einen Menschen bei der Präsidentschaftswahl antritt. Und das Land, in dem dein Gesellschaftliches Level dein Leben vorbestimmt. Peter Arbeitsloser duldet sein Leben als Maschinenverschrotter- bis er eines Tages eine fragwürdige Lieferung von "TheShop" bekommt - einen rosafarbenen Delfinvibrator- und ein fundamentales Problem darin erkennt.

Meinung:

An sich war das Universum, in dem sich Peter bewegte- also das von Marc-Uwe Kling erdachte Zukunftsszenario- sehr vielversprechend. Vielleicht ist eine Welt, die von Algorithmen, Computern und Maschinen gesteuert wird, nicht die bahnbrechendste literarische Innovation im Bereich der Science-Fiction, dennoch hatte die Idee viel Potential. Auch, dass ein Mensch aus einem untersten Level, ein "Nutzloser" wie es im quality-Wortschatz so schön heißt, versucht, sich gegen das System aufzulehnen und in einer kleinen Sache ein fundamentales Problem erkennt, hätte wirklich gut umgesetzt werden können und sicher einen richtigen Spannungsbogen kreieren können, doch durch den sehr platten Humor hat die Idee an Überzeugungskraft und Seriösität verloren.
Aus den Känguru-Chroniken bin ich Marc-Uwe Klings stellenweise zynischen, grotesken und unterschwellig gesellschafts- und politikkritischen Humor gewöhnt, der nach vielleicht anfänglichen Schwierigkeiten einen wirklich sehr amüsiert. Doch "QualityLand" wimmelt nur so von Witzen unter der Gürtellinie. Selbstbefriedigung hat einen für mich viel zu hohen Anteil angenommen, und ich war wirklich sehr unschlüssig darüber, warum er das Thema auch noch in das Buch schreiben musste. Ein rosafarbener Delfinvibrator als Schlüsselgegenstand hat mir persönlich an sexuellen Anspielungen schon gereicht. Doch manche Schilderungen gehen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, und diese obszönen Bilder überschatten alles, was ich an dem Buch vielleicht doch mochte.



Lobend hervorheben muss man die Welt und die Charaktere, die Marc-Uwe Kling erschaffen hat. Man hatte eine ganze Bandbreite an verschiedenen Personen und Maschinen, die als Team gut interagiert haben und, ähnlich wie in den Känguru-Chroniken, eine Horde von grotesken Wesen waren. Die Vision war in sich schlüssig, wenn ich manche Erfindungen auch sehr verwirrend fand. Der Aufbau des Buches hat mir auch gut gefallen, denn zwischen den Kapiteln befanden sich immer wieder Berichte oder Anzeigen aus QualityLand, die besonders durch die Kommentare unter dem jeweiligen Beitrag einen höheren Unterhaltungsfaktor hatten als so manches Kapitel. Zumal die Berichte oft einen Bezug zu vorherigen Anspielungen aufweisten und somit dem Leser das Gefühl gaben, immer mehr ein Teil von QualityLand zu werden.
Persönlich haben mich die einzelnen Anspielungen an die "Känguru-Chroniken" sehr glücklich gemacht, es gab mir etwas vertraut witziges, wodurch sie als meine Rettungsringe an niveauvollen Witzen in diesem Buch fungierten.

Die unterschwellige Kritik an dem immer allumfassender werdenderen technischen Fortschritt und die Risiken, die jener birgt, ist definitiv deutlich geworden, jedoch wurde ihr meiner Meinung nach durch den hohen Sex-Witz-Faktor die Aussagekraft geraubt. Der gezwungene und teilweise wirklich billige Humor hat das an sich gut durchdachte Buch voller Potential leider etwas lächerlich gemacht. Leider alles andere als high-quality.

Circa 3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐☆☆
Februar 11, 2020 No Kommentare
Immer wieder erreichen mich Nachrichten, in denen ich gefragt werde, wie, wann und wo man am besten mit einem Bullet Journal beginnen sollte. Es fällt mir immer schwer, pauschalisierte Antworten zu geben, da das Bullet Journal eine ganz persönliche Angelegenheit ist. Und genau das macht ja den Reiz eines Bullet Journals aus: das man unbegrenzte Möglichkeiten hat, es keine Regeln gibt, sondern man sich alles so einteilen und gestalten kann, wie man möchte. Dass sich das Buch den persönlichen Wünschen und Ansprüchen anpasst und man immer wieder neue Skills dazulernen kann, um immer wieder neue Themen kreeiren zu können. Dieser Blogpost ist also ein Versuch, all die Frage, die mich immer wieder erreichen, zu beantworten. Ich weiß nicht, ob ich damit alles beantworten kann- doch ich hoffe, dass dieser Blogpost euch bei der groben Orientierung in diesem Thema bieten kann.

Warum lohnt sich ein Bullet Journal? Was hat es überhaupt für Vorteile?
Diese Frage habe ich bereits in der Einleitung grob umrissen. Für mich persönlich ist das tolle am Bullet Journaling, dass meine Möglichkeiten schier grenzenlos sind. Ich kann immer wieder neue Dinge austesten und das Buch so aufbauen, dass es zu meiner momentanen Lage passt. Als Schülerin ist es für mich sehr wichtig, genügend Platz für Hausaufgaben zu haben, sonstige Termine habe ich größtenteils nicht, da ich die meiste Zeit in der Schule verbringe. Wenn ich aber Ferien habe, brauche ich keinen Platz mehr für Hausaufgaben- und all das kann ich beim Layout meines Bullet Journals berücksichtigen. Ich liebe den Freiraum für Kreativität und das Wissen, dass Niemand sonst auf der Welt dieses Journal benutzt. Es ist immer und überall dabei, gefüllt mit Dingen, die ich liebe, weswegen ich immer gerne dort eintrage und mich nicht zwingen muss.

Welche Materialen MUSS man haben?
Im Grunde braucht man für ein Bullet Journal nicht viel. Ein Notizbuch als Grundlage, ein paar Filzstifte vielleicht oder auch einfach nur ein Fineliner- man braucht kein großes Equipment, um tolle Dinge erschaffen zu können. Es kommt natürlich auch ganz darauf an, in welche Richtung man designtechnisch geht. Ich persönlich mag das Bunte und Abwechslungsreiche und benötige dementsprechend viele verschiedene Filz- und Buntstifte. Doch bei anderen liebe ich auch minimalistische Designs, die fast mit einem einzigen schwarzen Stift auskommen und mindestens genau gut aussehen.

Welche Materialen sind deine Favoriten? Was kannst du empfehlen?
Die Stifte sind abhängig von der Papierqualität, da manches Papier zu dünn ist und die Stifte durchdrücken, was alles andere als schön aussieht. Aber hier meine Empfelungen:
Notizbuch:
Das von Leuchtturm 1917 hab ich gerne genutzt, mittlerweile benutze ich aber meines von Dingbats
und mag es sehr viel lieber, lediglich das Papier ist mir zu gelb. Das Design mit dem Wal, den Einband an sich und die Größe liebe ich aber sehr. Das vom LYX Verlag war toll, jedoch hat der Einband aus Pappe sehr gelitten bei mir. Für's nächste Schuljahr nehme ich eines vom EMF Verlag- noch habe ich es nicht ausgetestet, aber es wirkt sehr hochwertig- das Papier ist fest und blitzeblank weiß. Ich werde berichten.

Stifte:
Größte Empfehlung: Der Tombow Fudenosuke! Ob hart oder weich muss man persönlich herausfinden, ich finde den weichen aber fürs Journalen besser. Die Stifte sind ihr Geld unfassbar wert, halten lange, sind einfach super für Überschriften oder andere Verwendungen. Ansonsten schreibe ich mit einem schwarzen Frixon von Pilot oder benutze diverse billige Buntstifte oder die Tombow Dual Brush Pens- die aber sehr teuer und nicht wirklich notwendig sind.


Wie fange ich an? Muss ich irgendetwas beachten?
Eigentlich nicht, da du da machen kannst, was du willst. Ich habe aber immer eine Jahresübersicht mit Spalten für die Monate des Jahres, in denen ich erste Geburtstage eintrage. Dann folgen für jeden Monat Coverpages, ein größerer Kalender für explizitere Termine und die einzelnen Wochen, in denen ich meine Hausaufgaben für die Tage eintrage. Bei den zusätzlichen Seiten kannst du aber Pinterest nach Inspiration suchen.

Welche zusätzlichen Seiten kann ich nehmen?
Puh, also das ist das umfassendste Thema. Ich führe folgend mal einige Seiten auf, die ich immer wieder gerne nutze und die sich bei mir etabliert haben:
- Monthly/Yearly Playlist
- was mir den Monat versüßte
- Serientracker/gelesene Bücher
- Mood Tracker
- Habit Tracker
- Brain Dump
- Orte, die ich besucht habe
- Saving Goals




Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann schreibt sie gerne in die Kommentare, falls ich irgendwann nochmal einen zweiten Teil planen sollte!

/Werbung durch Markennennung. Keine der oben genannten Firmen koorperiert mit mir- es basiert auf persönlichen Vorlieben und sagt nichts über die Qualität etwaiger anderer Produkte aus!/
Februar 09, 2020 No Kommentare
"Someone Else" hat mir geboten, was ich mir bei "Someone New" so sehr gewünscht und dort so vermisst habe. Authentizität, eine ausgewogene Geschichte und Charaktere mit einem höheren Identifikationsfaktor haben dieses Buch besonders gemacht- wenn ich zunächst auch einige Startschwierigkeiten bei dem Buch hatte.




Das Cover und der Klappentext luden mich dazu ein, der Reihe eine weitere Chance zu geben- und ich bin mehr als froh es getan zu haben. Denn Dinge, die ich bereits in "Someone New" geliebt habe, sind geblieben- Laura Kneidels grandioser Schreibstil zum Beispiel. Sie ist in der Lage, gefühlvoll und authentisch zu schreiben. Es las sich sehr flüssig, beinhaltete detaillierte Beschreibungen, ohne unnötige Informationen zu nennen. Die Geschichte war schlicht, aber dennoch ausgeschmückt und voller Tiefe. Die Wortwahl unterstrich Cassies Art und Gemüt, war also auf die Protagonistin passgenau abgestimmt.

Denn auch Auri und Cassie als Protagonisten konnten mich letztlich überzeugen. Anfangs wurde ich mit den beiden nicht wirklich warm. Cassie und Auri sind sehr gegensätzlich- und genau das war der Konflikt des Buches, so schien es mir. Immer wieder wurde darauf eingegangen, dass ihre Unterschiede der Grund dafür seien, dass sie kein Paar sind. Doch viel entscheidender war doch, dass die beiden Freunde sind- beste Freunde- und die Bewegung in eine romantischere Beziehung viele Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringt.
 Anfangs fehlte mir genau dieser Aspekt. Cassie hat sich meiner Meinung nach viel zu sehr auf Kleinigkeiten eingeschossen, in die sie eine potenzielle Verleumdung ihrer Freundschaft hineininterpretierte. Natürlich verstand ich, dass sie ein bisschen verletzt war, wenn Auri vor Footballkollegen Dinge ihrer Freundschaft negierte. Doch viel mehr sah ich den Aspekt, dass sie ihm so wertvoll ist, dass er diese Freundschaft, diese gemeinsamen Dinge, die sie verbinden, nicht für Menschen verpulvert, die kein Verständnis dafür aufbringen. Das sie sein "Geheimnis" bleibt- aber nicht, weil er nicht zu ihr steht, sondern weil er sie schützen möchte. Weil sie ihm wichtig ist. Deswegen war es manchmal für mich etwas anstrengend mitanzusehen, wie sie sich viel zu viele Gedanken gemacht hat und manches etwas dramatisiert hat- doch was mich anfangs an ihr genervt hat, brachte mich am Ende des Buches dazu, sie als Protagonistin in mein Herz zu schließen.

Denn sie war authentisch und echt. Sie hatte trotz aller Zurückhaltung und Verschlossenheit eine Persönlichkeit. Sie teilte genaue Wertvorstellungen und hatte unkonventionellere Hobbies wie LARPs oder Cosplay, die mir bisher immer sehr unbekannt waren, mich aber in dem Buch begeistern konnten. Ihre Persönlichkeit passte perfekt zu ihrem Aussehen, dass zu Auri nicht gegensätzlicher hätte sein können. Sie ist nicht wirklich ein gemischter Charakter, sondern eigentlich aufrichtig und durchweg ein guter Mensch. Was mich sonst oftmals stört aus Gründen mangelnder Originalität, hat mir hier gut gefallen. Denn Cassie war mein Ruhepol in diesem Buch. Das Herz der Geschichte, verletzlich, aber mit einem starken Willen.

Auri fand ich tatsächlich etwas eindimensionaler als Cassie. Trotz der vielen Seiten, die ich von ihm gelesen habe, habe ich immer noch das Gefühl, eine gewisse Distanz zu ihm zu haben. Seine Persönlichkeit ist etwas mysteriöser- doch ich denke, dass sein teilweise sehr inkonsistentes Verhalten die Handlung und seinen Charakter maßgeblich bestimmten. Trotzdem erfüllte er nicht jedes Footballer-Klischee- glücklicherweise, denn sonst hätte ich mich an dieser Stelle breit aufgeregt, da ich normale Footballer nicht mehr sehen kann. Es hat Auri, genau wie Cassie, etwas Besonderes, gut durchdachtes verliehen.




Die Handlung verlief zeitlich realistisch. Das Knistern zwischen den beiden habe ich nicht so stark gespürt wie damals beim LARP oder bei Julians und Micahs Geschichte in "Someone New", doch das verlieh dem Buch auch einen Hauch Seriösität. Die beiden kennen sich schon lange, wissen. woran sie beim Gegenüber sind, und genau das wurde durch diese Vertrautheit zwischen den beiden sehr deutlich. Doch ein bisschen mehr Nervenkitzel oder Knistern zwischen den beiden hätte ich mir schon gewünscht. 

Es wirkte alles sehr fließend. Cassies Ängste und Zweifel sowie Unsicherheiten im Bezug auf ihre enge Freundschaft und ihren Gefühlen zu Auri wurden deutlich, dennoch zerriss es mich als Leser nicht und hat mich nicht die ganze Bandbreite der komplizierten Beziehung fühlen lassen. Einiges war auch sehr vorhersehbar, das Ende war aber süß. Es rundete die Geschichte sehr schön ab, wenn es auch, wie alles in diesem Buch, sehr selbstverständlich und ohne großes Drama ablief- was tendenziell nicht schlecht ist, denn dadurch wurde die Handlung authentischer und realistischer. 

Wen ich an dieser Stelle aber noch lobend hervorheben muss, ist Lucien. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich mich auf seine und Alizas Geschichte in "Someone to stay" freue. Denn auch, wenn ich vor diesem Buch Lucien kaum kannte, so hat er in diesem Band mein Herz definitiv erobert. Seine Ausstrahlung, sein Auftreten trotz seiner Vergangenheit und seine Freundschaft zu Cassie fühlten sich so echt an, so bewundernswert, dass ich Lucien einfach nur mögen konnte. Ich verspreche mir von ihm eine Geschichte, die mich mitreißen wird- bewegen, zu Tränen rühren aber gleichzeitig viel Mut spenden kann. Denn er ist stark, aufrichtig und auf seine Art herzlich- der heimliche Star in diesem Buch.

Insgesamt also ein Buch, dass ich New-Adult-Lesern definitiv ans Herz legen kann. Eine süße Geschichte mit freundlichen Protagonisten, ohne großes Drama oder nervenaufreibenden Plottwists- was diesem Buch seinen ganz besonderem Charme verlieh und ihm eine hohe Authentizität verlieh. 

Insgesamt also gute 4 von 5 Sternen⭐⭐⭐⭐
Februar 08, 2020 No Kommentare
Die Lochis, das sind Heiko und Roman Lochmann. Nach großer medialer Aufmerksamkeit, die sich von SocialMedia bald auch auf das Fernsehen ausgeweitet hat, schließen die Zwillinge offiziell das Kapitel als "Die Lochis". Nach der großen Abschiedstour, bei der ich selbst auf dem allerletzten Konzert war, folgt nun die Autobiographie. Sie wird angepriesen als schonungslos ehrlich, pikant und als ein Einblick in bisher unbekannte Kapitel vom Leben der Zwillinge. Und genau das erwartet den Leser auch, jedoch sollte er dabei keine literarische und sprachlich höchstgradig raffinierte Abhandlung erwarten.




Dieses Buch ist wirklich etwas für Fans, für Menschen, die mehr über Heiko und Roman Lochmann erfahren möchten. Ich selbst habe aus diesem Grunde zu dem Buch gegriffen, da ich mich in letzter Zeit mehr mit der Musik der beiden auseinandergesetzt habe. Jedoch habe ich mich weniger mit dem Leben der beiden befasst, sodass ich nun einige Hintergrundgeschichten zu der Musik kenne. Ich muss sagen, dass ich es über das Buch hinweg gelernt habe, die beiden für ihre Karriere in diesem Alter zu bewundern. Die beiden sprechen in ihrem Buch offen über Fehler und Probleme, aber eben auch über Erfolge, Meilensteine und Entwicklungen. Es ist durchaus interessant zu verfolgen, wie die beiden sukzessive auf der Karriereleiter nach oben geklettert sind, dabei aber auch den ein oder anderen Rückschlag erleben musste. Neben den beruflichen Entwicklungen werden aber auch privatere Themen angesprochen- das erste Mal, Alkohol, Rauchen und andere Jugendsünden. Es ist amüsant und schnell zu lesen. Ich bin kein Mensch, der häufig Autobiographien liest, weswegen es für mich schwer einzuordnen ist, wie andere Biographien sind.

Meiner Meinung nach war es sehr addressatenorientiert, was sicherlich angebracht war. Die Fans von "den Lochis" sind größtenteils jünger, und in diesem Fall finde ich das Buch gelungen. Die Sprache ist einfach und schlicht gehalten und sehr umgangssprachlich. Es sorgt für eine hohe Authentizität, gleichzeitig hat es mich aber manchmal gestört, da ich einfach Texte gewöhnt bin, die weniger umgangssprachlich sind. So jedoch spricht es die breite Masse an, es gibt keine Verständnisprobleme. Gut fand ich, dass nicht nur die beiden gesprochen haben. Die Texte haben sich abgewechselt- mal gab es Interviews von Personen aus ihrem Umfeld und wie sie den jeweiligen Abschnitt aus dem Leben von Heiko und Roman beurteilen und wie sie es als außenstehende Betrachter erlebt haben. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Unterhaltungen zwischen Roman und Heiko, in denen sie auch über einen Lebensabschnitt oder ein gewisses Thema diskutieren. Den Humor in diesem Abschnitten fand ich manchmal etwas gezwungen, aber die beiden leben besonders von ihrer Art und Weise, etwas zu präsentieren und zu performen, was in einem Buch natürlich wegfällt.
Alles ist mit vielen Bildern untermauert. Gefühlt die Hälfte des Buches besteht aus Bildern, was das ganze auflockert. Man erhält dadurch Einblicke in alte Zeiten, Jugendfotos, oder schwelgt in neueren Erinnerungen, beispielsweise in Form von Fotos aus der aktuellen Tour.



Alles in einem stehe ich dem Buch relativ neutral gegenüber. Es war leicht zu lesen, sicherlich immer mal wieder interessant und spannend, mehr über die beiden zu lesen. Wenn man aber schon länger dabei ist, waren allzuviele Informationen nicht mehr neu für einen, selbst wenn man sich wie ich größtenteils nur mit der Musik der beiden beschäftigt hat. Ich kann die beiden für ihre Erfolge in ihren jungen Jahren nur bewundern und denke, dass das Buch für einen Fan sicher ein Objekt ist, dass man erwerben kann- man muss es aber nicht unbedingt.


Vielen Dank an Randomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
Januar 25, 2020 No Kommentare
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Ich bin Ilka - kreatives Fangirl, Bücherwurm, Filmmusikliebhaberin, Vanlife-Enthusiastin, Hobby-Fotografin und Bingewatcherin. Ein Mädchen mit der Liebe zu Wörtern, Büchern, Stiften und der Kreativität, die in uns allen steckt.
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