facebook google twitter tumblr instagram linkedin Impressum Datenschutz
  • Home
  • Über mich
  • Rezensionen
    • Von A bis Z
    • New Adult
    • Jugendbücher
  • SUB
  • Impressum
  • Datenschutz

Bastilkarton

Die Welt eines kreativen Booknerds

Das Genre Fantasy und ich führen eine intensive Hass-Liebe. Entweder, ich liebe ein Fantasybuch voller Hingabe, oder ich finde es grottenschlecht- zwischen diesen beiden Extremen gibt es bei mir eigentlich wirklich nichts, ein Loch in meinem Meinungsspektrum, wenn man so will. Dementsprechend sind Bücher aus diesem Genre immer mit einem gewissen Risiko verbunden- die Chance, dass ich es am Ende wutentbrannt zerreißen will, ist überdurchschnittlich hoch. 

Doch bei "Das Lied des Königs", der Vorgeschichte zu dem Brettspiel "Legenden von Andor", geschrieben von der Frau des Spieleerfinders Stefanie Schmitt, bin ich höchst erfreut, dieses "Wagnis" eingegangen zu sein. Auf Bookstagram habe ich es noch nie vorher gesehen, hatte aber dennoch recht hohe Erwartungen, da es mir von jemandem empfohlen wurde, auf dessen Empfehlungen ich stets recht uneingeschränkt vertrauen kann- auch in diesem Fall. "Das Lied des Königs" überzeugt nicht nur mit mehreren spannenden Handlungssträngen, die in einem epischen Showdown zusammengeführt werden, sondern auch mit einem kurzweiligen Schreibstil, liebevollen Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels und einer Bandbreite an Charakteren und Wesen, die ihre eigene, sie prägende Geschichte mitbringen, am Ende jedoch ein großes Ganzes bilden und sich nicht übermäßig in den Vordergrund spielen.




Ich hatte keinerlei Vorwissen, wusste nur aus kurzer Beschreibung, worum es in den "Legenden von Andor" als Brettspiel überhaupt geht. Zu keiner Zeit des Buches war ich jedoch verwirrt oder hatte das Gefühl, eine Wissenslücke zu haben, dementsprechend kann man es hervorragend lesen, ohne jemals vorher mit dem Spiel in Berührung gekommen zu sein. Meiner Quelle zufolge sei es für Menschen, die dieses Spiel bereits gespielt haben, ebenfalls ein lohnendes Leseerlebnis- Spielcharaktere träfen sich in dem Buch zum ersten Mal, ihre Vorgeschichten würden präziser erläutert und es sei eine Art Wiedersehen mit ihnen. Also vollkommen egal also, ob die Charaktere in dem Buch für einen Fremde oder alte Bekannte sind- es ist absolut wert, gelesen zu werden!

Nimmt man den Roman das erste Mal in die Hand, wirkt er dicker, als er letztlich eigentlich ist- am Ende war ich geradezu schockiert, wie schnell die Seiten dahinflogen. Ein ganz besonderer Zauber legte sich als Lesegefühl über mich, auch wenn das jetzt wahnsinnig kitschig klingt- aber ich war einfach sehr gecatcht von der Welt und der Handlung. Vorne und hinten befinden sich auf den Innenklappen des Buches eine Karte von Andor, die ich immer mal wieder genutzt habe. Wenn Routen oder Schauplätze genauer beschrieben wurden, blätterte ich immer wieder begeistert zurück und suchte es auf der Karte, fühlte mich wie eine stille Mitreisende, die geheimnisvoll - mitten in der Nacht mit meiner funzeligen Leselampe in der Hand- den Weg von Chada, Thorn und den Schildzwergen verfolgte. Ich habe selbst über mögliche Umwege gerätselt, eine lebendige Version der zweidimensionalen Karte in meinem Kopf angefertigt, sie mit immer mehr Leben gefüllt. Andor wurde für die Zeit des Lesens zu einem zu Hause zwischen den Seiten- mit der Rietburg als Monument im Norden, umgeben von Feldern und Bauernhöfen, gedanklich betrachtet vom höchsten Zweig des Baumes der Lieder aus- Chadas Lieblingsplatz in Andor. 

Mit wenigen Worten konnte Stefanie Schmitt präzise Szenerien und Umgebungen skizzieren und Atmosphären erschaffen. Dass es aus der 3. Person geschrieben wurde war an dieser Stelle für mich absolut in Ordnung- es wurde nicht das Innere eines einzigen Protagonisten bis zum Umfallen ausgeschlachtet, sondern immer wieder konnte zwischen Handlungen gesprungen werden. Ereignisse wurden teilweise mit kurzer Überschneidung aus einer zweiten Perspektive im nächsten Kapitel noch einmal aufgearbeitet, wodurch man einen zweiten Blickwinkel erhaschen konnte und auch nie den Faden verloren hat, da die Zeitlinie dadurch stets eindeutig war. 

Freundschaft, Liebe, Heilung, Tod und Krankheiten lagen alle nah beieinander. Es gab durchaus grausame Tode- nicht, dass Kindern nun panisch die Augen zugehalten werden müssten in Befürchtung eines bleibenden Traumas, denn die harscheren Tode werden für gewöhnlich nicht weiter ausgeführt. Dennoch konnten sie das Leserherz etwas ins Stocken bringen, da es bekannte, liebgewonnene Charaktere traf- was für mich persönlich aber vor allem ein Pluspunkt ist. Viel zu oft wird vor den Sympathieträgern Halt gemacht, um den Leser zu schonen, aber ich mag es, überrascht und geschockt zu werden. All das koexistierte mit einer sanft eingeflochtenen Liebesgeschichte und starken Freundschaften, die sich in dem gemeinsamen Kampf gegen das Böse entwickelt haben, auch über die Artgrenzen hinweg. 

Der Weg zum fulminanten Showdown alleine war eine Reise für sich. Gespickt mit Sagen aus der Vergangenheit, die die Grundlage für das Verhalten mancher Wesen waren, Verderben, dass von dem Dunklen Magier und den Goren über das Rietland gebracht wurde und teilweise grenzenloser Dummheit eines gewissen Machtträgers wurde es bereits in der ersten Hälfte des Buches nie langweilig. Von Anfang bis Ende war es ein Pageturner, vollkommen kurzweilig und abwechslungsreich. 

Ich denke, dass ich noch eine ganze Weile weiter über dieses Buch und seine Vorzüge philosophieren könnte, doch es läuft alles auf dasselbe hinaus: es war kurzweilig und episch, abwechslungsreich und spannend, gut geschrieben und irgendwie süchtigmachend, dazu wirklich hübsch illustriert und somit in jeder Hinsicht ein Schmuckstück in jedem Regal. Ich bedaure zutiefst, dass es keinen 2. Teil gibt, denn ich wär die erste, die begeistert in die Buchhandlung rennen würde, um es sich unter den Nagel zu reißen. Große Leseempfehlung für ein viel zu unterschätztes und unbekanntes Buch! 




Juli 22, 2021 No Kommentare


Hallo und herzlich willkommen zu meiner neuen Kategorie auf meinem Blog: Empfehlungen! 

Kennt ihr diese Bücher, die ihr gelesen habt und die noch lange in euch nachwirken, euch wirklich und wahrhaftig gut gefallen haben, ihr aber nicht direkt rezensiert habt? Oder die Bücher, die ihr so sehr mochtet, dass eine Rezension irgendwie zu steif dafür ist? Ich habe dieses Problem manchmal. Ich will dann nicht auf Schreibstil und so weiter eingehen müssen, sondern einfach spontan erzählen, was genau ich noch fühle, wenn ich an das Buch denke. Was es für mich besonders, zu einem Highlight, gemacht hat. 

Und genau das möchte ich mit "Empfehlungen" erwirken. Bücher sammeln, die mir etwas bedeuten, sie noch einmal in das Bewusstsein von euch rücken und euch daran erinnern, warum ihr es lesen solltet. Sie sollen kürzer und offener sein, mehr Gedankenchaos schätze ich, aber dadurch auch ein bisschen authentischer, denke ich. Gesammelt werden alle Empfehlungen in einer Liste. Zunächst unter "Rezensionen A-Z", aber wer weiß, vielleicht füllt sich die Liste so schnell, dass sie eines Tages einen eigenen Reiter bekommt :D 


Empfehlung: "What I like about you" von Marisa Kanter

 


"What I like about you" war ein großer Glückmoment in Buchform. Zuckersüß wie ein Cupcake- die in dieser Geschichte eine große Rolle spielen-, kurzweilig, voller Fangirlmomente und Herzstillständen, mit dem zarten Prickeln der Heimlichtuerei und der Wärme einer harmonischen Familiengeschichte. Es gibt wirklich vieles, was ich an diesem Buch geliebt habe.

Hier kommen Dinge, die ich an dir mochte, liebes "What I like about you": 

Ich habe die Twitter- und Chatverläufe innerhalb der Booskstagramcommunity gemocht. Ich denke, dadurch, dass ich selbst Teil dieser Welt bin, hat es auf mich noch einmal eine ganz besondere Wirkung gehabt. Ein Wunsch, dass diese Geschichte real ist- nicht unbedingt auf mich selbst bezogen, sondern allgemein. Dass es irgendwo in den weiten Welten der Bookstagramgemeinschaft eine Halle und einen Nash gibt, die tatsächlich eine so enge Bindung aufbauen konnten. Eine Bookstagramlovestory, die ich shippen könnte- ich hoffe so sehr darauf, mal Zeugin davon werden zu dürfen.

Ich habe Nash und Halle gemocht. Denn beide waren nicht das 0815 Klischee eines Young Adult Romans. Ja, natürlich ist Backen und Lesen oft etwas, mit dem New Adult Protagonistinnen charakterisiert werden, aber Halle war... irgendwie anders. Ruhig und in sich gekehrt, geprägt von ihrer jüdischen Familie, mitten im Leben und dennoch irgendwie abseits davon. Es ist schwierig, ihren Spirit in Worte zu fassen, aber sie fühlte sich echt an, obwohl ihr Leben als Buchbloggerin einem Traum gleicht. Nash war das perfekte Gegenstück. Ich erinnere mich gerne an seine Ruhe und seinen Charme, er hatte ein gewisses Extra, das ich nicht beschreiben kann. Ich habe es einfach gefühlt. 

Ich habe die Themen gemocht, die aufgegriffen wurden. Man bekam Einblicke in die jüdische Kultur- es war mein erstes Buch, das sich damit beschäftigt hat- und in die Bloggerwelt, was für mich nicht allzu fern lag, aber mir dadurch ein Gefühl von "zu Hause" gegeben hat. 

Ich habe gemocht, dass es mich an meinen All-Time-Favourite "Cinder und Ella" erinnert hat. Es gibt charmante Parallelen: eine buchige Internetbekannschaft, die 

Insgesamt habe ich einfach das Gefühl vom Lesen geliebt. Innerhalb kürzester Zeit war das Buch auch schon wieder zu Ende und ich sehr traurig über diesen Verlust, gleichzeitig aber auch sehr dankbar dafür, dieses Buch lesen haben zu dürfen. Vielleicht ist dieses Buch nichts für Leute, die sich nach atemberaubender Spannung und krassen Plottwists sehnen oder eine tiefgehend emotionale Geschichte suchen. Aber für mich war es alles, was ich an Young Adult Büchern liebe: zuckersüß, kurzweilig und unterhaltsam, ein Buch fürs Herz, das man schnell an einem Tag lesen kann. Authentische und herzerwärmende Charaktere mitten aus dem Leben, die noch ihren Stand in der Welt suchen. 

Mai 23, 2021 No Kommentare
Während der Zeit, in der ich für die schriftlichen Abiprüfungen lernen musste, habe ich mir immer vorgenommen: "sobald du wieder die Zeit dafür hast, legst du richtige Lesetage ein und ziehst eine Reihe endlich mal wieder so richtig durch". Und für dieses Vorhaben habe ich mir eine ganz besondere Reihe vorgenommen: Die Off-Campus-Reihe von Elle Kennedy.

Wir alle kennen diese Bücher, die kollektiv gelobt werden. Die ganz Bookstagram in Ekstase versetzen und deren Hype gefühlt alle Gazetten durchflutet. Die Off-Campus-Reihe mit den passenden Spin-Offs, die ebenfalls an der Briar University spielen, ist so eine Reihe. Grundsätzlich bin ich sehr offen für Hypes und in vielen Fällen kann ich in den Chor der Lobenden miteinstimmen. Aber hier muss ich mich etwas in Zurückhaltung üben. Ich kann verstehen, warum es so ein Hype ist, aber für mich persönlich waren es keine absoluten Highlights.








Und bevor jetzt einige empört nach Luft schnappen oder direkt die Seite schließen: Leute, lasst es mich erklären, ich habe meine Gründe. Dadurch, dass sich die Bücher grundsätzlich schon sehr ähneln, mache ich an dieser Stelle mal einen Sammelpost, denn die Probleme, die ich mit dieser Reihe habe, lassen sich fast ohne Einschränkung auf jeden Teil anwenden. 

Kurzrezensionen:






The Deal: 

The Deal konnte mich noch am meisten überzeugen. Hannah ist schlagfertig und tough, hat aber gleichzeitig eine nicht einfache Vergangenheit, die an dieser Stelle recht gut aufgearbeitet wird. Eine gelungene Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, nicht zu viel Körperlichkeit von Seite 1 und schlagfertige Dialoge. Der Schreibstil ließ mich, wie aber auch in allen anderen Teilen, durch die Seiten fliegen, also durchaus Pageturner-Potenzial. 







The Mistake:

 Für mich der schwächste Teil der Reihe. Logan und Grace waren für mich etwas zu farblos, und die Exposition werde ich immer als an den Haaren herbeigezogen empfinden. Hat seine schönen Teeniefilm-Momente, aber die Erinnerungen an das Buch sind schon jetzt verblasst- nicht einmal eine Woche, nachdem ich es gelesen habe.









The Score: 

Irgendwie wurde hier Potenzial verschenkt. Dean mochte ich, seine Wandlung vom Playboy zum festen Freund war halbwegs authentisch. Allie war mir sehr sympathisch, durch ihren Exfreund Sean wurde es immer mal wieder aufregend. Die Gespräche zwischen Dean und Allie haben mir gefallen und der Plottwist am Ende hat mich tatsächlich unvorbereitet getroffen. Leider war es mir zu viel Sex, für meinen Geschmack wurde ihre Dynamik unterdrückt.









The Goal:

 Sabrina hat mich positiv überrascht, denn man versteht durch diesen Teil ihr Verhalten der Bände davor. Verwirrt hat mich hier aber vor allem am Anfang die Zeitlinie, am Ende fand ich das aber sogar ganz interessant, die Puzzleteile haben sich gefügt, auch, wenn es durch ein gewisses Ereignis zu Situationen geführt haben, die mich komisch berührten. Der Teil ist ernster und von der Stimmung und Thematik ganz anders als die anderen Teile, was ich gleichermaßen angenehm und irgendwie aber auch schade fand. 







Und hier meine 3 größten Probleme, die ich mit den Büchern hatte. 


Problem 1: Die Menge an Sex-Szenen


Prinzipiell habe ich mit expliziten Szenen absolut kein Problem. Sie sind ein essenzieller Teil von New Adult Romanen und an manchen Stellen ist es auch geradezu nötig, dass sich die Gefühle der Protagonisten endlich entladen können. Durchschnittlich gibt es davon 1 Szene pro Buch, wenn es hoch kommt vielleicht 2 oder 3. 
Aber in dieser Reihe habe ich gar nicht genug Finger an 2 Händen, um die Anzahl der Sexszenen abzuzählen. The Deal ist zumindest in der 1. Hälfte eine Ausnahme, aber irgendwann gab es auch für Hannah und Garret kein Halten mehr. The Goal wiederum hatte dann fast wieder zu wenig Sexszenen, dafür, dass der Band Teil dieser Reihe war. Und irgendwie haben die Szenen dann auch für Unterhaltung gesorgt, was mir dann auch wieder gefehlt hat... naja. 
Die Bücher beginnen mit Sex. Danach denken alle nur noch daran, dieses "einmalige Erlebnis" zu wiederholen. Wenn sie zusammen sind, wird jede Minute genutzt, um miteinander zu schlafen. Kommunikation wird dadurch irgendwie unterdrückt. Die Dialoge von Dean und Allie in "The Score" mochte ich z.B. teilweise richtig gerne, aber die Gespräche wurden gefühlt nie länger als 5 Seiten lang gezogen, bis sie wieder über Sex sprachen. Hätte ich ein Trinkspiel aus vulgären Begriffen gemacht, wäre ich sicher sehr schnell betrunken gewesen. 


Problem 2: Der redundante Plot

Man nehme: einen Eishockeyspieler, der Interesse an einem Mädchen findet, das eigentlich so gar nicht in sein Beuteschema passt. Die beiden haben ganz aus Zufall phänomenalen Sex miteinander, den der Typ- als Eishockeyspieler natürlich früher ein richtiger Aufreißer- natürlich nicht vergessen kann und ihn plötzlich zähmt und ihn dazu veranlasst, ihr nachzujagen. Denn die Dame lässt sich bitten, der arme Mann muss zappeln- zack, Räuber-Beute-System. Zack, Plot für 4 Bücher. 
In The Deal hat es noch gut gepasst, da es nicht direkt um das Stillen des sexuellen Verlangens ging. Bei The Score hatten Allie und Dean eine ganz schöne Dynamik, sodass ich es hier auch recht passend fand. Aber The Mistake war nichts für mich und hat sich irgendwie gezogen. 


Problem 3: Mangelnde Originalität


Vielleicht geht das aus den ersten beiden Problemen hervor, aber um diese Bücher Highlights zu nennen, hat mir einfach zu viel gefehlt. Der Plot war prinzipiell nichts neues, das Briar-College kein Wohlfühlort wie zum Beispiel Woodshill für mich. Die Charaktere fand ich insgesamt recht flach, die Jungs sind sich alle sehr ähnlich und auch, wenn mir die Protagonistinnen an sich ganz gut gefallen haben, hakt sich keine für immer in meinem Kopf fest. Der Schreibstil war zwar flüssig, aber eben eigentlich recht normal für New Adult Verhältnisse. Ich bin nicht wirklich ins Fangirlen gekommen, habe alles gelesen, aber es nicht so richtig gefühlt. Der letzte Funke ist leider nicht übergesprungen. Vielleicht mache ich mich hiermit unbeliebt, aber für mich war es einfach eine normale New Adult Reihe für Zwischendurch, nicht mehr, aber auch nicht weniger. 


Mai 20, 2021 No Kommentare

 Die Midnight Chronicles- schon weit vor ihrem Erscheinen war ich vollkommen aufgeregt, was diese Reihe mit den schönen Covern so auf sich hat und ob sie hält, was ich mir von ihr verspreche. Und nach zwei Teilen kann ich nun mit Fug und Recht behaupten: ja, das tut sie!

Denn bereits Teil 1, "Schattenblick" von Bianca Iosivoni, in dem wir Roxy und Shaw bei Geisteraustreibungen verfolgt haben, hat mir sehr gut gefallen. Teil 2, "Blutmagie" von Laura Kneidl hat mich aber noch atemloser lesen lassen, die Seiten sind dahin geflogen, die Ereignisse überschlugen sich- und gerade zum Ende hin saß ich aufrecht im Bett, weil ich gar nicht schnell genug lesen konnte. Was mich jedoch leider etwas enttäuscht hat war die zwischenmenschliche Beziehung zwischen Cain und Warden- aber dazu später mehr.



Informationen zum Buch:

Titel: Midnight Chronicles- Blutmagie, 2. Teil der Reihe "Midnight Chronicles"; Autorin: Laura Kneidl; Erscheinungsdatum: 24.02.2021, Seitenzahl: 431; Genre: Romantasy; Verlag: LYX; Preis: 14,90€;  ISBN: 978-3-7363-1347-7


Meinung:

Wie oben bereits angedeutet hab ich diesen Teil ziemlich inhaliert. Der Schreibstil ist locker und flüssig, man hat definitiv die Möglichkeit, schnell durch dieses Buch zu kommen, obwohl das Worldbuilding an sich nicht vollkommen trivial ist und durchaus Aufmerksamkeit erfordert. Die Handlungen und Szenerien sind detailliert beschrieben, verlieren sich aber nicht in Nichtigkeiten oder langgezogenen Beschreibungen. Die Mischung aus der Übernatürlichen Welt der Vampire, Geister und Hexen einerseits und dem Setting Edinburgh andererseits hat für mich einen besonderen Reiz- Urban Fantasy at its best. 

Denn das ganze Universum der Midnight Chronicles gefällt mir wirklich gut. Ich mag, wie fein das Übernatürliche in unsere alltägliche Welt eingebunden ist und sich so durchaus realistisch anfühlt, das Gefühl erzeugt, dass in den Schatten unseres Alltags vielleicht eine andere Welt lauern kann. Ebenso, wie die übernatürlichen Wesen einige menschliche Eigenschaften aufweisen- egal ob in Aussehen oder Verhaltensweise. Man kann sich sowohl mit ihnen als auch mit dem Alltag der Hunter und Huntress identifizieren und so ohne Probleme in die Welt eintauchen.

Vampire sind grundsätzlich etwas, um das ich in Büchern gerne ein Bogen mache- die meisten Geschichten, die sich um sie ranken, fand ich meist sehr abgedroschen und klischeehaft, irgendwie zu platt oder fast schon billig, aber in diesem Fall haben ich das nicht so empfunden. Natürlich gibt es einige Klischees, aber gerade so viele, wie man braucht, um Vampire noch als solche klassifizieren zu können. An manchen Stellen habe ich fast mit ihnen sympathisiert (Phinneas, Leute), an anderen war ich angewidert, schockiert und hellwach- eine sehr ausgewogene Mischung für Antagonisten. 

Laura Kneidl spielt mit den Emotionen. Sie zieht Morde durch, die einem im Leserherz wehtun, da auch "welche von den Guten" sterben oder schwer verletzt werden- und das kann man nicht als selbstverständlich ansehen. Vielleicht ist das eine masochistische Anwandlung, aber dass das allgemein bekannte Gerechtigkeitssystem stellenweise aufgebrochen wird und die heile Welt vielleicht Kratzer kriegt finde ich wahnsinnig aufregend. So konnte ich jederzeit mitfiebern und mitbangen, da ich mich nicht auf mein "am Ende sind alle glücklich"-Gefühl verlassen konnte- denn man kann sich nie sicher sein. Es hält das Interesse am Buch absolut aufrecht, es ist abwechslungsreich und süchtigmachend. 

Jedoch muss ich sagen, dass mir Cain und Warden nicht so sehr liegen wie Roxy und Shaw. Ich könnte weder Cain noch Warden wirklich klar charakterisieren- mir fehlt ein bisschen das Gewisse Etwas. Cain ist cool, stark, mutig mit einer weichen Seite, keine Frage, aber dennoch etwas farblos. Auch Warden ist kein noch nie dagewesener Charakter- was für mich jetzt keinen Einfluss auf die Gesamtbewertung des Buches hat, dennoch hätte ihm ein bisschen mehr Charisma nicht geschadet. Auch war die Erzählstimme der beiden sehr ähnlich, sodass ich mehrfach darüber gestolpert bin, wer gerade eigentlich spricht- was auch nicht weiter schlimm war, da ich viel zu sehr auf die Handlung konzentriert war.

 Anders als in "Schattenblick" spielte hier die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten eine mindestens so große Rolle wie die Handlung drumherum und war eng damit verflochten. An sich gefällt mir diese direkte Verbindung zwischen Romance und Fantasy ziemlich gut, zumal sie sehr plausibel war und das eine das andere ergänzte, dennoch habe ich einige wenige Kritikpunkte bezüglich der Geschichte zwischen Cain und Warden. Der zeitliche Verlauf davon war mir ab einem gewissen Punkt nicht mehr ganz ersichtlich- irgendwie überstürzt, eine Schlüsselszene kam wie aus heiterem Himmel und ein Sinneswandel war nicht ganz nachvollziehbar für mich. Um nicht zu Spoilern gehe ich nicht weiter darauf ein, aber das hat Warden für mich etwas unglaubwürdiger gemacht- spätestens ab diesem Punkt wusste ich nicht mehr, wie viel Glauben ich seinen Worten schenken sollte oder ob er einfach nur furchtbar launisch ist. 

Die Auflösung hat mich überrascht, ich bin selbst nicht auf diese Idee gekommen und fand sie in Retrospektive wirklich sinnvoll. Es hat die Punkte miteinander verbunden, ein bisschen Sinn gestiftet und für einen kleinen Mindblowmoment gesorgt. Auch hier wurde wieder mit den Gefühlen des Lesers gespielt, generell der Aufhänger der gesamten Handlung der restlichen zwei Drittel des Buches hat mich ganz schön umgehauen und mich in seinen Sog gezogen.

Alles in einem kann ich also eine klare Empfehlung aussprechen. Ich mag die Midnight Chronicles wirklich gerne, mag, dass sich die beiden Autorinnen abwechseln und man sich immer eine lange Zeit im Voraus auf die Fortführung der beiden Geschichten freuen kann.

"Blutmagie" überzeugt mit seiner stürmischen und abwechslungsreichen Handlung, dem flüssigen Schreibstil und dem Spiel mit den Gefühlen. Eine bittersüße Qual, die ich jederzeit wieder lesen würde!

Bewertung: 

4,5 von 5 Sternen


Herzlichen Dank an den LYX-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und die tollen Goodies dazu!

April 08, 2021 No Kommentare

 Wer mich und meinen Blog schon etwas länger verfolgt, dem wird definitiv nicht entgangen sein, dass ich eine Schwäche für die Bücher von Karen M. McManus habe. Jugendthriller sind eine hohe Kunst wie ich finde, es ist nicht einfach, das perfekte Maß an Spannung zu finden und es authentisch mit den anderen "normalen" Problemen eines Teenagers und einer Prise Liebe zu verpacken. Aber wenn einer diese Kunst beherrscht, dann Karen M. McManus. Und was sie in ihrer Danksagung geschrieben hat, kann ich nur unterschreiben: sie ist mit jedem Buch gewachsen und immer besser geworden. "The Cousins" ist ein Buch, das mir wirklich von Anfang bis Ende gut gefallen hat und ich jedem empfehlen würde.






Inhalt:

Drei Cousins. Eine Familie. Ein tödliches Geheimnis.

Milly, Aubrey und Jonah Story haben ihre legendäre Großmutter Mildred Margaret Story nie kennengelernt. Ihre Eltern sind schon vor langer Zeit von der High-Society-Matriarchin enterbt worden. Da erhalten die Cousins einen Brief: Sie sollen den Sommer auf dem Story-Anwesen auf Gull Cove Island bei ihrer Großmutter verbringen. Obwohl sich Milly, Aubrey und Jonah seit Kindesbeinen nicht gesehen haben, sind sich ihre Eltern einig – das ist die Chance, sich wieder auszusöhnen. Doch als die Cousins auf der Insel eintreffen, wird schnell klar, dass Mildred Margaret Story andere Pläne verfolgt – und dass die Story-Familiengeschichte dunkle Abgründe birgt. Diesen Sommer werden Milly, Aubrey und Jonah alle Geheimnisse aufdecken. Auch das letzte und tödlichste.

(entnommen aus: https://www.randomhouse.de/Buch/The-Cousins/Karen-M-McManus/cbj-Jugendbuecher/e556518.rhd)


Informationen zum Buch:

Erscheinungsdatum: 14.Dezember 2020; Preis: 20,00 €; Verlag: Cbj Jugendbuch; Seitenzahl: 432; Format: Hardcover mit Schutzumschlag; ISBN: 978-3-570-16578-2


Meinung:

Wie schon erwähnt bin ich wirklich überzeugt von der Autorin allgemein. Das liegt vor allen Dingen an ihrem Schreibstil. Multiperspektivisches Schreiben ist nicht immer erfolgreich, oftmals verschwimmen die Perspektiven- was hier leider manchmal kurz bei mir passiert ist, aber nur dem Fakt geschuldet war, dass ich beim Lesen schon sehr müde war, aber dieses Buch einfach nicht zur Seite legen konnte- oder es ist verwirrend. Hier ist das definitiv nicht der Fall. Erzählt wird aus der Sicht der 3 Story-Enkelkinder- Aubrey, Milly und Jonah- sowie dann und wann in der dritten Person von Allison, der Mutter von Milly und Tochter der sagenumwobenen Mildret Story. Die Throwbacks durch Allison waren unglaublich interessant und haben einem Hintergründe zum Hauptstrang geliefert- und einem dann und wann das Gefühl gegeben, mehr zu wissen als die Protagonisten. 

Allgemein war die Geschichte sehr gut durchdacht. Gegenwart und Vergangenheit wurden wunderbar verknüpft, Andeutungen und Hinweise kamen auf leisen Sohlen daher, sodass es einem im Nachhinein wie Schuppen von den Augen fiel, aber vorher die Subtilität der Ereignisse beibehielt und die mysteriöse und spannende Atmosphäre nicht zerstörte. Die Idee alleine hat mich gereizt, immer mehr Familiengeheimnisse wurden aufgedeckt und am Ende ergab alles einen Sinn.

Denn wenn ich eines noch einmal besonders hervorheben möchte, dann ist es das Ende. Normalerweise sind die Auflösungen ihrer Thriller immer der Schwachpunkt- schon öfters war ich etwas enttäuscht, was aus dem so vielversprechenden Potenzial gemacht wurde. Hier war das aber nicht der Fall. Das Ende hat mich gefesselt, mich überrascht, schockiert und war für mich gleichzeitig vollkommen schlüssig. Es stellt die Vorstellung etwas auf den Kopf und lässt einen mit Bedauern und einem leicht schlechten Gewissen zurück, und ich mag das. Sehr sogar. Die Stränge wurden alle zusammengeführt, die Intrigen und Geheimnisse aufgedeckt und ich bin zufrieden mit diesem Ende- keine offenen Fragen, keine Verärgerung.





Auch die Charaktere habe ich ins Herz geschlossen. Zunächst war mir Aubrey etwas zu farblos- das nette Mädchen von nebenan, etwas charakterschwach- doch ich habe mein Bild über sie über die Zeit verändert. Sie wächst in diesem Buch und wandelt sich in einem realistischen Maße und gefiel mir immer besser. Milly mochte ich sehr gerne. Ihre Perspektiven habe ich so ziemlich am liebsten gelesen, da mir ihre Einschätzung zu Situationen am meisten zusagte und ich sie sehr sympathisch fand. Sie war nicht perfekt, vielleicht mal oberflächlich, doch merkte man immer, das in ihr so viel mehr steckt als sie zu zeigen vermag. Sie war interessant und hat oftmals ausgesprochen, was ich gedacht habe, und dafür war ich ihr mehrfach dankbar. Auch Jonah gefiel mir sehr gut- er ist mir sehr lebendig vorgekommen und war mir, wie Milly, unglaublich sympathisch. Er ist nicht perfekt, aber das hat nichts daran geändert, dass ich sein Auftreten und sein Verhalten mochte.




Es gibt noch einige Dinge oder Personen, die mir wirklich gut gefallen haben, zu denen ich aber an dieser Stelle nichts sagen kann, ohne etwas von den Plottwists vorwegzunehmen. Doch so viel sei gesagt: es gibt immer wieder Plottwists an Stellen, an denen man nicht mit ihnen gerechnet hat und auch die Nebencharaktere haben alle ihren Reiz. Das Setting auf Gull Cove Island fand ich viel besser als die sonst für sie typische Highschool Umgebung und war so gut beschrieben, dass ich die salzige Luft förmlich riechen konnte. 


Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich sage: Karen M. McManus' Bücher sind immer absolut lesenswert, aber "The Cousins" ganz besonders. Ich würde es am liebsten nochmal lesen, behalte es dafür aber immer in bester Erinnerung und erfreue mich daran, es gelesen haben zu dürfen. 


Bewertung: 

5 von 5 Sternen 



Januar 29, 2021 No Kommentare

Man nehme: eine provinzielle Kriminalgeschichte mit einem Ende, das so unwahrscheinlich ist, dass man es niemals in Betracht gezogen hätte, einen Personenschützer, der fast aus seiner Lederjacke platzt, die wohl kindlichste Abiturientin, die mir jemals untergekommen ist und eine Liebegeschichte, deren Verlauf an Unnatürlichkeit und Erzwungenheit fast nicht mehr zu überbieten ist. Verpackt in einem stellenweise unbeholfenen Schreibstil und garniert mit allen erdenklichen Klischees kommt dabei ein Buch wie "Kiss and Crime- Zeugenkussprogramm" heraus. Ich bin mir sicher, dass ich einige Jahre zu alt für dieses Buch bin, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die Protagonistin angeblich so alt sein soll wie ich, fühle ich mich durchaus dazu ermutigt, ein paar Kritikpunkte zu äußern.



Die erste Hürde, die es zu bewältigen gilt: in die Geschichte hineinfinden. Bereits auf der ersten Seite hatte ich Probleme mit dem Schreibstil. Ich bin über eine ganze Reihe Formulierungen gestolpert und leider ist das im Laufe des Buches nicht besser geworden. Manches war viel zu undetailliert, Atmosphären wurden nicht genügend ausgebaut und die Ereignisse mehr oder minder heruntergerattert, ohne auch nur ansatzweise Spannung zu kreieren. Immer, wenn man mal etwas aus der Geschichte hätte herausholen können, wurden Dinge überstürzt. Gefühle kamen nicht richtig herüber und so wurde es immer langweiliger und flacher. Nach einigen Kapiteln stellte sich pure Resignation bei mir ein.

Die nächste Hürde: über die ganzen Klischees und albernen Details hinwegsehen. Wir haben die Omi, die immer spicy Historik-Erotik-Romane diktiert und damit ein kleines Vermögen zu verdienen scheint. Ebenso scheint dieses Verhalten niemanden zu stören- nein, ganz im Gegenteil, alle sitzen gespannt da und wollen wissen, wie es bei Lady Irgendwas und Lord Schlagmichtot spätestens in Kapitel 4 heiß hergeht. Absolut normal. Natürlich. 

Genauso normal wie der natürlich viel jüngere (und kriminelle) Freund, Jonas, von Emmys Mutter, der nichts Besseres zu tun halt, als Emmys beste Freundin, Yasemin, anzubaggern. Klar. Und Emmy, die von ihrer eigenen Mutter gefragt wird, wie es sich anfühle, die unscheinbare Freundin neben der Granate an besten Freundin zu sein. Die Mutter, die wild mit Jonas herumknutscht und vollkommen naiv und blauäugig ist. Aber wer denkt, dass er nun alle Klischees über sich ergehen hat lassen, der hat sich gewaltig getäuscht.

DENN DANN KAM ER!

Pascal, leicht verrucht in seiner abgewetzten Lederjacke und an Charme und Schönheit offenbar nicht zu überbieten, erobert direkt das Herz von Emmy. Obwohl er es natürlich als ihr Personenschützer nicht darf. Wie dumm aber auch.

 Meiner Meinung nach hat er ihr niemals wirklich Avancen gemacht, aber für Emmy war die Sache nach einem Ereignis glasklar: Als Pascal ihr einmal Ketchup weggewischt hat (seine Behauptung) konnte sie damit natürlich nicht leben. Nein, ganz die gewiefte Intelligenzbestie kommt sie ihm auf die Schliche, indem sie sich Ketchup aufs Gesicht schmiert, unterschiedlich lange wartet und im Selbstversuch wieder wegwischt, um auf die Erkenntnis zu kommen, dass man es niemals ohne Rückstände wegwischen kann. 

Also, geneigte Leser, hört auf die gute Emmy: wenn jemals jemand vorgibt, euch Ketchup vom Gesicht gewischt zu haben, dann lügt er und ist eigentlich unsterblich in euch verliebt.

 Danke, Emmy, was täten wir doch alle nur ohne dich!

Ihre Beziehung wirkte auf mich nie wirklich echt, sein Liebegeständnis kam irgendwann aus heiterem Himmel und war so dermaßen gestelzt, dass es mich richtig zum Lachen gebracht hat, was definitiv so nicht sein sollte. Emmy verhält sich wie eine liebestolle 13-jährige und rundet damit das Bild dieses unpassenden Paars ab.

Dass der Bösewicht mal wieder Osteuropäer war und es natürlich um eine große Summe Geld geht, lässt einen dann fast schon kalt. Ebenso wie Tommy, der Nerd und nette Junge von nebenan, der natürlich in allen Naturwissenschaften nur 15 Punkte hat, aber sozial vollkommen unbeholfen ist. Man lässt hier eben einfach kein Klischee aus. 

Ich will nicht zu viel auf das Ende eingehen, aber ich kann nur sagen, dass ich es als vollkommen unrealistisch empfinde. So groß können Zufälle eigentlich nicht sein und es war das erste Mal in meiner Geschichte als Leserin, dass ein Plottwist mich überrascht hat, weil er so unwahrscheinlich war. So vollkommen schlüssig war es für mich auch nicht, aber was soll ich mich aufregen, hab ich ja schon genug getan. 


Ehrlich gesagt gibt es noch einen ganzen Haufen an Dingen, die mich an diesem Buch gestört haben. Da ich aber nicht den Rahmen sprengen möchte, ein letzter Satz von mir: Man kann das Buch in einem akuten Anfall von Lockdownlangeweile mal lesen, aber wenn man es nicht tut, verpasst man jetzt auch nicht das literarische Meisterwerk der Neuzeit.





Januar 07, 2021 1 Kommentare

 Es gibt diese Bücher, die man nicht einfach nur liest, nicht einfach nur beendet. Sie hallen in einem nach wie ein Echo, lassen einen nicht los, sondern haben ein kleines Stück in einem verändert, auf die denkbar positivste Art und Weise. "Ashes and Souls- Schwingen aus Gold und Rauch" ist eines dieser Bücher- und ich bin so frei, es nun ein Jahreshighlight zu nennen- das erste Buch in diesem Jahr, bei dem ich mir vollkommen sicher bin, dass es diese Bezeichnung verdient. Denn das ist es- sowohl der Schreibstil, als auch die Welt, als auch die Charaktere haben mich in ihren Bann gezogen. Selbst, wenn ich erst am nächsten Tag weitergelesen habe- ich war immer wieder direkt in der Geschichte eingesogen, unfähig, mich vom Buch loszueisen. Denn Prag, Asher, Mila, das erschaffene Universum haben sich in mein Herz Geschlichen und werden dort einen festen Platz behalten.





Inhalt:

Eine Liebe zwischen Tod und Unsterblichkeit 
Prag wird die goldene Stadt genannt, doch Mila sieht dort unendlich viel grau. Denn sie hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann den Tod vorhersehen. Menschen, die bald sterben werden, verlieren in Milas Augen jegliche Farbe. Verzweifelt versucht sie, diesen Fluch loszuwerden, und gerät dabei in den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Schnell findet sie heraus, dass Himmel und Hölle ganz anders sind, als sie es sich vorgestellt hat. Für welche Seite wird Mila sich entscheiden?
(entnommen aus: https://www.loewe-verlag.de/titel-0-0/ashes_and_souls_schwingen_aus_rauch_und_gold-9225/) 


Informationen zum Buch:

Titel: Ashes and Souls- Schwingen aus Rauch und Gold, Autor: Ava Reed, Verlag: Loewe, Preis: 18,95 €, ISBN: 978-3-7432-0251-1, Seiten: 384, Erscheinungsdatum: 18.09.2019, Genre: Paranormal Romance


Meinung:

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Nehmen wir den Schreibstil. Ava Reed ist mir als Autorin schon länger bekannt- ich habe bereits einige ihrer Bücher gelesen, doch wie sie selbst in der Danksagung gesagt hat: dieser Schreibstil war anders, ein Wagnis, und ich kann das verstehen, denn normalerweise fällt es mir sehr schwer, mich bei Geschichten aus der 3. Person vollkommen auf die Story einzulassen- eine gewisse Distanz bleibt eigentlich immer. Doch hier hatte ich erstmals nicht dieses Gefühl- ich war Teil der Geschichte, die Charaktere und Geschehnisse waren lebendig und greifbar. Keinerlei unüberbrückbare Distanz, nur pure Schreibkunst. Eine wirklich passende Wortwahl, detailliert, ohne zu viel zu sein, nicht zu schlicht, nicht zu übertrieben- einfach so, dass man dieses Buch nicht zur Seiten legen und so durch die Geschichte fliegen konnte. 

Auch die Handlung an sich konnte mich vollkommen überzeugen. Sie war abwechslungsreich, hat sich realistisch aufgebaut. Immer mehr Puzzleteile haben ihren Platz an der richtigen Stelle gefunden, das Bild nach und nach komplettiert. Von der Suche nach ihren Wurzeln, hin zu Ereignissen zwischen Himmel und Hölle, Ewigkeit und Endlichkeit. Ich bin oftmals skeptisch bei Fantasy, so wirkt es mir oft viel zu sehr aus der Luft gegriffen, doch diese Welt war so greifbar. So plausibel. So echt. Ich konnte mich nicht lösen vom Geschehen, wollte wissen, wie es weitergeht, mehr erfahren, was alles in Mila steckt. Wollte mehr von Asher lesen. Mehr über das Gleichgewicht. Ich könnte stundenlang weiter aufzählen, doch was ich an dieser Stelle deutlich machen möchte: ich liebe diese präzise ausgearbeitete Welt, die mir über die Seiten so vertraut geworden ist. Die Verwurzelung in der realen Welt, in Prag, einer Stadt, die mir durch dieses Buch erst in seiner Schönheit wirklich vorgestellt worden ist, hat dieses Gefühl nur noch verstärkt. 

Und dann kam das Ende und hat mein Herz erst zum Schmelzen gebracht und es dann zerschmettert. Ich war gerade so im Geschehen und plötzlich war da dieser Cliffhanger. Ich kann gar nicht anders, als mir den zweiten Teil auch noch direkt zu bestellen, denn ich Muss einfach wissen, wie Milas Geschichte weitergeht. Ich hätte auch an dieser Stelle nicht erwartet, dass ich so dringend das Bedürfnis haben würde, weiterzulesen, aber ich wurde eines besseren belehrt- es ist ein innerer Drang, der mich zu diesem Buch zieht. Es war spannend bis zur letzten Seite, und ich war richtig geschockt, als es schon zu Ende war. Ich hatte diese Wendung kommen sehen, dennoch hat sie mich, als sie nun da war, komplett von den Füßen gehauen, da ich emotional so eingebunden war, dass es war, als würde ein Teil von mir direkt neben Mila stehen.

Denn was genauso präzise ausgearbeitet ist, wie die Welt, sind die Charaktere und ihre Emotionen. Asher hat sich definitiv in mein Herz geschlichen. Ich konnte Mila nachfühlen, in jeder ihrer Empfindungen, und habe genau wie sie still und leise mein Herz an Asher verloren, ohne es selbst gemerkt zu haben. Es ist selten, dass Romantasy nicht zu kitschig oder zu übertrieben wirkt, aber hier war es der Fall: auf leisen Sohlen, aber nicht zu übersehen. Das perfekte Maß. Asher hat die perfekte Balance zwischen Arroganz, Sturheit und Stolz. Er ist stark, mächtig und erfahren, weise und dennoch gefühlsbetont. Er ist perfekt und hat dennoch seine Schwächen, was ihn so unglaublich greifbar macht. Mila konnte mich mit ihrer Authentizität und Stärke ebenso begeistern. Die Emotionen haben mich immer wieder überrollt, an einer Stelle musste ich eine Träne zurückhalten, da ich so mitgenommen war, ich konnte schmunzeln, mitfiebern und wurde immer wieder überrascht- als das, was ein gutes Buch tun sollte.





Ich denke, ich habe deutlich gemacht, wie sehr ich dieses Buch liebe. Wie unglaublich gut mir die Welt, die Charaktere, die Handlung gefallen haben und wie groß das Loch in mir ist, jetzt, wo ich das Buch beendet und vom Cliffhanger in der Luft gehalten werde. Ein rundherum gelungenes Buch.


Bewertung: 5 von 5 Sternen


Oktober 17, 2020 No Kommentare

  "The Secret Book Club" war eine der Buchreihen in 2020, die ich am allermeisten herbeigesehnt habe- das gebe ich gerne zu. Die Idee, dass Männer heimlich Liebesromane lesen, um ihre Frauen besser zu verstehen, klang auf abstruse Art und Weise reizvoll- ich versprach mir eine authentisch-witzige Geschichte mit ganz besonderem Charme. Aber offen gestanden war ich von der Umsetzung der Idee leider sehr enttäuscht. Ich habe lange, wirklich lange darüber nachgedacht, inwieweit ich das zum Ausdruck bringen möchte und kann, aber ich will ganz ehrlich sein- das Buch hat meine Erwartungen absolut nicht erfüllt.

Ich weiß aber, dass es vielen Menschen anders geht, deswegen mache ich von vorne herein klar, dass es meine subjektive Meinung ist und ich jetzt niemandem explizit von diesem Buch abrate- in der Position bin ich einfach nicht. Aber es beschäftigt mich einfach sehr und es gibt Dinge, die mich einfach gestört und so das Leseerlebnis für mich enorm geschmälert haben.


Inhalt:

Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ist die Liebe seines Lebens! Und er versteht, verdammt noch mal, nicht, was überhaupt passiert ist. Eigentlich müsste SIE sich bei IHM entschuldigen! Gavin ist ratlos und verzweifelt – bis einer seiner Freunde ihn mit zu einem Treffen nimmt. Einem Treffen des Secret Book Club. Hier lesen und diskutieren Männer heimlich Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen. Gavin hält das für Schwachsinn. Wie sollen Liebesschnulzen ihm helfen, seine Ehe zu retten? Doch die Lektüre überrascht ihn. Und Thea steht eine noch viel größere Überraschung bevor!

(entnommen aus: https://www.rowohlt.de/paperback/lyssa-kay-adams-the-secret-book-club-ein-fast-perfekter-liebesroman.html )


Informationen zum Buch:

Titel: The Secret Book Club- ein fast perfekter Liebesroman, Autor: Lyssa Kay Adams, Verlag: KYSS (Rowohlt), Preis: 12,99 €, Erscheinungstermin: 21.04.2020, Seiten: 400, ISBN: 978-3-499-00264-9


Meinung: 

Nehmen wir den Plot. An sich habe ich Abwechslung erwartet, viele Szenen aus dem Buchclub, da jener eben nun einmal namensgebend ist und für mich der Hauptgrund war, warum ich mich dazu entschlossen habe, dieser Geschichte meine Zeit zu widmen. Doch der Buchclub hat für mich eine viel zu kleine Rolle in dem ganzen Konstrukt gespielt. Natürlich gab es immer mal wieder Szenen, in denen die Literatur "Die Verführung der Gräfin" diskutiert wurde, aber es war mir zu wenig. Genau diese Begebenheiten im Buch mochte ich nämlich wirklich- die eingebundene "Textstellen" aus der ebenso fiktiven Buchclubliteratur, die eine stets sehr willkommene Unterbrechung des eigentlichen Handlungsstrangs waren und es inhaltlich unterstützt haben. Es waren die einzigen Male, in denen ich mich als Leser wirklich abgeholt gefühlt gehabe- ich konnte mit auf Hinweise zwischen den Zeilen achten und Gavins Situation mit der des Grafen vergleichen. Aber es spielte im Gesamtbild eine so minimale Rolle, dass der so namensgebenden Buchclub zur Randerscheinung, zum Nebenstrang wurde.

Dann nehmen wir als nächstes die Charaktere. Gavin fand ich wirklich noch in Ordnung- er ist farblos, der 0815 Profibaseballspieler, der "einfach so viel mehr unter der Oberfläche hat, als man denkt", der "wirklich anders ist als alles anderen". Gähn. Vielleicht bin ich an dieser Stelle sehr hart zu ihm, aber er ist einfach keine Erscheinung, die ich nicht schon mehrfach gelesen hätte- in einem als "unkonventionell" angekündigten Buch hätte ich mir da etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht. Aber Gavin ist ja noch okay.

 Nehmen wir seine Frau Thea. Kann mir jemand bitte den Reiz an ihr erklären? Jetzt ist sie die mehr oder minder öde Spielerfrau. Klar, sie ist in die Rolle reingerutscht, und dafür habe ich auch vollstes Verständnis, aber selbst ihr angeblich so aufregendes und wildes Vergangenheits-Ich hat mich nicht gereizt. Wenn man angeblich so eine starke Aktivistin war und so "kreativ" und "ungebändigt", kann ich mir nicht vollkommen vorstellen, dass man plötzlich all das so sehr an den Nagel hängt- und nur, weil sie wieder Gemälde malt oder mal eine Wand einreißt ist das für mich noch lange kein Zeichen davon, dass man plötzlich wieder "wild" und "ungebändigt" ist. Eine sehr schmale Charakterentwicklung- aber generell sind die Charaktere sehr eindimensional, vielleicht sollte ich einfach zufrieden sein mit dem, was ich geboten bekomme.

Aber wenn ich mich schon über Thea aufrege (die dann, nach ihrer "Emanzipation" eigentlich wirklich nur unverschämt gegenüber anderer Spielerfrauen ist und damit nichts bezweckt, außer, dass sie herumzickt wie eine Highschoolschülerin), dann habe ich ihre Schwester noch nicht erwähnt. Ich will mich gar nicht zu lange über sie unterhalten, aber so viel sei gesagt: sie ist eine unverschämtere und sehr viel nervigere Variante als Thea. Sie hat sich in Dinge eingemischt, die sie absolut nichts angehen und hat viel zu vorschnell geurteilt und sich Gavin gegenüber unfair verhalten. Denn wie gesagt, Gavin war ja noch vollkommen in Ordnung.

Auch die restlichen Nebencharaktere waren viel zu eindimensional und bedienten jedes Klischee. Nehmen wir den Russen, der gebrochen Deutsch spricht und die Menschen mit seinen "Fürzen" (fühlt sich schon albern an, es überhaupt zu erwähnen) und seiner schlechten Grammatik zum lachen bringen soll. Fand ich nicht allzu angebracht, und irgendwann war der Witz dann auch endgültig ausgereizt.




Aber dass die Charaktere so eindimensional waren liegt nicht nur an den Figuren selbst, sondern auch am Schreibstil. Ich bin generell bei Liebesgeschichten immer sehr vorsichtig, was die dritte Person angeht, da dadurch einfach immer eine gewisse Distanz entsteht, die nur bei einer wirklich guten Schreibkunst vollkommen eingerissen werden kann. Hier war das leider nicht der Fall, sodass ich nie richtig warm geworden bin- mit der Story, mit den Gefühlen, mit den Figuren, ich habe die vierte Wand immer mehr als deutlich zwischen mir und der Geschichte gespürt und konnte mich nie richtig auf alles einlassen.

Abschließend möchte ich trotzdem nochmal den Plot aufgreifen, auch, wenn ich dazu schon einiges gesagt habe: der allgemeine Aufhänger für Gavins Ehekrise hat mich alleine schon gestört. Um Spoiler zu vermeiden werde ich es an dieser Stelle nicht erwähnen, aber bei einer so langjährigen Ehe finde ich es irgendwie fraglich, dass es erst so spät ans Licht gekommen ist und ein verletztes männliches Ego dann solche Konsequenzen zieht. Mag ja sein, dass es ein so schwerwiegendes Problem sein kann, ich will da nichts behaupten, aber irgendwie fand ich das als Grund für eine Ehekrise nicht glaubwürdig genug. Außerdem bin ich immer noch unschlüssig darüber, ob ich das Ende zu viel des Guten fand oder dann doch wieder süß- ich weiß es wirklich nicht.




 Denn ich möchte dieses Buch nicht ausnahmslos schlecht reden: Die Szenen des Buchclubs waren wirklich unterhaltsam, die Idee mag ich immer noch, und es hatte durchaus seine Momente- besonders, wenn Gavins und Theas Töchter im Spiel waren. Ich schätze, dass die Thematik der Ehekrise durchaus wichtig zu behandeln ist und das Buch somit vielleicht ernster, aber allgemein fand ich die Umsetzung einfach nicht gelungen.

Um es kurz zu machen: es war leider, leider absolut nicht mein Buch. Die Idee fand ich klasse, die Umsetzung leider enttäuschend. Zu platte Charaktere, zu viele Klischees und irgendwie allgemein too much- hat weder meinen Geschmack noch meinen Humor getroffen, sodass ich diese Reihe nach dem ersten Teil abbreche und nicht weiterlesen werde. Leider. Dennoch will ich von dem Buch nicht abraten, da ich mehr Leute kenne, die es lieben, als solche, die es so kritisch sehen wie ich, deswegen: einfach eine eigene Meinung bilden, wenn das Interesse dazu bestehen sollte.


Bewertung: 3 von 5 Sternen

Oktober 17, 2020 No Kommentare

 Kochen- das klingt meistens einfacher als es eigentlich ist. Und wenn man sich mal an's Kochen wagt, dann aber direkt alles schiefläuft ist man erstmal wieder nachhaltig von diesem Hobby abgeschreckt. Genau das will Matze Knop mit seinem Buch "Kochen mit zwei linken Händen" verhindern- es soll eine Grundlage für alle sein, die sich ins Kochen wagen möchten, aber auch für solche, die einfach auf der Suche nach einfachen und schnellen Rezepten sind.



Inhalt: 

Was tun, wenn man nicht kochen kann? Man lernt es einfach mit Matze Knop! Als Comedian und Moderator ist Matze Knop viel unterwegs und daher oft gezwungen zu ungesundem und meist lieblos abgefertigtem Essen zu greifen. Doch das hat jetzt ein Ende. 

In seinem Buch nimmt Matze Knop sie mit auf eine kulinarische Reise durch seine Kindheit, die von armen Rittern, Pfannkuchen und Pflaumenknödel und vor allem durch „Kochen mit Liebe“ geprägt wurde. Matze fängt dabei ganz von vorne an – und erklärt uns erst mal den Weg zur Küche. Die zweite Lektion widmet sich dem richtigen Werkzeug, den wichtigsten Gewürzen und der korrekten Dosierung des Kochweins: zwei Drittel in die Sauce und maximal ein Drittel in den Koch! Wie man angebrannte Töpfe vor dem Mülleimertod bewahrt oder fadem Essen auch ohne Ketchup den nötigen Pep gibt, verraten zudem Mama-Matzes Küchentipps. Gemeinsam mit seiner Mutter ist ein Kochbuch für unbegabte Küchen-Chaoten entstanden, bei dem es natürlich auch ordentlich was zu lachen auf den Teller gibt.
(entnommen aus: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID146351005.html )


Informationen zum Buch:

Titel: Kochen mit zwei linken Händen- das ultimative Kochbuch für den untalentierten Anfänger, Autor: Matze Knop, Verlag: GU (Gräfe und Unzer), Seiten: 192, Erscheinungsdatum: 04.03.2020, Preis: 19,99 €, ISBN: 978-3-8338-7283-9



Meinung: 

Grundsätzlich muss ich sagen, dass das Buch definitiv hält, was es verspricht- die Rezepte sind simpel und werden verständlich erklärt, die Aufmachung und auch die Seiten an sich sind anschaulich gestaltet und machen es einem zu einer großen Freude, auch mal für längere Zeit durch das Buch zu schmökern, alleine, um die hochwertigen Fotos zu bewundern.

Um ein wirklich fundiertes Urteil treffen zu können habe ich mich an einige Rezepte gewagt und diese ausprobiert. Mein Favorit: der Kaiserschmarren, den man auf dem Foto sieht. War einfach zu machen, hat gut geschmeckt und war mit der Anleitung wirklich ein Kinderspiel.

In dem Buch steckt Persönlichkeit von Matze Knop und das ist etwas, was ich sehr zu schätzen weiß. Die meisten Kochbücher sind eher unpersönlich, erzählen eher weniger von der Geschichte des Autoren (meist Kochs), der hinter dem Buch steckt, und so fand ich die persönlichen Anekdoten und das Konzept, dass er ein Buch zusammenstellt, u.a. mit Rezepten seiner Mutter/seiner Kindheit, mit dem er auch als blutiger Anfänger alles verstehen kann, gefällt mir wirklich gut. Vielleicht waren es manchmal für meinen Geschmack ein paar zu viele Fotos nur von ihm alleine, denn letztlich habe ich mich für das Buch wegen der Rezepte entschieden und nicht, um Matze Knop in 15 verschiedenen Varianten mit Schürzen in irgendwelchen (teilweise überspitzt dargestellten) Küchensitutionen zu betrachten, aber gut, ich kann mich damit arrangieren. Ich schätze sowieso, dass sehr viele Fans von ihm dieses Buch kaufen werden, von daher werde ich darüber einfach hinwegsehen.

Nun soll noch gesagt sein, dass ich es aus persönlicher Erfahrung her nun wirklich blutigen Anfängern empfehlen würden. Besonders das Glossar, das als sehr hilfreich angepriesen wurde, hat bei mir eigentlich für keinen einzigen Mindblowmoment gesorgt, doch es waren auch nicht meine allerersten Kochversuche- obwohl ich wirklich selten am Herd stehe. Es ist aber gut zu wissen, alle diese Tipps und Tricks in Notfallsituationen oder Momenten der akuten Ratlosigkeit zur Hand zu haben. Versalzene Suppen oder angebrannter Kuchen sollten in Zukunft also eigentlich kein Problem mehr für Besitzer dieses Buches sein.




Um ein Resume zu ziehen: man kann dieses Buch definitiv empfehlen. Sehr anschaulich, hilfreich und die Rezepte sind simpel und schmackhaft, dennoch bin ich der Meinung, dass dieses Buch auch noch ein paar Seiten mehr vertragen hätte können. Oder kommt irgendwann ein zweiter Teil? Man weiß es nicht, doch ich habe definitiv nicht das letzte Rezept aus diesem Buch ausgetestet!


Bewertung: 4 von 5 Sternen

Oktober 17, 2020 No Kommentare

 Randall Munroe war mir durch "What if?" schon bekannt und hat sich dadurch einen Platz auf der Liste meiner favorisierten Autoren erkämpft. Mit Humor, anschaulichen Erklärungen und viel Physik konnte er mich begeistern. Auch "How to" hat an diese wissenschaftliche Ernsthaftigkeit trotz aller Abstrusitäten angeschlossen, auch, wenn es mich nicht ganz so begeistern konnte wie "What if"- was dem Buch als solches aber keinen Abbruch tut.

Inhalt:

Für jede Aufgabe, die sich uns stellt, gibt es einen richtigen Weg, einen falschen, und einen, der so offensichtlich absurd ist, dass man ihn niemals in Betracht ziehen würde. »How to« ist eine Anleitung zu diesem dritten Ansatz. Es zeigt uns, wie wir digitale Daten versenden, indem wir USB-Sticks an Zugvögeln befestigen. Wie wir unserem Auto Starthilfe geben, indem wir elf Jahre auf eine Sonneneruption warten. Wie wir herausfinden, ob wir zur Generation der Babyboomer gehören oder ein Kind der Neunziger sind – nämlich, indem wir die Radioaktivität unserer Zähne messen lassen. Und wir erfahren, wie wir endlich pünktlich zu Verabredungen kommen: indem wir mal eben den Mond zerstören. Mit seinen berühmten Strichzeichnungen erklärt Randall Munroe, wie man einfache Probleme auf die allerschwierigste Weise bewältigen kann. Wie schon sein Bestseller »What if?« ist »How to« witzig und horizonterweiternd und hilft uns zu verstehen, welche wissenschaftlichen und technischen Phänomene unserem Alltag zugrunde liegen.

(Zitat Ende)

Informationen zum Buch:

Titel: How to- Wie man's hinkriegt, Autor: Randall Munroe, Erscheinungstermin: 03.09.2019, Seiten: 384, Genre: Sachbuch, Verlag: Penguin, ISBN: 978-3-328-60091-6


Meinung:

Randall Munroe hat die Gabe, die Dinge leicht verständlich und humorvoll zu erklären. "How to" lebt von seinen zahlreichen Illustrationen und Zeichnungen. Seine Bücher machen deswegen einfach unglaublich viel Freude- es macht Spaß, die Dialoge der Strichmännchen zu lesen, die intellektuelle(re) Witze reißen. Sie passen zu dem behandelten Thema, unterstützen und erweitern es. Dadurch wird einem das Buch niemals langweilig- es ist abwechslungsreich und voller Überraschung. Der Schreibstil ist locker und unglaublich leicht zu verfolgen, wird einem über die Seiten immer vertrauter. Es ist etwas, das ich sehr zu schätzen weiß und für mich seine Bücher ganz besonders macht. 

Jedoch muss ich sagen, dass ich die Idee an sich schon etwas unnötig fand. Ob ich nun weiß, wie weit ich John F. Kennedy werfen könnte, oder nicht macht für mich grundsätzlich keinen Unterschied. Die Idee, einfache Dinge möglichst kompliziert auszuführen hat absolut ihren Reiz und hat bei mir für viel Unterhaltung gesorgt- doch "What if?" konnte mich da einfach mehr überzeugen, da die Dinge greifbarer, plausibler waren- auch, wenn das kaum über das Buch zu sagen ist. Doch das war für mich einfach ein Minuspunkt an "How to", denn dadurch habe ich zwischendurch die Lust am Weiterlesen verloren. Generell ist es eher ein Buch für immer mal wieder lesen- in Pausen, in zeitlichen Freiräumen. Am Stück habe ich eher weniger gelesen, da ich dann doch nach einiger Zeit entweder nicht mehr aufnahmefähig für neue Informationen war oder genug von abstruse Gedankenexperimenten hatte- aber vielleicht ist das auch einfach Geschmacksache.

Alles in einem kann ich dieses Buch aber wirklich nur weiterempfehlen- nicht zuletzt wegen der hohen Anschaulichkeit und den wirklich wissenschaftlich fundierten Fakten, die dahinterstecken und so "spielerisch" vermittelt werden. Es macht sehr viel Freude, sich von Randall Munroes Begeisterung für Physik anstecken zu lassen, und ich werde auch weiterhin jedes seiner Bücher sehnsüchtig erwarten und verschlingen. 


Bewertung: 4 von 5 Sternen

Oktober 16, 2020 No Kommentare

 Wenn wir zu Zeiten der Corona-Pandemie eines haben, dann ist das Zeit. Zeit, die wir zu Hause verbringen sollten. Zeit, in der wir neue Hobbies erlernen oder alte Hobbies wieder aufleben lassen können. Einer meiner Geheimtipps: Stricken! Und da ich nicht nur leidenschaftlich gerne Stricke, sondern auch eine große Liebe für Bücher und ganz besonders für "Harry Potter" habe, schien das Buch "Harry Potter- magisch stricken" praktisch wie gemacht für mich. Der frechverlag ist seit meiner Kindheit mein liebster Kreativverlag, das Buch ist somit bei weitem nicht mein erstes aus ihren Reihen. Und wie ich es gewohnt bin konnte mich auch dieses Buch begeistern: mit einzigartigen Projekten, die jedoch sehr speziell sind und schon ein gewisses Können erfordern.


Informationen zum Buch:

Titel: Harry Potter: Magisch stricken, Autor: Tanis Gray, Preis: 24,99 €, Erscheinungsdatum: 14.02.2020, Seiten: 208, ISBN-13:9783772448300, Verlag: frechverlag (TOPP) 


Inhalt: 

Lassen Sie zauberhafte Dinge geschehen, indem Sie die Magie der Harry-Potter-Filme von der Leinwand direkt auf Ihre Nadeln holen und tauchen Sie mit dem ultimativen Strick-Reiseführer ein in die Welt der Hexen und Zauberer.


Mit 28 magischen Strickideen, die in großartigen Fotografien abgebildet sind, enthält dieses Buch Anleitungen für Kleidung, Deko-Ideen und Andenken, die direkt aus dem Film kommen - und sogar ein paar Kultteile, wie sie auf der Leinwand zu sehen sind. Mit Garnvorschlägen, die auf den Originalfarben der Filme basieren, reichen die Anleitungen von einfachen Modellenwie den Hogwarts-Hausschals bis hin zu komplexeren Projekten wie den legendären Weihnachtspullovern von Mrs. Weasley. Ein wahres Fan-Must-have!

Dieses Buch enthält zudem Fun-Facts, Original-Kostümskizzen, Fotos aus den Filmen und andere Behind-the-scene-Schätze.

"Harry Potter: Magisch stricken" wird überall die Fans der magischen Gemeinschaft begeistern und sie dazu anregen, die Nadeln zu beschwören, das Garn herbeizuzaubern und ihre besten Strickzauber auszuüben.

(entnommen aus: https://www.topp-kreativ.de/harry-potter-magisch-stricken-buch-4830#description )

Meinung:

Von der Aufmachung her gefällt mir das Buch wirklich unglaublich gut- es ist anschaulich, liegt gut in der Hand, zeugt von großer Qualität. Der Einband ist fest, das Cover einfach schön und somit auch rein ästhetisch betrachtet ein Hingucker. Die Seiten sind ebenso anschaulich- man hat richtig Freude daran, in dem Buch zu blättern, in den Projekten einzutauchen und sich an Szenen aus Harry Potter zu erinnern. Großer Pluspunkt sind an dieser Stelle also auch die Zusatzinformationen zu den Filmen- Behind-the-scenes, Skizzen von den Originalkostümen und Bilder aus den Filmen, die die Projekte mit Leben füllen und greifbarer machen.


Auch die Anleitungen sind gut erklärt, nachvollziehbar und verständlich. Um ein fundiertes Urteil fällen zu können habe ich mich dazu entschieden, den Hausschal in Ravenclawfarben zu stricken. Ich habe durchaus schon einige Erfahrung im Stricken, viele Pullover sind schon von mir gestrickt worden, doch einige der vorgestellten Projekte waren mir eine Nummer zu groß. Dementsprechend würde ich es blutigen Anfängern zunächst nicht empfehlen, aber auch nicht davon abraten- denn die Projekte sind es definitiv wert, sich richtig in die Materie zu fuchsen und über sich hinauszuwachsen. Mein Schal hat wirklich sehr lange gedauert und ist immer noch nicht vollkommen fertig, da es mir irgendwann zu viel geworden ist- das fertige Strickwerk ist von guter Qualität, keine Frage, doch einen Schal über 2 Meter rund zu stricken erfordert sehr viel Zeit. Vielleicht lag es auch einfach nur an dem Projekt, das ich gewählt habe, doch man sollte ein bisschen Zeit mitbringen.

Dennoch kann ich das Buch eigentlich wirklich nur in höchsten Tönen loben. Die Projekte sind umsetzbar und reell, passen perfekt zu den Filmen und sind daher für Potterheads ein absolutes Muss. Wenn man sich einen Weihnachtspulli wie von Frau Weasley selbst stricken möchte, eine Hedwig zum Kuscheln haben möchte oder wie ich einen Schal in den Hausfarben haben möchte, der sollte nicht zögern, sich dieses Buch zu kaufen- denn man bekommt wirklich viel für sein Geld, und es ist einfach schön, immer wieder neue Details im Buch zu entdecken und noch viel Hintergrundwissen zu erfahren. 


Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

Oktober 16, 2020 No Kommentare

 Die Corona-Pandemie ist eine waschechte Krise, die uns nicht nur schon seit Monaten fest im Griff hat, sondern auch bei vielen Menschen für Einsamkeit, Angst und Schrecken sorgt. Besonders die Menschen am Rande der Gesellschaft leiden unter der Krise, doch auch jeder Selbstständige, jedes Elternteil und jedes Kind- niemand ist davon ausgenommen. Ein möglicher Ansatz diese Krise zu überstehen: die Kraft der Hoffnung, der Besonnenheit, des Mutes, die Besinnung auf christliche Werte. Diese Stellung bezieht Margot Käßmann in ihrem Buch "Nur Mut!", in dem sie, gegliedert als eine Art alphabetisches Glossar, Denkanstöße und stärkende Gedanken mit den Menschen teilt.




Informationen zum Buch: 

Titel: Nur Mut!- Die Kraft der Besonnenheit in Zeiten der Krise, Autor: Margot Käßmann, Verlag: bene! (Droemer Knaur Verlagsgruppe), Erscheinungstermin: 02.06.2020, Seiten: 128, Genre: Christliche Literatur, ISBN: 978-3-96340-167-1


Klappentext:

Das neue Buch von Bestseller-Autorin Margot Käßmann zur aktuellen Krisen-Situation. Für alle, die sich in Zeiten der Corona-Pandemie aber auch angesichts anderer Herausforderungen nach Mut und Besonnenheit sehnen. Balsam für Sie selbst und das perfekte Geschenk für all Ihre Lieben, die der Angst, Verzweiflung und aufkommender Panik entgegenwirken wollen. »Ich wünsche Ihnen Besonnenheit, viel Kraft und die Gewissheit, dass Sie sich getragen fühlen dürfen, was immer geschieht«, bekräftigt Margot Käßmann. 

(entnommen von: https://www.droemer-knaur.de/buch/margot-kaessmann-nur-mut-die-kraft-der-besonnenheit-in-zeiten-der-krise-9783963401671)

Meinung:

So sehr ich die Idee dieses Buches auch mag, so gibt es dennoch einige Dinge, die mich an dem Buch gestört haben und für mich daher die Aussagekraft geschmälert haben.

Einerseits ist es die Tatsache, dass mir die meisten Gedanken nicht neu waren. Ich empfand es als tröstlich und sehr bestärkend, dass alles noch einmal gesammelt zu lesen und kann mir auch denken, dass es vielen Menschen, die vielleicht noch nicht so viel über die positiven- aber eben auch negativen- Aspekte dieser Pandemie nachgedacht haben, sehr weiterhelfen wird. Bei mir war das jedoch anders, da ich während des ersten Lockdowns so viel Zeit hatte, dass ich mich schon von ganz alleine auf meine Werte besinnt und mich in Dankbarkeit geübt habe. Ich hätte mir einfach gewünscht, innovativere, irgendwie tiefgängigere Gedanken anzutreffen- aber vielleicht waren meine Erwartungen an dieser Stelle einfach zu hoch.

Darüberhinaus empfand ich manche Wertungen als nicht fair oder nicht angebracht, dafür, dass wir uns auf christliche Werte beziehen. Natürlich verstehe ich beispielsweise den Ansatz, dass sie fordert, Lehrer sollten sich nicht so anstellen und, genau wie Ärzte und Pflegekräfte es getan haben, sich zusammenreißen und nicht so tun, als sei es eine Zumutung, der Arbeit weiter nachgehen zu können. Ich verstehe das durchaus, besonders unter dem Aspekt der Nächstenliebe und den Gedanken an unsere Nächsten, dennoch hätte ich mit solchen Wertungen nicht gerechnet- wenn jemand sich nicht damit wohlfühlt, sollte man es akzeptieren. Niemand war auf die Krise vorbereitet, kaum jemand wird keinerlei Angst verspüren, nich auch zu erkranken. Ärzte und Pflegekräfte haben sich dazu entschieden, Kranken Menschen zu helfen, können aber ebenso Angst davor haben zu erkranken. Auch Lehrer haben das Recht dazu- ich würde darüber nicht werten. Natürlich ist ihre Gefahr nicht so groß wie die in anderen Berufsgruppen- doch generell geht es mir an diesem Beispiel einfach darum, dass dieses Buch bei mir nicht nur auf positive Resonanz getroffen ist. 

Dennoch möchte ich dieses Buch nicht schlecht machen. Es ist ein Manifest einer Stimmung während der Pandemie, die niemand so schnell vergessen wird. Margot Käßmann ist mir als Person des öffentlichen Lebens sehr sympathisch, dementsprechend war auch ihr Schreibstil nah am Menschen und authentisch. Man hat sich abgeholt und angesprochen gefühlt, konnte reflektieren, wie man es selbst erlebt hat und dankbar sein für das, was man hat. Der christliche Aspekt war sehr viel kleiner als erwartet tatsächlich, wodurch dieses Buch vielleicht eine breitere Masse erreichen kann- ich persönlich hätte mir aber dann doch vielleicht einen etwas größeren Bezug zu Religion und Bibel gewünscht, denn wenn ich ein Buch von einer Theologin lese, dann sehne ich mich doch nach explizit christlichen Werten- und das habe ich Nur in kleinen Teilen gespürt.


Um es kurz zu machen: ich habe mich auf dieses Buch gefreut, neue Denkanstöße erwartet, doch was ich bekommen habe waren Ratschläge und "Sei doch dankbar für..." Sätze, auf die ich auch schon selbst gekommen bin. Sicherlich eine nette Lektüre für einen Nachmittag zu Hause während der Pandemie, um sich der Infektionsgefahr zu entziehen, aber ich habe leider nichts wirklich aus diesem Buch mitgenommen, das mein Leben und mein Denken im Bezug auf die Krise nun verändert hat.


Bewertung: 2,5/ 3 von 5 Sternen

Oktober 16, 2020 No Kommentare

 Instagram. Influencer. Blogger.

 Begriffe, die mittlerweile jeder kennt, die eine ganze Generation prägen und Letztlich Auswirkungen auf alle Menschen haben. Influencer verändern die Welt: Berühmtheit kann nun erlangt werden ohne, dass man ein ganz spezielles Talent benötigt, jeder hat die Möglichkeit, sich im Internet zu äußern, zu formulieren, sich selbst zu inszenieren. Was für deinen einen ein Segen ist, ist für den anderen ein großer Fluch. So sind doch die Schattenseiten erschreckend eng mit den Sonnenseiten des Sozialen Netzwerkes verbunden. Dennoch üben das Influencerleben und Instagram einen enorm großen Reiz aus- fast jeder ist Teil des sozialen Netzwerkes und nicht wenige junge Menschen verfolgen selbst den Traum, eines Tages als Influencer den Lebensunterhalt verdienen zu können.


I N F O R M A T I O N E N   Z U M   B U C H


Titel: Unfollow! Wie Instagram unser Leben zerstört, Autor: Nena Schink, Verlag: Eden Books, Erscheinungsdatum: 07.02.2020, Seitenzahl: 240, ISBN: 978-3-95910-262-9, Preis: 14,95 € (Klappenbroschur) 


I N H A L T


Nena Schink ist süchtig. Ihre Droge: Instagram. Alles beginnt mit einem Experiment: Für das Jugendportal vom Handelsblatt soll sie selbst zur Influencerin werden. Nena, die sich sonst wenig um die Meinung anderer schert, bettelt nun bei ihren Freundinnen um Likes und Kommentare. Sie räkelt sich vierzig Minuten lang im Bikini auf einer Wassermelonen-Luftmatratze, die sie nur fürs Foto mit in den Urlaub genommen hat.

All das kostet sie Zeit. Lebenszeit. Zwei Stunden täglich. 14 Stunden wöchentlich. 672 Stunden jährlich. Das sind 28 Tage, ein ganzer Monat. Verschwendet an Instagram. Nena beginnt sich zu fragen: Warum sexualisiert sich eine Generation, die alle Chancen hat, freiwillig? Wieso machen wir uns abhängig von einer virtuellen Scheinwelt? Für die Influencerinnen ist Instagram ein Geschäft. Mehr nicht. Die Währung: Follower und Likes. Aber worin besteht eigentlich ihr Job? Warum investieren große Mode- und Kosmetikfirmen Tausende von Euros in die Mädchen hinter den Accounts?

Nena will es wissen, taucht ein in die funkelnde Instagram-Welt, trifft die Influencerinnen in der Realität, besucht ihre glitzernden Events und beschließt, etwas gegen diese Scheinwelt zu unternehmen. In ihrem Buch zeigt sie auf, warum wir Instagram anders nutzen müssen. Inklusive Lösungsvorschlägen für die eigene Instagram-Nutzung. Ihre Botschaft: Hör auf ein Follower zu sein. Werde zum Influencer deines eigenen Lebens.

Quelle: https://www.edenbooks.de/unfollow-nena-schink/


M E I N E   M E I N U N G


Nena Schink hat den Selbsttest gemacht. Als Journalistin wurde sie dafür beauftragt, eine eigene Instagramkarriere zu starten und so zu verstehen, wie es hinter den Kulissen der erfolgreichen Influencer ist, was alles damit verbunden ist, ganz groß herauszukommen. Wie schnell man Erfolge generieren und kann und welche Opfer man dafür erbringen muss.

Und eines Muss man ihr lassen: Nena Schink nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie äußert ihre Gedanken klar und präzise, sie kritisiert sich selbst für ihr Instagramverhalten und geht mit sich selbst hart ins Gericht. Und genau das hat dieses Buch für mich sehr lesenswert gemacht: ein ungeschönter Blick hinter die Kulissen, aus der Perspektive der "Influencerin", aus der Perspektive der Journalistin und aus der Perspektive als normale Instagramnutzerin. Mich selbst hat dieses Buch zum Nachdenken und schließlich zum Umdenken gebracht. Ich möchte nun einiges an meinem Instagramverhalten verändern, und auch, wenn einige Gedanken schon bereits in mir waren, so hat dieses Buch doch endgültig den Schalter umgelegt und mich dazu angeregt, kritischer auf das Leben der Influencer und meinen eigenen Internetauftritt zu denken.

Dieses Buch hat mich direkt abgeholt. Von der ersten Seite an war ich in der Thematik drin, und auch nach jeder Unterbrechung hat mich Nenas Schinks Erfahrungsbericht direkt wieder eingesogen und gefesselt. Der Schreibstil hat es ermöglicht, ohne Probleme durch die Seiten fliegen zu können, war gleichzeitig aber sehr eingängig. Manchmal vielleicht sogar zu wertend und auch die fett gedruckten Sätze, die immer mal wieder den Text unterbrechen, sind manchmal etwas reißerisch, doch ich denke, dass es stilistisch ein sehr effektives Mittel ist. Die Passagen brennen sich in das Gedächtnis und binden den Rezipienten ein. Man ist gezwungen, genauer darüber nachzudenken, speziell auch am Ende, als es einen Selbsttest gibt, bei dem man dazu aufgerufen wird, einige Fragen über das eigene Instagramverhalten zu beantworten und so zu reflektieren. Man wird dabei durchaus aus seiner eigenen Komfortzone geholt und fühlt sich teilweise auch etwas ertappt, wenn man ähnliche Verhaltensmuster an den Tag gelegt hat.

Was mich auch zu etwas bringt, das ich an diesem Buch kritisieren würde. Ich denke, man muss für das Buch bereit und empfänglich für die Kritik an der Platform sein. Momentan stecke ich selbst in einer Phase des kritischen Überdenkens des Sozialen Netzwerkes, sodass ich die Gedanken vollkommen nachfühlen konnte und oft begeistert mit dem Kopf genickt habe und dachte "Ja, sehe ich genauso!". Ich denke aber an mich vor einigen Monaten, noch weit entfernt von den kritischen Gedanken. Zu diesem Zeitpunkt hätte mir "Unfollow!" definitiv nicht so gut gefallen, da ich es als viel zu extrem angesehen hätte. Offengestanden finde ich es stellenweise sehr gewagt, explizite Influencerinnen, wie zum Beispiel Carmushka, Cathy Hummels oder Caroline Daur an den Pranger zu stellen. Natürlich gehen diese Personen im Internet offensiv mit ihrem Leben um und müssen damit rechnen, dass ihre Verhaltensweise analysiert und kritisiert werden, dennoch denke ich, dass jeder selbst entscheiden sollte, ob er eine dieser Personen folgen möchte oder nicht. Nur, weil man einem Influencer folgt, heißt das noch lange nicht, das man alles, was dieser Mensch tut, gutheißt. Ich denke, Nena Schink hätte es teilweise einfach allgemeiner halten können, denn so wird sie nicht nur die betreffenden Influencerinnen treffen, sondern auch einige treue Anhänger. Ich persönlich habe mich dort nicht angegriffen gefühlt, da ich keiner der genannten Menschen auf Instagram gefolgt bin, dennoch fand ich es zu hart.

Allgemein fand ich es teilweise zu sehr über einen Kamm geschert und zu negativ, was gleichzeitig aber auch richtig und notwendig für die Wirkung von "Unfollow!" ist. Dieses Buch soll einen zum Nachdenken bringen, einem die Schattenseiten von Instagram zeigen und sich kritisch mit den, wie es auf dem Klappentext heißt, "Mechanismen und Masochismen", auseinanderzusetzen. Wenn dieses Buch allgemeiner und positiver wäre, würde es seine Intention vollkommen verfehlen und hätte mich zum Beispiel auch nicht wachgerüttelt. Die Erkenntnisse waren mir größtenteils nicht neu, aber sie so gebündelt vorzufinden und immer wieder durch Wiederholungen der zentralen Thesen vor Augen geführt zu bekommen hat mich immer wieder daran erinnert, was auf der Platform oftmals schief läuft und geändert werden sollte. 

Abschließend kann ich dieses Buch also nur wirklich empfehlen, aber ich würde sagen, dass man eine allgemein kritische Haltung zu Instagram haben sollte, damit das Buch seine voll Wirkung entfaltet. Denn ich stelle infrage, ob es Leute, die der Platform vollkommen ferngeblieben sind bisher und somit keinerlei emotionale Bindung dazu haben, oder vollkommene Instagramfanatiker, die absolut begeistert von dem Sozialen Netzwerk sind,  so abholen kann. Wenn man niemals eine Schattenseite gesehen hat, ist dieses Buch ein sehr guter Anfang, um mehr über die Mechanismen zu verstehen und die Branche zu durchschauen, die hinter der Kommerzialisierung der Platform steht. Ein absolut ehrliches Buch, das die perfekte Balance zwischen persönlichen Anekdoten und allgemeinen Fakten und Informationen bietet und somit definitiv lesenswert ist.


Bewertung: 4 von 5 Sternen

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Nena Schink und den Eden Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


September 26, 2020 No Kommentare
Neuere Posts
Ältere Posts

Willkommen

About Me


Ich bin Ilka - kreatives Fangirl, Bücherwurm, Filmmusikliebhaberin, Vanlife-Enthusiastin, Hobby-Fotografin und Bingewatcherin. Ein Mädchen mit der Liebe zu Wörtern, Büchern, Stiften und der Kreativität, die in uns allen steckt.
Lies' mehr!

Diesen Blog durchsuchen

Bücher 2023

2023 Reading Challenge

2023 Reading Challenge
Bastilkarton has read 0 books toward their goal of 40 books.
hide
0 of 40 (0%)
view books

Currently Reading

Currently Reading

Endless Skies – Die Welt zwischen deinen Worten
Endless Skies – Die Welt zwischen deinen Worten
by G.S.Lima
Game on - Mein Herz will dich
Game on - Mein Herz will dich
by Kristen Callihan
Der Palast der Meere
Der Palast der Meere
by Rebecca Gablé

goodreads.com

Folge mir!

Community Playlist

KYSS-Crew

a

Labels

Acotar Bassermann Bastei Lübbe BuJo Setup Bullet Journal Carlsen CBJ Verlag Diana DIY DuMont Heyne historische Romane Jugendbuch Knaur Kosmos Kyss Lesemonat Liebesroman Loewe LYX New Adult One Verlag Penguin Piper Rezension Rezensionsexemplar Romantasy Sachbuch Thriller Ullstein Young Adult

Neuste Posts

Archiv

  • ▼  2023 (3)
    • ▼  Juni (1)
      • Rezension: "Elternabend" von Sebastian Fitzek
    • ►  Mai (1)
    • ►  Februar (1)
  • ►  2022 (2)
    • ►  August (1)
    • ►  März (1)
  • ►  2021 (9)
    • ►  Oktober (1)
    • ►  September (2)
    • ►  Juli (1)
    • ►  Mai (2)
    • ►  April (1)
    • ►  Januar (2)
  • ►  2020 (21)
    • ►  Oktober (6)
    • ►  September (2)
    • ►  August (1)
    • ►  Juni (1)
    • ►  Mai (2)
    • ►  April (3)
    • ►  März (1)
    • ►  Februar (3)
    • ►  Januar (2)
  • ►  2019 (20)
    • ►  Oktober (2)
    • ►  September (2)
    • ►  August (1)
    • ►  Juli (4)
    • ►  Juni (1)
    • ►  Mai (9)
    • ►  April (1)

Created with by ThemeXpose