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Bastilkarton

Die Welt eines kreativen Booknerds


Bianca Iosiovoni konnte mich bereits durch die "First-Reihe" von sich überzeugen und hat mich mit ihrem Schreibstil und ihren Geschichten begeistern können. Dementsprechend klar war für mich, dass ich "Feeling close to you" lesen musste und habe dem Buch lange entgegengefiebert, wodurch ich gewisse Erwartungen an dieses Buch hatte. Und ihre Geschichte hat meine Erwartungen vollends erfüllt, wenn nicht sogar noch übertroffen.
 Ich habe dieses Buch mitten in der Nacht beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte und spürte danach das Gefühl dieser unendlichen Leere, das einen beschleicht, wenn man ein wunderbares Buch beendet hat und man einfach nur noch zurück in die Handlung möchte, um noch mehr Zeit in der Szenerie zu verbringen. 






Inhalt:

Parker ist einer der bekanntesten Streamer und hat sich über die Jahre eine große Community voller von ihm begeisterten Gamern aufgebaut. Er ist erfolgreich und gut in dem, was er tut. Dementsprechend erschrocken war er, als ein Spieler namens "TRGame" ihn eines nachts vor den Augen von Tausenden Zuschauern in Guild Wars mehrere Male komplett fertig gemacht hat. Parker, ganz erhitzt und aufgebracht von den Niederlagen, möchte herausfinden, welcher Gamer sich hinter diesem Namen versteckt und stellt ihn zur Rede. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um ein Mädchen handelt. Dass es sich dabei um Teagan handelt- das Mädchen, das schon bald sein Herz nicht nur in einem Spiel höher schlagen lassen wird...




Meinung:

Zugegebenermaßen stand ich der Thematik des Gamings zu Beginn der Geschichte skeptisch gegenüber. Ich wusste nicht, was genau mich erwartet, da eine solche Thematik tatsächlich schnell nach hinten losgehen kann- es wirkt schnell so, als sei es zu sehr gewollt, ein Buch zu schreiben, dass den Zeitgeist beinhaltet und auf angesagte Themen anspricht, einfach nur der Aktualität wegen. Doch ich persönlich empfand die Thematik als gut recherchiert- ich hätte nie gedacht, dass mich Gaming in einem Buch so abholen könnte. Es war unkonventionell und spannend, die Spiele, von denen ich vorher noch nichts gehört hatte, haben mich mitgerissen und voller Spannung habe ich verfolgt, wie Teagan und Parker sich gegenseitig fertig machen. 

Außerdem war ich unglaublich dankbar darüber, mal eine thematische Abwechslung zu genießen. Das Buch war nicht klischeehaft, sondern einfach mal anders- Teagan ist nicht das typische Vorstadtmädchen, das bald Literatur auf einer pittoresken Universität studieren wird, sondern jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht. Sie ist selbstständig und kümmert sich um ihre Dinge. Sie weiß, was sie will und hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Sie ist selbstbewusst und hat Humor- alles Eigenschaften, die mir an ihr wirklich gut gefallen haben. Sie hat sich nicht schnell von anderen Menschen beeinflussen lassen und war nicht naiv, sondern hat den Tatsachen ins Auge gesehen, ohne sie zu beschönigen. Und eine solche Charakterin war eine willkommene Abwechslung. Zwar war sie mir auf den ersten Seiten für meinen Geschmack etwas zu rebellisch und zu direkt, sodass ich etwas abgeschreckt von ihr war, doch mit der Zeit konnte sich mich vollends von sich überzeugen.



Parker war der perfekte männliche Gegenpart dazu und hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er war mir von Anfang an sympatisch- ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber er strahlte eine angenehme Portion Selbstsicherheit aus und hatte einfach dieses gewisse Etwas, das man manchmal nicht in Worte fassen kann. Er hat einen tollen Witz, eine grandiose Ausstrahlung, ist fürsorglich und herzensgut. Er schleppt einiges mit sich herum, lässt sich jedoch nicht unterkriegen, sondern ist weiterhin so fröhlich und aufgeweckt, dass es einfach Spaß gemacht hat, Dinge über ihn und sein Leben zu lesen. Auch seine Mitbewohner in der WG und seine beste Freundin Callie, die Hauptcharakterin von "Finding back to us" ist, haben wunderbar mit ihm harmoniert und ihn zu einem noch tolleren Protagonisten gemacht.

Ich habe die Konversationen zwischen Teagan und ihm immer gerne verfolgt.
Am Ende einiger Kapitel gibt es nämlich immer wieder Passagen, in denen Chatverläufe zwischen Teagan und Parker eingebunden werden. Im Allgemeinen bin ich ein Fan davon, in Büchern Chatverläufe zu verfolgen- die Seiten fliegen dabei nur so dahin und für mich persönlich erhöht es immer den Authentizitätsgrad, sofern es gut gemacht ist. Es gibt einem das Gefühl, etwas Persönliches von den Protagonisten in den Händen zu halten und live dabei zu sein. Und da die Beiden einen guten Humor haben und wunderbar harmonieren, war es immer eine große Freude, zu lesen, wie sie miteinander schreiben.



Der Plot an sich hat mir auch gut gefallen. Ihr erstes 
Zusammentreffen war zwar nicht ganz, wie ich es mir  erwünscht hatte, da es mich persönlich nicht ganz abgeholt und es sich etwas unauthentisch angefühlt hat, dennoch steigert es die Sympatien für Parker auf jeden Fall. Die Momente zwischen den Beiden waren einfach toll- es fühlte sich  im Großen und Ganzen echt an und nicht so dick aufgetragen. Die Handlung war nicht zu stark sexualisiert, die Beziehung der Beiden basierte auf viel tiefgreifenderen Dingen. Auch das Ende konnte sich dort einreihen- es war nicht idealisiert, sondern auf eine angenehme Art und Weise realistisch. 

An einer Stelle hatte ich kurz die Sorge, dass Parker ein Verhalten einschlägt, dass mir nicht gefällt. Denn dann wäre sein Verhalten nicht nachvollziehbar gewesen- glücklicherweise hat sich dieser Moment der Sorge aber schnell gelegt, da er es doch anders erklärt und somit für mich verständlicher und nachvollziehbarer gemacht hat. Der Rucksack, den er mit sich herumschleppt, ist schwer- und der Grund dafür ist gut eingebunden worden, ohne es zu stark in den Mittelpunkt zu rücken oder zu leichtfertig und übereilt darüber hinweg zu gehen. 


Fazit:

Alles in einem hat mich "Feeling close to you" begeistert. Das Buch triefte nicht vor Kitsch und Klischees, sondern überzeugte mit seinem klaren und authentischen Plot, den interessanten Thematiken und dem wunderbaren Zusammenspiel der Protagonisten. Besonders für Fans von "Cinder&Ella" geeignet, denn die Geschichte hat mich in so vielen Punkten an mein absolutes Herzensbuch erinnert, ohne eine billige Replikation zu sein. 



4,5 von 5 Sternen 


Vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag und die Bloggerjury für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

März 22, 2020 No Kommentare
Mit den "Känguru-Chroniken" hat Marc-Uwe Kling sein literarisches Können, sein Ideenreichtum und seinen Humor mit gewiefter Brillianz unter Beweis gestellt. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an "QualityLand". Ich habe eine gut durchdachte, raffinierte, auf hohem Niveau witzige Dystopie erwartet- bekam jedoch an vielen Stellen billige und sexualisierte Gags, die die gute Grundidee der Zukunftsvision leider etwas versaut haben.


Inhalt:

Peter Arbeitsloser lebt in QualityLand. Das Land der Superlative, des allumfassenden technischen Fortschritts. Das Land, in dem Algorithmen dich besser kennen als du selbst, dir deinen Partner aussuchen und dir Dinge schicken, bevor du selbst je auch nur den Wunsch geäußert hast. Das Land, in dem ein Androide (ein sehr menschenähnlicher Roboter) gegen einen Menschen bei der Präsidentschaftswahl antritt. Und das Land, in dem dein Gesellschaftliches Level dein Leben vorbestimmt. Peter Arbeitsloser duldet sein Leben als Maschinenverschrotter- bis er eines Tages eine fragwürdige Lieferung von "TheShop" bekommt - einen rosafarbenen Delfinvibrator- und ein fundamentales Problem darin erkennt.

Meinung:

An sich war das Universum, in dem sich Peter bewegte- also das von Marc-Uwe Kling erdachte Zukunftsszenario- sehr vielversprechend. Vielleicht ist eine Welt, die von Algorithmen, Computern und Maschinen gesteuert wird, nicht die bahnbrechendste literarische Innovation im Bereich der Science-Fiction, dennoch hatte die Idee viel Potential. Auch, dass ein Mensch aus einem untersten Level, ein "Nutzloser" wie es im quality-Wortschatz so schön heißt, versucht, sich gegen das System aufzulehnen und in einer kleinen Sache ein fundamentales Problem erkennt, hätte wirklich gut umgesetzt werden können und sicher einen richtigen Spannungsbogen kreieren können, doch durch den sehr platten Humor hat die Idee an Überzeugungskraft und Seriösität verloren.
Aus den Känguru-Chroniken bin ich Marc-Uwe Klings stellenweise zynischen, grotesken und unterschwellig gesellschafts- und politikkritischen Humor gewöhnt, der nach vielleicht anfänglichen Schwierigkeiten einen wirklich sehr amüsiert. Doch "QualityLand" wimmelt nur so von Witzen unter der Gürtellinie. Selbstbefriedigung hat einen für mich viel zu hohen Anteil angenommen, und ich war wirklich sehr unschlüssig darüber, warum er das Thema auch noch in das Buch schreiben musste. Ein rosafarbener Delfinvibrator als Schlüsselgegenstand hat mir persönlich an sexuellen Anspielungen schon gereicht. Doch manche Schilderungen gehen mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, und diese obszönen Bilder überschatten alles, was ich an dem Buch vielleicht doch mochte.



Lobend hervorheben muss man die Welt und die Charaktere, die Marc-Uwe Kling erschaffen hat. Man hatte eine ganze Bandbreite an verschiedenen Personen und Maschinen, die als Team gut interagiert haben und, ähnlich wie in den Känguru-Chroniken, eine Horde von grotesken Wesen waren. Die Vision war in sich schlüssig, wenn ich manche Erfindungen auch sehr verwirrend fand. Der Aufbau des Buches hat mir auch gut gefallen, denn zwischen den Kapiteln befanden sich immer wieder Berichte oder Anzeigen aus QualityLand, die besonders durch die Kommentare unter dem jeweiligen Beitrag einen höheren Unterhaltungsfaktor hatten als so manches Kapitel. Zumal die Berichte oft einen Bezug zu vorherigen Anspielungen aufweisten und somit dem Leser das Gefühl gaben, immer mehr ein Teil von QualityLand zu werden.
Persönlich haben mich die einzelnen Anspielungen an die "Känguru-Chroniken" sehr glücklich gemacht, es gab mir etwas vertraut witziges, wodurch sie als meine Rettungsringe an niveauvollen Witzen in diesem Buch fungierten.

Die unterschwellige Kritik an dem immer allumfassender werdenderen technischen Fortschritt und die Risiken, die jener birgt, ist definitiv deutlich geworden, jedoch wurde ihr meiner Meinung nach durch den hohen Sex-Witz-Faktor die Aussagekraft geraubt. Der gezwungene und teilweise wirklich billige Humor hat das an sich gut durchdachte Buch voller Potential leider etwas lächerlich gemacht. Leider alles andere als high-quality.

Circa 3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐☆☆
Februar 11, 2020 No Kommentare
Immer wieder erreichen mich Nachrichten, in denen ich gefragt werde, wie, wann und wo man am besten mit einem Bullet Journal beginnen sollte. Es fällt mir immer schwer, pauschalisierte Antworten zu geben, da das Bullet Journal eine ganz persönliche Angelegenheit ist. Und genau das macht ja den Reiz eines Bullet Journals aus: das man unbegrenzte Möglichkeiten hat, es keine Regeln gibt, sondern man sich alles so einteilen und gestalten kann, wie man möchte. Dass sich das Buch den persönlichen Wünschen und Ansprüchen anpasst und man immer wieder neue Skills dazulernen kann, um immer wieder neue Themen kreeiren zu können. Dieser Blogpost ist also ein Versuch, all die Frage, die mich immer wieder erreichen, zu beantworten. Ich weiß nicht, ob ich damit alles beantworten kann- doch ich hoffe, dass dieser Blogpost euch bei der groben Orientierung in diesem Thema bieten kann.

Warum lohnt sich ein Bullet Journal? Was hat es überhaupt für Vorteile?
Diese Frage habe ich bereits in der Einleitung grob umrissen. Für mich persönlich ist das tolle am Bullet Journaling, dass meine Möglichkeiten schier grenzenlos sind. Ich kann immer wieder neue Dinge austesten und das Buch so aufbauen, dass es zu meiner momentanen Lage passt. Als Schülerin ist es für mich sehr wichtig, genügend Platz für Hausaufgaben zu haben, sonstige Termine habe ich größtenteils nicht, da ich die meiste Zeit in der Schule verbringe. Wenn ich aber Ferien habe, brauche ich keinen Platz mehr für Hausaufgaben- und all das kann ich beim Layout meines Bullet Journals berücksichtigen. Ich liebe den Freiraum für Kreativität und das Wissen, dass Niemand sonst auf der Welt dieses Journal benutzt. Es ist immer und überall dabei, gefüllt mit Dingen, die ich liebe, weswegen ich immer gerne dort eintrage und mich nicht zwingen muss.

Welche Materialen MUSS man haben?
Im Grunde braucht man für ein Bullet Journal nicht viel. Ein Notizbuch als Grundlage, ein paar Filzstifte vielleicht oder auch einfach nur ein Fineliner- man braucht kein großes Equipment, um tolle Dinge erschaffen zu können. Es kommt natürlich auch ganz darauf an, in welche Richtung man designtechnisch geht. Ich persönlich mag das Bunte und Abwechslungsreiche und benötige dementsprechend viele verschiedene Filz- und Buntstifte. Doch bei anderen liebe ich auch minimalistische Designs, die fast mit einem einzigen schwarzen Stift auskommen und mindestens genau gut aussehen.

Welche Materialen sind deine Favoriten? Was kannst du empfehlen?
Die Stifte sind abhängig von der Papierqualität, da manches Papier zu dünn ist und die Stifte durchdrücken, was alles andere als schön aussieht. Aber hier meine Empfelungen:
Notizbuch:
Das von Leuchtturm 1917 hab ich gerne genutzt, mittlerweile benutze ich aber meines von Dingbats
und mag es sehr viel lieber, lediglich das Papier ist mir zu gelb. Das Design mit dem Wal, den Einband an sich und die Größe liebe ich aber sehr. Das vom LYX Verlag war toll, jedoch hat der Einband aus Pappe sehr gelitten bei mir. Für's nächste Schuljahr nehme ich eines vom EMF Verlag- noch habe ich es nicht ausgetestet, aber es wirkt sehr hochwertig- das Papier ist fest und blitzeblank weiß. Ich werde berichten.

Stifte:
Größte Empfehlung: Der Tombow Fudenosuke! Ob hart oder weich muss man persönlich herausfinden, ich finde den weichen aber fürs Journalen besser. Die Stifte sind ihr Geld unfassbar wert, halten lange, sind einfach super für Überschriften oder andere Verwendungen. Ansonsten schreibe ich mit einem schwarzen Frixon von Pilot oder benutze diverse billige Buntstifte oder die Tombow Dual Brush Pens- die aber sehr teuer und nicht wirklich notwendig sind.


Wie fange ich an? Muss ich irgendetwas beachten?
Eigentlich nicht, da du da machen kannst, was du willst. Ich habe aber immer eine Jahresübersicht mit Spalten für die Monate des Jahres, in denen ich erste Geburtstage eintrage. Dann folgen für jeden Monat Coverpages, ein größerer Kalender für explizitere Termine und die einzelnen Wochen, in denen ich meine Hausaufgaben für die Tage eintrage. Bei den zusätzlichen Seiten kannst du aber Pinterest nach Inspiration suchen.

Welche zusätzlichen Seiten kann ich nehmen?
Puh, also das ist das umfassendste Thema. Ich führe folgend mal einige Seiten auf, die ich immer wieder gerne nutze und die sich bei mir etabliert haben:
- Monthly/Yearly Playlist
- was mir den Monat versüßte
- Serientracker/gelesene Bücher
- Mood Tracker
- Habit Tracker
- Brain Dump
- Orte, die ich besucht habe
- Saving Goals




Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann schreibt sie gerne in die Kommentare, falls ich irgendwann nochmal einen zweiten Teil planen sollte!

/Werbung durch Markennennung. Keine der oben genannten Firmen koorperiert mit mir- es basiert auf persönlichen Vorlieben und sagt nichts über die Qualität etwaiger anderer Produkte aus!/
Februar 09, 2020 No Kommentare
"Someone Else" hat mir geboten, was ich mir bei "Someone New" so sehr gewünscht und dort so vermisst habe. Authentizität, eine ausgewogene Geschichte und Charaktere mit einem höheren Identifikationsfaktor haben dieses Buch besonders gemacht- wenn ich zunächst auch einige Startschwierigkeiten bei dem Buch hatte.




Das Cover und der Klappentext luden mich dazu ein, der Reihe eine weitere Chance zu geben- und ich bin mehr als froh es getan zu haben. Denn Dinge, die ich bereits in "Someone New" geliebt habe, sind geblieben- Laura Kneidels grandioser Schreibstil zum Beispiel. Sie ist in der Lage, gefühlvoll und authentisch zu schreiben. Es las sich sehr flüssig, beinhaltete detaillierte Beschreibungen, ohne unnötige Informationen zu nennen. Die Geschichte war schlicht, aber dennoch ausgeschmückt und voller Tiefe. Die Wortwahl unterstrich Cassies Art und Gemüt, war also auf die Protagonistin passgenau abgestimmt.

Denn auch Auri und Cassie als Protagonisten konnten mich letztlich überzeugen. Anfangs wurde ich mit den beiden nicht wirklich warm. Cassie und Auri sind sehr gegensätzlich- und genau das war der Konflikt des Buches, so schien es mir. Immer wieder wurde darauf eingegangen, dass ihre Unterschiede der Grund dafür seien, dass sie kein Paar sind. Doch viel entscheidender war doch, dass die beiden Freunde sind- beste Freunde- und die Bewegung in eine romantischere Beziehung viele Schwierigkeiten, Ängste, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringt.
 Anfangs fehlte mir genau dieser Aspekt. Cassie hat sich meiner Meinung nach viel zu sehr auf Kleinigkeiten eingeschossen, in die sie eine potenzielle Verleumdung ihrer Freundschaft hineininterpretierte. Natürlich verstand ich, dass sie ein bisschen verletzt war, wenn Auri vor Footballkollegen Dinge ihrer Freundschaft negierte. Doch viel mehr sah ich den Aspekt, dass sie ihm so wertvoll ist, dass er diese Freundschaft, diese gemeinsamen Dinge, die sie verbinden, nicht für Menschen verpulvert, die kein Verständnis dafür aufbringen. Das sie sein "Geheimnis" bleibt- aber nicht, weil er nicht zu ihr steht, sondern weil er sie schützen möchte. Weil sie ihm wichtig ist. Deswegen war es manchmal für mich etwas anstrengend mitanzusehen, wie sie sich viel zu viele Gedanken gemacht hat und manches etwas dramatisiert hat- doch was mich anfangs an ihr genervt hat, brachte mich am Ende des Buches dazu, sie als Protagonistin in mein Herz zu schließen.

Denn sie war authentisch und echt. Sie hatte trotz aller Zurückhaltung und Verschlossenheit eine Persönlichkeit. Sie teilte genaue Wertvorstellungen und hatte unkonventionellere Hobbies wie LARPs oder Cosplay, die mir bisher immer sehr unbekannt waren, mich aber in dem Buch begeistern konnten. Ihre Persönlichkeit passte perfekt zu ihrem Aussehen, dass zu Auri nicht gegensätzlicher hätte sein können. Sie ist nicht wirklich ein gemischter Charakter, sondern eigentlich aufrichtig und durchweg ein guter Mensch. Was mich sonst oftmals stört aus Gründen mangelnder Originalität, hat mir hier gut gefallen. Denn Cassie war mein Ruhepol in diesem Buch. Das Herz der Geschichte, verletzlich, aber mit einem starken Willen.

Auri fand ich tatsächlich etwas eindimensionaler als Cassie. Trotz der vielen Seiten, die ich von ihm gelesen habe, habe ich immer noch das Gefühl, eine gewisse Distanz zu ihm zu haben. Seine Persönlichkeit ist etwas mysteriöser- doch ich denke, dass sein teilweise sehr inkonsistentes Verhalten die Handlung und seinen Charakter maßgeblich bestimmten. Trotzdem erfüllte er nicht jedes Footballer-Klischee- glücklicherweise, denn sonst hätte ich mich an dieser Stelle breit aufgeregt, da ich normale Footballer nicht mehr sehen kann. Es hat Auri, genau wie Cassie, etwas Besonderes, gut durchdachtes verliehen.




Die Handlung verlief zeitlich realistisch. Das Knistern zwischen den beiden habe ich nicht so stark gespürt wie damals beim LARP oder bei Julians und Micahs Geschichte in "Someone New", doch das verlieh dem Buch auch einen Hauch Seriösität. Die beiden kennen sich schon lange, wissen. woran sie beim Gegenüber sind, und genau das wurde durch diese Vertrautheit zwischen den beiden sehr deutlich. Doch ein bisschen mehr Nervenkitzel oder Knistern zwischen den beiden hätte ich mir schon gewünscht. 

Es wirkte alles sehr fließend. Cassies Ängste und Zweifel sowie Unsicherheiten im Bezug auf ihre enge Freundschaft und ihren Gefühlen zu Auri wurden deutlich, dennoch zerriss es mich als Leser nicht und hat mich nicht die ganze Bandbreite der komplizierten Beziehung fühlen lassen. Einiges war auch sehr vorhersehbar, das Ende war aber süß. Es rundete die Geschichte sehr schön ab, wenn es auch, wie alles in diesem Buch, sehr selbstverständlich und ohne großes Drama ablief- was tendenziell nicht schlecht ist, denn dadurch wurde die Handlung authentischer und realistischer. 

Wen ich an dieser Stelle aber noch lobend hervorheben muss, ist Lucien. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich mich auf seine und Alizas Geschichte in "Someone to stay" freue. Denn auch, wenn ich vor diesem Buch Lucien kaum kannte, so hat er in diesem Band mein Herz definitiv erobert. Seine Ausstrahlung, sein Auftreten trotz seiner Vergangenheit und seine Freundschaft zu Cassie fühlten sich so echt an, so bewundernswert, dass ich Lucien einfach nur mögen konnte. Ich verspreche mir von ihm eine Geschichte, die mich mitreißen wird- bewegen, zu Tränen rühren aber gleichzeitig viel Mut spenden kann. Denn er ist stark, aufrichtig und auf seine Art herzlich- der heimliche Star in diesem Buch.

Insgesamt also ein Buch, dass ich New-Adult-Lesern definitiv ans Herz legen kann. Eine süße Geschichte mit freundlichen Protagonisten, ohne großes Drama oder nervenaufreibenden Plottwists- was diesem Buch seinen ganz besonderem Charme verlieh und ihm eine hohe Authentizität verlieh. 

Insgesamt also gute 4 von 5 Sternen⭐⭐⭐⭐
Februar 08, 2020 No Kommentare
Die Lochis, das sind Heiko und Roman Lochmann. Nach großer medialer Aufmerksamkeit, die sich von SocialMedia bald auch auf das Fernsehen ausgeweitet hat, schließen die Zwillinge offiziell das Kapitel als "Die Lochis". Nach der großen Abschiedstour, bei der ich selbst auf dem allerletzten Konzert war, folgt nun die Autobiographie. Sie wird angepriesen als schonungslos ehrlich, pikant und als ein Einblick in bisher unbekannte Kapitel vom Leben der Zwillinge. Und genau das erwartet den Leser auch, jedoch sollte er dabei keine literarische und sprachlich höchstgradig raffinierte Abhandlung erwarten.




Dieses Buch ist wirklich etwas für Fans, für Menschen, die mehr über Heiko und Roman Lochmann erfahren möchten. Ich selbst habe aus diesem Grunde zu dem Buch gegriffen, da ich mich in letzter Zeit mehr mit der Musik der beiden auseinandergesetzt habe. Jedoch habe ich mich weniger mit dem Leben der beiden befasst, sodass ich nun einige Hintergrundgeschichten zu der Musik kenne. Ich muss sagen, dass ich es über das Buch hinweg gelernt habe, die beiden für ihre Karriere in diesem Alter zu bewundern. Die beiden sprechen in ihrem Buch offen über Fehler und Probleme, aber eben auch über Erfolge, Meilensteine und Entwicklungen. Es ist durchaus interessant zu verfolgen, wie die beiden sukzessive auf der Karriereleiter nach oben geklettert sind, dabei aber auch den ein oder anderen Rückschlag erleben musste. Neben den beruflichen Entwicklungen werden aber auch privatere Themen angesprochen- das erste Mal, Alkohol, Rauchen und andere Jugendsünden. Es ist amüsant und schnell zu lesen. Ich bin kein Mensch, der häufig Autobiographien liest, weswegen es für mich schwer einzuordnen ist, wie andere Biographien sind.

Meiner Meinung nach war es sehr addressatenorientiert, was sicherlich angebracht war. Die Fans von "den Lochis" sind größtenteils jünger, und in diesem Fall finde ich das Buch gelungen. Die Sprache ist einfach und schlicht gehalten und sehr umgangssprachlich. Es sorgt für eine hohe Authentizität, gleichzeitig hat es mich aber manchmal gestört, da ich einfach Texte gewöhnt bin, die weniger umgangssprachlich sind. So jedoch spricht es die breite Masse an, es gibt keine Verständnisprobleme. Gut fand ich, dass nicht nur die beiden gesprochen haben. Die Texte haben sich abgewechselt- mal gab es Interviews von Personen aus ihrem Umfeld und wie sie den jeweiligen Abschnitt aus dem Leben von Heiko und Roman beurteilen und wie sie es als außenstehende Betrachter erlebt haben. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder Unterhaltungen zwischen Roman und Heiko, in denen sie auch über einen Lebensabschnitt oder ein gewisses Thema diskutieren. Den Humor in diesem Abschnitten fand ich manchmal etwas gezwungen, aber die beiden leben besonders von ihrer Art und Weise, etwas zu präsentieren und zu performen, was in einem Buch natürlich wegfällt.
Alles ist mit vielen Bildern untermauert. Gefühlt die Hälfte des Buches besteht aus Bildern, was das ganze auflockert. Man erhält dadurch Einblicke in alte Zeiten, Jugendfotos, oder schwelgt in neueren Erinnerungen, beispielsweise in Form von Fotos aus der aktuellen Tour.



Alles in einem stehe ich dem Buch relativ neutral gegenüber. Es war leicht zu lesen, sicherlich immer mal wieder interessant und spannend, mehr über die beiden zu lesen. Wenn man aber schon länger dabei ist, waren allzuviele Informationen nicht mehr neu für einen, selbst wenn man sich wie ich größtenteils nur mit der Musik der beiden beschäftigt hat. Ich kann die beiden für ihre Erfolge in ihren jungen Jahren nur bewundern und denke, dass das Buch für einen Fan sicher ein Objekt ist, dass man erwerben kann- man muss es aber nicht unbedingt.


Vielen Dank an Randomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
Januar 25, 2020 No Kommentare
Die Flechter-University-Reihe ist eine Buchreihe, auf die ich schon lange hingefiebert hatte. Dadurch, dass ich Tami Fischer schon lange auf YouTube und Instagram verfolge, war ich sehr gespannt auf ihre Bücher. "Burning Bridges" war ein schöner Auftakt, konnte mich aber nicht vollends fesseln und überzeugen. "Sinking Ships" hingegen schon- ich habe dieses Buch wirklich sehr geliebt und geradezu verschlungen, da es mich so gefesselt hat.




Einerseits waren mir die Charaktere in diesem Teil unfassbar sympatisch. Mitch ist mir bereits in "Burning Bridges" positiv aufgefallen und ich hatte deshalb sehr gespannt auf seinen Teil gewartet- und wurde nicht enttäuscht. Mitchell ist wirklich ein absolut perfekter Goodguy. Er ist herzlich und aufrichtig, geduldig, hat Witz, ist zielstrebig, sieht in meiner Vorstellung wirklich gut aus und ist einfach einen Mensch, den man gerne haben muss. Sehr sympatisch fand ich auch, dass er Marvelfan ist. Es hat ihm Authentizität verliehen und knüpfte an Themen an, die den Leser vielleicht auch bewegen.

Carla ist das perfekte Gegenstück zu ihm. Die Analogie, die beiden seien wie Feuer und Wasser, könnte die beiden und das ganze Buch einfach nicht besser beschreiben. Denn während Mitch Schwimmer und ein insgesamt sehr ausgeglichener, ruhiger Charakter war, ist Carla feurig, temperamentvoll- und hat Angst vor Wasser. Sie hat mich wirklich in ihrer Charakterentwicklung positiv überrascht. Denn wenn sie auch nach außen unnahbar und unfreundlich wirkt, so merkt man während der Geschichte, dass sich hinterer ihrer rauen Schale so viel mehr verbirgt als nur ein weicher Kern.
Ebenso löblich fand ich den zeitlichen Verlauf. Es ging mir nicht zu schnell, sondern die Beziehung zwischen den beiden hat sich gleichmäßig und realistisch entwickelt ohne große Zeitsprünge. Lediglich das Ende ging mir dann etwas zu schnell und war mir etwas zu vorhersehbar. Jedoch kann ich an dieser Stelle ein Auge zudrücken, da es New Adult  und das Ende meistens absehbar ist. Und dass es mir zu schnell ging kann auch daran liegen, dass ich die beiden einfach so sehr ins Herz geschlossen habe, dass ich sie einfach nicht wieder gehen lassen wollte ;)

Des Weiteren konnte mich die Thematik des Buches sehr überzeugen. Tami Fischer schreibt in ihren Büchern über Themen, die nicht so unglaublich spezifisch für New Adult sind. Wenn sich in anderen Büchern dieses Genres immer wieder die gleichen Klischees an Themen finden, so schafft sie es, über etwas anderes zu sprechen und zu schreiben. Das Thema Wasserangst und Angstbewältigung hat mir unglaublich gut gefallen. Es hat mich gefesselt, ich konnte dieses Buch einfach nie aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht. Die Gefühle waren authentisch und realistisch geschildert, sodass die Emotionen greifbar und die Charaktere echt wirkten.

Alles in einem ein Buch, dass mich positiv überrascht und sehr begeistert hat. Die Charaktere waren authentisch und haben sich wunderbar ergänzt, das Thema war unkonventioneller und spannend, sodass dieses Buch ein absoluter Pageturner wurde. Große Empfehlung!
Januar 05, 2020 No Kommentare
Karen M. McMagnus' Debütroman "One of us is lying" konnte mich damals absolut überzeugen, wenn ich auch das Ende sehr enttäuschend fand. Dementsprechend hoch lag die Messlatte, die es mit ihrem zweiten Buch "Two can keep a secret" zu übertreffen galt. Und meiner Meinung nach hat sie den fulminanten Auftakt nochmal getoppt, denn das Buch hatte alles, was ich brauche- Spannung und Nervenkitzel bis zur letzten Seite, vielschichtige Charaktere und eine gut durchdachte Geschichte.






Inhalt:


Eigentlich wirkt Echo Ridge wie eine pittoreske Kleinstadt, doch der Schein trügt. Denn seit Jahren verschwinden immer wieder junge Mädchen und werden auf grausame Weise tot aufgefunden. Auch als die Zwillinge Ellery und Ezra in die Stadt kommen, die auf diese tragische Art und Weise ihre Tante vor einiger Zeit verloren haben, machen erneut Drohungen die Runde und versetzten die Stadt ein weiteres mal in Angst und Schrecken....


Meinung:

Das Buch konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Angefangen beim Schreibstil der Autorin, den ich schon in ihrem Debütroman lieben gelernt habe. Ich hing förmlich an ihren Lippen und konnte das Buch zu keiner Zeit aus der Hand legen, da ich einfach immer wissen wollte, wie es weitergeht. Tagelang habe ich mir die Nächte um die Ohren geschlagen, da ich nicht schlafen konnte, ohne zu wissen, was unmittelbar danach geschehen ist. Die wechselnden Perspektiven kreieren mehr Spannung und Authentizität, die Gefühlswelt der verschiedenen Charaktere wurde dadurch lebendiger. Die Sicht auf die Dinge war dadurch immer etwas eingeschränkt, sodass man sich manchmal nach einem Wechsel zur anderen Person sehnte, die in diesem Moment eventuell mehr wusste. Gleichzeitig bekam man so tiefe Einblicke in verschiedene Charaktere und deren Umfeld und konnte sich ein umfassendes Bild machen. Immer wieder suchte man nach einem neuen Puzzleteil, um das Rätsel aufzuklären.
Am Ende wurde ich aber komplett überrascht. In ihrem ersten Buch hat mich das Ende wie gesagt
enttäuscht, da es meiner Meinung nach viel zu naheliegend und unaufregend war. In diesem Fall jedoch konnte mich die Enthüllung am Ende komplett schocken. Im Laufe des Buches wurde ich immer misstrauischer, habe in jedem das Böse gesehen, denn jeder hat sich in irgendeiner Weise verdächtig verhalten. Doch dieses Ende hatte ich überhaupt nicht erwartet- umso überraschter war ich. Die Geschichte war komplett plausibel, vielleicht etwas weit hergeholt, aber in sich schlüssig. 
Manchmal war ich jedoch etwas verwirrt. Es gab sehr viele Personen, die alle in irgendeiner Weise miteinander zusammenhingen. Diese ganzen Figurenkonstellationen haben mich zwischenzeitlich etwas überfordert, da ich nicht ganz folgen konnte und teilweise nicht mehr richtig wusste, wer jetzt nochmal genau wer war. Aber genau das war gleichzeitig der Reiz des Buches- das Gefühl, in jedem das Böse zu sehen, jeder könnte der Verdächtige sein, jeder hat ein Motiv. Umso schneller wollte ich lesen, um hinter das Geheimnis zu kommen.
Die Protagonisten Ellery und Malcolm, aus deren Sicht das Buch abwechselnd erzählt wird, waren mir unglaublich sympathisch und ich konnte mich mit ihnen identifizieren. Auch Ellerys Zwillingsbruder Ezra und ihre gemeinsame Freundin Mia hatten Charakter und Humor, behielten einen kühlen Kopf und waren mir sehr sympathisch. Insgesamt fand ich die Charaktere im Buch gut durchdacht, sie waren anschaulich beschrieben und dadurch sehr lebendig.

Insgesamt konnte mich das Buch vollkommen überzeugen. Die Story war gut durchdacht, die Charaktere facettenreich und fein ausgearbeitet. Stellenweise waren es mir zu viele Figurenkonstellationen, trotz allem hat mich das Buch bis zur letzten Seite gefesselt und in seinen Bann gezogen.


Oktober 26, 2019 No Kommentare
So ganz weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, was ich von dem Buch denken soll. In das Cover habe ich mich umgehend verliebt, und auch der Klappentext klang wahnsinnig vielversprechend. Als mich dann das Buch in der wohl süßesten Verpackung, die ich jemals von einem Verlag bekommen habe, erreichte, war ich mir sicher, dass der Inhalt des Buches mein Herz ebenso schnell erobern würde. Doch leider hat das Buch mich nicht so sehr gebannt und umgehauen, wie ich erhofft und erwartet hatte.



Inhalt:

Charlotte hatte bisher einfach nie Glück mit Männern, Beständigkeit ist in allen Lebenslagen nicht wirklich ihr Ding. Sie wechselt andauernd den Beruf und auch in der Liebe ist sie noch immer nicht angekommen, hat einen Hang zu Männern, die ihr nicht gut tun oder die schlicht und ergreifend sehr schräge Eigenarten haben. Doch eines nachts trifft sie Adam, und auch die Begegnung mit ihm ist so schräg, wie Charlotte es gewöhnt ist. Die beiden verbringen eine unvergessliche Nacht miteinander und Charlotte ist sich sicher, dass Adam auch diese besondere Verbindung gespürt haben muss. Doch am nächsten Morgen verhält er sich abweisend und für Charlotte bricht eine Welt zusammen. Sie kann ihn nicht vergessen- und bei weiteren Nachforschungen stößt sie auf Adams Geheimnis, das ihr Leben komplett verändert.

Meinung:

Das Cover und der Klappentext ließen mein Herz von Anfang an höher schlagen. Ich war gebannt herauszufinden, wie die beiden sich kennengelernt haben und welches Geheimnis Adam für sich bewahrt. Das Buch war als "unvorhersehbar" angepriesen, doch ich muss gestehen, dass mich bereits nach knapp ein paar Duzend Seiten der erste Verdacht beschlich, welches Geheimnis er wohl vor der Öffentlichkeit verbirgt- und letztlich hat sich genau diese Vorahnung bestätigt. Die Andeutungen waren mehr oder minder subtil, doch irgendwie wurde ich dann nicht mehr so vom Hocker gerissen, als Charlotte so langsam dahinterkam. Die Spurensuche wurde zu einem einseitigen Unterfangen und machte die Geschichte für mich daher weniger lebendig und aufregend.
 Generell hatte ich zu den Charakteren nicht so eine enge Bindung, wie ich es sonst gewohnt bin. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich mich mit ihnen nicht wirklich identifizieren konnte. Die Beziehung von Charlotte und Adam ist von Spontanität sowie Wankelmut und Ziellosigkeit geprägt. Zwar versteht man im Laufe der Geschichte, warum Adam so handelt, wie er handelt, trotzdem wirkten die Beiden und ihre Erlebnisse dadurch auf mich flatterhaft und unüberlegt.
  Charlotte verändert sich im Laufe des Buches- doch trotzdem wurde ich nie richtig warm mit ihr. Sie handelt sehr impulsiv, wirkte auf mich nicht so, als hätte sie sonderlich viel Verstand.. Sie wusste zwischenzeitlich nicht so Recht, was sie will und irrte ziellos herum, trotzdem beharrt sie darauf, nicht in einer Sinnkrise zu sein und genau zu wissen, was sie wolle. Das hat einige Verwirrungen bei mir ausgelöst, und dieses Gefühl begleitete mich während des ganzen Lesens.




 Einige ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen, einige ihrer Gefühle wirkten nicht echt und unangebracht. Auch Adam war sehr wankelmütig und spontan, hat einfach gehandelt, ohne groß Nachzudenken. Ich verstehe ja, warum, trotzdem wirkte das komplette Buch dadurch unruhig. Und ich glaube das war es, was mich am meisten gestört hat. Mir fehlte zwischenzeitlich der rote Faden, die Zeitsprünge waren, gerade zum Ende hin, teilweise riesig und ohne Kontinuität, alles wurde schnell erzählt, worunter der Schreibstil sehr gelitten hat. Die ganze Szenerie flog nur so an mir vorbei, keine Handlung wurde mehr richtig ausgeführt, sondern nur noch so angerissen. Ich empfand das als wahnsinnig unruhig und bizarr, sodass ich die Emotionen nicht mehr richtig gespürt habe, mich nicht mehr richtig in der Welt verlieren konnte und mehr oder minder nüchtern den Text aufgenommen habe, da es einfach zu schnell und nicht nachvollziehbar war.


Das Buch ist an sich aber sehr berührend. Die Geschichte hat eine komplett unerwartete Wendung genommen, ist wusste wirklich überhaupt nicht, was mich erwartet, als ich die erste Seite begonnen hatte. Eine kleine Andeutung auf dem Klappentext hatte ich schön gefunden, jedoch hätte das wahrscheinlich den Effekt gemindert. Trotz allem prägt Adams Geheimnis das Buch nachhaltig und stellt auch Charlottes Gefühlswelt auf den Kopf. Den Schreibstil am Anfang des Buches fand ich toll- humorvoll, flüssig, die Emotionen waren noch greifbar. Helen, Charlottes beste Freundin, und sie waren Freundinnen und genau das kam auch so herüber. Doch im Laufe des Buches lässt der Schreibstil etwas nach und auch Charlotte und Helen entfernten sich meiner Meinung nach emotional. Es wurde nicht wirklich genannt im Buch, doch ich hatte das Gefühl, dass ihre Freundschaft irgendwann nur noch gezwungen und angespannt war. Helen war von ihrer Art ganz ähnlich wie Adam und Charlotte, wodurch mir die Abwechslung und der charakterliche Facettenreichtum gefehlt hat. Ich habe mich nach einer Bandbreite verschiedener Charaktereinstellungen gesehnt, letztlich waren aber alle ähnlich spontan, verrückt, flatterhaft und wankelmütig.
Seth hingegen konnte mich sehr überzeugen. Er hatte Herz, war sympathisch und einfach absolut liebenswert. Auch Charlottes Bruder Charles, aka Chucky, konnte mich überzeugen. Sein Humor hat das Buch stellenweise richtig aufgelockert und er war etwas konservativer und gefestigter, wenn er auch verrückt und frei.
Das Ende mochte ich dann doch wieder. Ich hatte es anfangs nicht erwartet, war aber froh, dass es so gekommen ist. Die Autorin hat einige wichtige Gedanken und Ansätze in dieses Buch fließen lassen und einen stellenweise zum Nachdenken gebracht. Die Message, die hinter dem Buch steckt, ist meiner Meinung nach wichtig und richtig und ich hatte das  Gefühl, das Renée Carlino viel zu erzählen hatte, was auch den Reiz des Buches ausmacht.



Trotz allem bin ich mit der Geschichte nicht richtig warm geworden. Alles ging mir zu schnell, war zu bizarr und spontan. Die Message ist wichtig und der Plottwist unerwartet, doch waren die Gefühle stellenweise etwas eindimensional und ich konnte mich mit den Charakteren nicht genügend identifizieren, um eine enge Bindung zu ihnen aufzubauen.


Bewertung:

3 von 5 Sternen
⭐⭐⭐

Vielen herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!❤️

Oktober 06, 2019 No Kommentare

》Der Herbst ist der Beweis dafür, dass Veränderungen wunderschön sind《



Alles neu macht der Mai, sagt man im Volksmund. Doch was lehrt uns eigentlich der Herbst? So mancher sieht das Negative im Herbst. Die Blüten verblühen, die Blätter vergilben und sterben langsam ab, um sich dann einsam auf dem Boden zu versammeln, während sie kahle Bäume zurücklassen.

 Doch negative Gedanken haben keinen Platz im Herbst, eigentlich zu keiner Jahreszeit.

Oftmals vergessen wir, die Schönheit in Dingen zu sehen. Wenn unsere Gefühlswelt eh schon grau ist, so sehen wir auch alles andere um uns herum negativ, grau und farblos.
Generell sehen wir nur das, was wir sehen wollen.

Sind wir euphorisch, haben wir gute Laune, sind wir verliebt oder schwimmen wir auf einer Erfolgswelle, so sieht alles um uns herum rosig und wunderschön aus. Die braunen Blätter der Bäume wirken strahlend gold, die Sonne wärmt unser eh schon vor Glück errötetes Gesicht und das Laub unter unseren Füßen raschelt nicht, nein, es applaudiert uns, weil wir so großartig sind.

Doch wenn wir traurig sind, scheint uns das Laub höhnisch auszulachen, die Blätter wirken schlaff und braun statt golden und selbst die Sonne lässt uns nicht in Ruhe, wollen wir uns doch eigentlich lieber in unserer behaglichen Höhle verschanzen und nie wieder herauskriechen.

Letztlich sollten wir uns zu keiner Zeit herunterziehen lassen. Viel öfters sollten wir uns daran erinnern, dass die Welt schön ist. Das die Menschen um uns herum  ein Wunder sind, das unser  Leben  ein Wunder ist. Jeden Tag sollten wir aufwachen und dankbar sein.  Dankbar dafür, dass wir   aufgewacht sind. Dankbar, dass wir mit Menschen interagieren werden, denen wir am Herzen liegen. Die uns zum Lachen bringen können, obwohl in uns alles weint oder einfach demotiviert ist. Dankbar, dass die Herbstsonne uns neckt und in die Natur hinauslockt.
Selbst wenn wir Lesen können wir dankbar sein. Dankbar darüber, dass jemand seine Gedanken und Worte in dieses Schriftstück hat fließen lassen, dass jemand Erfahrungen mit uns teilt und wir die Zeit haben, all das aufnehmen zu können.

Ich habe jedoch das Gefühl, dass wir alle diese Dankbarkeit aus dem Blick verlieren. Oftmals sind wir negativ und unzufrieden- mit uns, mit dem, was wir tun und dem, was wir haben. Oder was wir eben nicht haben, aber andere haben.

Doch ich kann euch nur sagen: es wäre langweilig, wenn wir alle gleich wären. Es klingt so verdammt abgedroschen, doch letztlich ist es gut so, wie wir sind. Ich habe es mittlerweile satt, mich mit anderen zu vergleichen. Es macht uns in jedem Fall unzufrieden, denn wenn man sich sagt "Na, das kann ich aber besser" fühlt man sich arrogant und auch wieder schlecht.

Deswegen: fokussier dich auf deinen eigenen Weg. Sei dankbar über das, was du hast. Und nutze vielleicht den Herbst, um genau das dir immer wieder vor Augen zu führen.

Eine wunderbare Sache ist in diesem Rahmen ein Gratitude Log für das Bullet Journal. Ich gebe zu, dass ich es selbst bisher nicht angelegt habe, aber ich würde es für den Oktober unbedingt mal anfangen. Jeden Tag setzt du dich hin und schreibst etwas auf, das dich glücklich gemacht hat oder wofür du dankbar bist. Und sind die Sachen noch so klein- jeden Tag gibt es etwas, für das du dankbar sein kannst. Und sei es nur, dass du diesen Tag erleben durftest.

Eure Ilka

September 23, 2019 No Kommentare

Auf "Cherish Love" von Nalini Singh hatte ich mich wirklich sehr gefreut. Das Cover sprang mir direkt ins Auge und auch der Klappentext konnte mein Interesse wecken. Desweiteren hat mich der LYX-Verlag bisher nie enttäuscht, die Bücher konnten mich bisher durchweg begeistern und fesseln. Doch ich muss gestehen: "Cherish Love" wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht.






Klappentext:

Sailor Bishop hat nur ein Ziel: ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Diesem Traum hat er sein Leben verschrieben, und er investiert seine ganze Energie und Zeit, um ihn wahr werden zu lassen. Ablenkung kann er daher absolut nicht gebrauchen- auch nicht in Form seiner neuen Auftraggeberin. Doch die schöne Ísa Rain macht Sailor unmissverständlich klar, dass sie mehr von ihm will als nur einen unvergesslichen Kuss. Viel zu lange hat sie ausschließlich das getan, was andere von ihr erwarten. Sailor muss sich entscheiden: zwischen der Frau, die sein Herz berührt wie keine andere zuvor und seinem großen Traum!

Meinung:

Das Buch konnte mich einfach insgesamt überhaupt nicht überzeugen. Was mich wohl am meisten gestört hat, waren all die expliziten Sexszenen, die den größten Teil des Buches ausmachen, denn die Handlung des Buches spielte sich überwiegend im Bett ab. Obwohl, vielleicht ist das nicht der richtige Ausdruck, denn die beiden waren.... sehr kreativ dabei, auch in allen anderen Situationen solche expliziten Szenen durchzuführen oder anzudeuten. Und sei es nur in Form von, ich zitiere, "Verbalerotik". Vielleicht liegt dort das Problem bei mir, da ich derartige Szenen größtenteils überspringe beziehungsweise überfliege, um zumindest die wörtliche Rede zwischen den Protagonisten zu lesen. Doch in diesem Buch war es technisch einfach nicht möglich, jene Szenen zu überspringen, da ich gefühlt nur wenige Seiten gelesen habe, in denen es nicht in irgendeiner Weise um die erotische Anziehung zwischen den beiden ging.

Dadurch, dass sich die Interaktion zwischen den beiden größtenteils in der Horizontalen abspielte, hatte ich insgesamt das Gefühl, dass die Beziehung der beiden an sich oberflächlich war. Getrieben waren die beiden stets von ihrem gegenseitigen Verlangen. Die ganze Handlung überschlug sich, alles ging mir viel zu schnell. Erst kannten die beiden sich überhaupt nicht richtig, haben im Grunde kein richtiges  Gespräch geführt (und ich meine dabei wahre verbale Kommunikation zum Kennenlernen, keine "Verbalerotik") und sprachen dann schon plötzlich davon, sich halsüberkopf ineinander verliebt zu haben.

 Mir fehlte einfach der Teil an Liebesgeschichten, den ich am liebsten lese. Wie zwei Menschen, die im Grunde komplett unterschiedliche Leben führen, die oftmals nicht einmal miteinander kompatibel sind, sich langsam kennenlernen. Sich Dinge anvertrauen, sich zunächst anfreunden, doch schon dieses "gewisse etwas" merken. Doch sie bauen zunächst eine enge Bindung zueinander auf, die nicht (nur) von körperlichen Begehren geprägt ist. Und genau das fehlte mir bei "Cherish Love". Dadurch, dass Isa, unsere Protagonistin, Sailor, ihrem "sexy Gärtner" und ebenfalls Protagonist, hormongesteuert um den Hals fiel, ohne vorher auch nur ein einziges Wort mit ihm gewechselt zu haben, baute die ganze Handlung von Anfang an auf einer anderen Basis auf.



Sowohl mit Isa als auch mit Sailor bin ich nicht richtig warm geworden. Ich konnte mich nicht wirklich mit ihnen identifizieren und beide hatten Charakterzüge, die mich in irgendeiner Weise gestört haben.  Ich muss Isa loben, dass sie die "gute Seele" ihrer Familie ist. Während ihre Mutter Jacquline sehr auf ihre Arbeit fixiert war und Familie und Kinder eher vernachlässigt hat, hält Isa die Familie mit aller Kraft zusammen, wobei sie öfters auch Kompromisse eingehen und zurückstecken muss, um ihre Lieben glücklich zu wissen. 
Auch Sailor hat das Herz prinzipiell am rechten Fleck, gerade die Szenen am Ende, in denen er mit seiner Familie zusammen auftritt, konnten sein Bild bei mir etwas zurechtrücken. Nichtsdestoweniger hatte ich aber mit beiden meine Probleme, da sie sich manchmal wirklich so verhalten haben, dass ich vor Fremdscham am liebsten im Boden versunken wäre. 


Isa erwähnte zum Beispiel gerne ihre "innere Teufelin", die sie zu "verwegenen Dingen" praktisch nötigte. Diese inneren Monologe mit ihrer "Teufelin" fand ich immer ziemlich zum fremdschämen, da sie sie, natürlich, zu nur noch verwegeneren Dingen gedrängt hat. Vielleicht bin ich verklemmt oder spießig, aber die Konversationen zwischen Sailor und Isa fand ich teilweise wirklich schlimm. Wenn sie ihn auffordert, ihr "Toyboy" zu sein, dann fand ich das wirklich etwas unangebracht und eigenartig... 

Ich hatte inständig gehofft, dass das Buch irgendwann besser wird. Dass nach dem anfänglichen Begehren vielleicht irgendwann die übersprungene Kennenlernphase folgt. Aber irgendwie haben die beiden das komplett ausgelassen- vielleicht ein Zeichen wahrer Liebe, wer weiß. Zwar kamen am Ende "Seelenstriptease" der beiden, doch ihre Enthüllungen haben mich nicht so ergriffen oder schockiert, wie ich es von anderen New Adult Romanen aus dem LYX-Verlag gewöhnt bin.
Mit dem Schreibstil bin ich leider auch nicht warm geworden. Gegen die Perspektive aus der dritten Person habe ich per se nichts- aber in diesem Fall fand ich es nicht aussagekräftig genug, es war nicht wirklich lebhaft geschildert, sodass auch aus diesem Grund die Geschichte irgendwie eindimensional blieb.

~

Ich will aber nicht alles schlechtreden, denn das Buch hat durchaus gelungene Aspekte. Die Geschichte von Isas Schwester Catie, die in jungen Jahren schon viel wegstecken musste, hat dem Buch zumindest ein wenig Tiefe verliehen, da es einen schon berührt hat, was das Mädchen alles durchleben musste. Auch das Ende des Buches fand ich an sich gelungen- da kam zumindest mal ein bisschen Romantik zum Zuge, die ich im vorigen Teil vermisst habe. Auch die Exkurse zur Lebensgeschichte von Nayna, die beste Freundin von Isa, die im nächsten Teil im Vordergrund steht, habe ich interessiert verfolgt (Nayna hat sich für eine arrangierte Ehe bereiterklärt und verliebt sich nun, gegen ihren Willen, doch in den Auserwählten ihrer Eltern). Ebenfalls lobenswert fand ich das Setting, denn Neuseeland ist in New Adult Romanen tatsächlich ein eher unkonventioneller Handlungsort, es war eine erfrischende Abwechslung.

Ich hätte definitiv noch mehr zu diesem Buch zu sagen, doch ich will es nicht noch weiter in die Länge ziehen. Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen da er sich mehr auf die Libido seiner Zielgruppe verlässt, als auf irgendetwas anderes. Und auf Grundlage des Klappentextes hatte ich damit wirklich nicht gerechnet. Für Erotikliebhaber sicherlich eine gute Wahl, für mich persönlich aber leider nichts.

Trotz allem: vielen herzlichen Dank an den LYX Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Eure Ilka

September 21, 2019 1 Kommentare
Hallo alle zusammen!

Vielleicht habt ihr schon auf Instagram gesehen, dass ich im Moment ein bisschen im "Alexa-Hennig-Von-Lange-Fieber" bin. Denn nachdem ich "Ach wie gut, dass niemand weiß..." von ihr praktisch innerhalb einer Nacht durchgelesen habe, da es so fesselnd war, und ich sie dann auch noch live auf einer Lesung erleben durfte, war ich schon ziemlich begeistert von ihr. Doch spätestens durch ihr Buch "Kampfsterne" weiß ich, dass ich definitiv noch nicht das letzte Buch von ihr gelesen habe, da sie einfach absolut vielseitig ist und einen in den Bann ziehen und mitreißen kann.
Bildunterschrift hinzufügen


An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim DuMont-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken!

Inhaltlich geht es in "Kampfsterne" um das Leben mehrer Familien in einer Siedlung in Deutschland in den Achtzigerjahren. Und es geht vor allen Dingen um die Probleme, Zwänge, Ängste und Unfreiheiten all dieser Personen zu dieser Zeit. Diverse Probleme werden aufgegriffen. Die einen erschütternd, traurig, teilweise noch immer zeitgemäß, die anderen objektiv betrachtet weniger schlimm, doch für die betreffende Person der Mittelpunkt ihres Bewusstseins und Denkens. Es ist nah am Zahn der damaligen Zeit geschrieben und lässt einen über die früheren Gesellschaftsstrukturen zweifeln, gleichzeitig aber auch dankbar über die sozialen Fortschritte unserer heutiger Generation im Vergleich dazu sein.

"Kampfsterne" war ein etwas anderes Buch. Sicher anders, als ich es normalerweise gewöhnt bin, da es in so vieler Hinsicht einzigartig und außergewöhnlich war. Denn eine große Besonderheit: Die Handlung wird von ca. 11 unterschiedlichen Leuten geschildert. So entwickelt sich der Verlauf der Geschichte nach und nach, indem man als Leser die Puzzleteile der Erzählungen zu einem ganzen zusammensetzt. Sie wird erzählt von Kindern, Erwachsenen, Protagonisten und Charakteren, die zunächst unscheinbar wirken. Doch diese Erzählweise macht dieses Buch zu etwas Unvergleichlichem.
 Denn man kommt als Leser selbst ins Zweifeln, wie schnell man sich ein Bild über Menschen machen kann und wie schwierig es ist, dieses wieder auszubessern.
Das klingt jetzt verworren und kompliziert, doch eine der Erzählenden, Rita, war die erste, die in diesem Buch ihre Sicht schildern durfte. Ihre Sicht auf die Dinge und einzelnen Personen waren meistens sehr negativ, sie war sehr unzufrieden mit ihrem Leben und neidisch auf das anderer. Sie warf anderen gedanklich vor, unzufrieden mit ihrem 'perfekten Leben' zu sein. So habe ich anfangs Ritas Haltung übernommen. Wurden die Personen, über die sie vorher hergezogen hatte, erwähnt, so hatte ich direkt eine negative Haltung ihnen gegenüber.
Doch ich habe durch dieses Buch gemerkt, dass man niemals voreilige Schlüsse machen sollte. Manche ihrer Einschätzungen bewahrheiteten sich, doch andere nicht. Ganz im Gegenteil, manche dieser kritisierten Personen wurde wahre Lieblingscharaktere von mir. Doch eine gewisse Verbundenheit zu Rita blieb immer, obwohl ich sie irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte.



Das Buch hat mich insgesamt etwas verwirrt zurückgelassen, was ich grundsätzlich eher kritisieren würde. Denn das Buch war nach meinem Geschmack zu schnell zu Ende. Einige Handlungen wurden angerissen und meines Empfindens nach nicht weit genug ausgearbeitet. Sie wurden zwar immer wieder erwähnt, doch ich hätte mir noch mehr davon gewünscht. Das Buch hätte noch einige Seiten mehr haben können, denn ich hätte gerne noch mehr über die Bewohner der Siedlung erfahren, hätte noch gerne einige Zusammenhänge besser verstanden. Ich habe mich letztlich bei vielen Handlungen gefragt: wie wäre sie jetzt eigentlich weiter gegangen? Was wird daraus?

Es ist nicht wirklich ein offenes Ende, dennoch regt es einem zum Nachdenken an.

Zugegeben, manche Handlungen und Vorhaben habe ich nicht wirklich verstanden. Obwohl, das ist das falsche Wort- ich habe sie verstanden, konnte sie aber nicht nachvollziehen. Sie waren absurd, unangebracht, grauenvoll.

Doch genau das macht dieses Buch aus. Dass die Verzweiflung teilweise so groß ist, dass die Leute dort zu Übersprunghandlungen neigen.

Zuletzt möchte ich noch auf die Charaktere eingehen. Es ging primär um 3 Familien. Familie eins besteht aus Rita, Georg, Johannes und Klara. Über Rita hatte ich ja schon eben gesprochen. Georg ist mir, wie sein Sohn Johannes, in der Zeit sehr ans Herz gewachsen. Beide haben ein großes Herz und eine verborgene Stärke. Sie mögen vielleicht in Ritas Augen "langweilig" sein, doch sie sind definitiv gute Menschen, und gerade Johannes hat oftmals gesagt, was ich gedacht habe und wurde so schnell mein Lieblingsmensch dort.
Familie 2, bestehend aus Ulla, Rainer, Constanze aka Cotsch und Lexchen war eine vielbeneidete Familie, doch es zeigte sich, dass man allen Menschen nur vor den Kopf schaut. Lexchen und Constanze sind mir aber auch sehr ans Herz gewachsen, denn während Cotsch stark und unabhängig ist, sieht Lexchen immer das Gute im Menschen, eine bewundernswerte Haltung in dieser Welt.
 Und die Dritte Familie, Ella und Joschi, spielen am Rande mit, obwohl ich mir zu beiden nicht wirklich ein Bild gemacht habe.

Letztlich kann ich das Buch empfehlen, doch nicht uneingeschränkt an jeden. Denn das Buch ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre für Zwischendurch. Sie regt zum Nachdenken und Zweifeln an, hat Themen, die letztlich alle sehr dramatisch sind, doch das Buch ist unfassbar gut geschrieben und sehr fesselnd. Alexa Hennig von Lange hat sich definitiv zu meinen bevorzugten Autoren hochgearbeitet und ich bin erstaunt über ihre Wandelbarkeit in Erzählweise und wie sie es geschafft hat, den Handlungsverlauf so genau aus so vielen Puzzleteilen zusammenzusetzen.

Bis zum hoffentlich nächsten Post!
Eure Ilka

*Unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar
August 19, 2019 No Kommentare

Hallo alle zusammen!

Das Bullet Journal- ein zunächst leeres Notizbuch, das nach und nach mit eigenen Ideen nach den persönlichen Vorstellung gefüllt werden kann. Man kann in sein Bullet Journal alles einfließen lassen, was einem persönlich wichtig ist.
In meinem heutigen Blogpost möchte ich euch zeigen, was ihr als Booknerd so für Seiten anlegen könnt, die euren Lesealltag erleichtern oder unterstützen. Viel Spaß beim Lesen!





Stapel ungelesener Bücher:

Bietet einen Überblick über den SuB und bietet einen stummen Appell, ihn doch mal etwas zu verkleinern :D Entweder man malt einfach die Bücher so auf die Seite und stapelt sie, oder man erstellt wieder so ein Bücherregal wie für die gelesenen Bücher (siehe unten!) - je nach dem, welches System besser für einen persönlich funktioniert und was besser zum Stil des Bullet Journals passt. Ich habe mich in meinem neuen Bullet Journal für eine etwas verspieltere Variante entschieden mit Hocker, Regalbrettern und einer Pflanze. Vielleicht noch ein paar Funkos dazumalen? Oder es so aufbauen wie eure Bücherorganisation zu Hause? Die Möglichkeiten sind grenzenlos!



Book Review:

Es geht in die Richtung eines Book Journals. Eine Standardseite, die nicht nur einen schnellen Überblick über die Grundinformationen eines Buches gibt (Titel, Autor, Verlag, Genre, etc.), sondern auch über die eigene Bewertung und Meinung, Gedanken, die man unbedingt behalten möchte, Zitate, die man niemals vergessen möchte etc.



Reading Tracker:

Diese Idee habe ich ursprünglich von der lieben Paula.  Prinzipiell ist es einfach ein Diagramm, bei der auf der x-Achse (die untere, waagerechte) die Tage des Monats eingetragen werden, auf der y-Achse (die nach oben, senkrecht) befinden sich die gelesenen Seiten. Dort könnt ihr natürlich anpassen, in welchem Rahmen ihr lest, das heißt welcher Wert der höchste bei euch sein soll und wie groß dementsprechend die Seitenanzahl pro Kästchen ist. Einfach pro Tag die Seitenanzahl markieren und nach und nach die einzelnen Punkte miteinander verbinden- am Ende des Monats hast du eine wundervolle Übersicht, wie viel du gelesen hast!





Habit Tracker:

Der Habit Tracker, bedeutet auf Hochdeutsch sinngemäß soetwas wie "Aufgaben-Tracker" bietet euch die Möglichkeit, alle möglichen Aufgaben zu tracken, die ihr tagtäglich bewältigen wollt. Ich persönlich habe auch in meinem Habit Tracker einen Punkt namens "Buch gelesen", einfach um mich selbst dazu aufzufordern, täglich zu lesen. Andererseits ist dies aber auch immer ein guter Indikator, wie viel Freizeit ich hatte, es ist eine Art Selfcare Ding.
Ihr könnt euren Habit Tracker natürlich auch nur aufs Lesen beschränken - wenn ihr euch zum Beispiel jeden Tag ein buchspezifisches Ziel setzt. Mir würden da spontan folgende Ideen einfallen (gerade auch für Bookstagrammer/Buchblogger):

  • Mindestens 20 Seiten gelesen
  • Ein schönes Zitat gefunden
  • einen Blogpost geschrieben/hochgeladen
  • Fotos für Bookstagram gemacht/Foto hochgeladen
  • ein bisschen Liebe in der Bookstagram-Community verteilt
  • ein Buch beendet (dort ist dann nicht das Ziel, es täglich zu schaffen, sondern einfach ein Überblick)
  • ein Buch gekauft/kein Buch gekauft (je nach dem, ob ihr euch ein Kaufverbot auferlegt habt)
  • das Handy war während des Lesens ausgeschaltet
  • Buch überall dabei gehabt (um mehr lesen zu können :D)



Bücherregal für gelesene Bücher:

So einfach wie effektiv: Einfach ein Bücherregal malen mit ganz vielen leeren Büchern und sukzessive die Bücher dort hineinschreiben, die man gelesen hat. Dann noch ausmalen für eine schönere Optik. Man kann es auch auf den Regalbrettern nach Genre/Reihen sortieren, die Möglichkeiten sind mal wieder grenzenlos.




Lesemonat:

Um über jeden Monat Bescheid zu wissen, welche Bücher ich gelesen habe, habe ich zwei Tracker: einen kleinen neben meiner Monatsübersicht und eine Doppelseite, auf der ich die Buchcover mit einer kleinen Bewertung daneben aufmale.



Diverse weitere Ideen:

All das kann man natürlich noch mehr ausweiten. So fallen mir spontan noch folgende Seiten ein, die oftmals zu Listen "ausarten" könnten:

  • Wunschliste
  • 19 für 2019 (oder dann eben 20 für 2020)
  • Lieblingsbücher/Genrelieblinge
  • Genre-Übersicht (beispielsweise mit allen Büchern, die man daraus bereits gelesen hat)
  • Inspirierende Blogs/Bookstagrammaccounts
  • Ein Ort für Fotos mit Autoren 
  • Ausgeliehene Bücher und deren Rückgabefrist
  • Lieblingszitate
  • Inspirierende Charaktere/Charaktere, die einem ähneln
Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Beitrag etwas inspirieren konnte! Solltet ihr eine der Ideen ausprobieren, würde es mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mir ein Foto davon schicken würdet!

Bis zum nächsten Post!
Eure Ilka


*Unbezahlte Werbung
Juli 26, 2019 4 Kommentare
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Ich bin Ilka - kreatives Fangirl, Bücherwurm, Filmmusikliebhaberin, Vanlife-Enthusiastin, Hobby-Fotografin und Bingewatcherin. Ein Mädchen mit der Liebe zu Wörtern, Büchern, Stiften und der Kreativität, die in uns allen steckt.
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